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Ruth Fischer liefert Beweise für die antikommunistischen Verschwörungen in der Sowjetunion

Die Prozesse gegen die trotzkistischen Verschwörer in der Sowjetunion in den Jahren 1936 bis 1938, die sogenannten Moskauer Prozesse, werden als Schauprozesse diffamiert. Von einem Komplott gegen die Sowjetunion könne keine Rede sein, Geständnisse seien erpresst und falsch gewesen. Handfeste Beweise dafür, dass es sich um Schauprozesse handelt, liefern die bürgerlichen Schreiberlinge nicht. So aber werden – wie die Ironie es will – von der herrschenden Klasse, Werke veröffentlicht, die zwar einen eindeutig antikommunistischen Inhalt haben. Aber gerade diese Komplotte, die geschmiedet wurden um die Sowjetunion zu zerstören, werden in diesen Publikationen geschildert!

Ein Bespiel dafür ist Ruth Fischer, Anführerin einer ultralinken Fraktion in der KPD der Weimarer Republik, die nach ihrem Parteiausschluss zum offenen Anti­kommunismus überging. Im Bestreben, sich selbst wichtig zu machen und ihre ‚histori­sche Rolle’ nachzuweisen, ent­hüllte sie in dem 1949 ersch­ienenen Buch »Stalin und der deutsche Kommunismus« die durchaus reale Existenz der Wühlarbeit gegen die Staats- ­und Parteiführung Sowjetrussl­ands.

Unter anderem schildert sie ihre Treffen mit Sinowjew:

„Bei diesen halblegalen Zusammenkünften zeigte mir Sinowjew nicht nur manche Po­litbüro-Berichte, die von einem seiner zuverlässigen Sekretäre extra übersetzt wurden, son­dern ergänzte sie durch viele Einzelheiten ... Die Parteika­der seien nicht hoffnungslos entartet, betonte Sinowjew; die Hauptaufgabe sei, sie zu ermu­tigen, damit sie sich wieder in Form brächten und den Kampf gegen die Stalin-Clique auf­nähmen ... Als wir ein Bünd­nis mit Trotzki diskutierten, betonte Sinowjew wiederholt, daß er seinen Kampf gegen Trotzki von 1923 aufrichtig be­dauere ... In einer der Aus­sprachen, wie ich sie beschrie­ben habe, wenige Tage nach dem vierzehnten Parteitag, ging Sinowjew mit mir die ver­schiedenen Möglichkeiten der Bekämpfung Stalins durch und schlug, fast schüchtern, das Bündnis mit Trotzki vor. Dies ist ein Kampf um die Staats­macht, sagte er ... Kamenjew habe Verhandlungen mit Trotz­ki aufgenommen, erzählte er mir, und hoffte, bald zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen … Nach diesem Ge­spräch schrieb ich einen Brief nach Berlin, daß Sinowjew und Trotzki einen Block bilden würden und daß ich seine Un­terstützung durch die deutschen Linken befürworte.“ (S. 664­ - 669)

Durch ihre Offenherzigkeit gewinnen diese Sumpfblüten des Antikommunismus heute eine neue Bedeutung: Sie kön­nen mit dazu beitragen, den Geschichtsfälschungen von Stalin-Hassern zu widerlegen!