Einleitung

Der Aufbau des Sozialismus als Voraussetzung für die Schaffung eines kommunistischen Gesellschaftssystems bestand in einer erzwungenen Modernisierung der Gesellschaft. Im Gegensatz zu den Vorhersagen von Marx und Engels kamen die Kommunisten in wirtschaftlich rückständigen Staaten mit großer Landbevölkerung an die Macht. Ziel der Modernisierung war es, eine “materielle Basis” des Kommunismus zu schaffen: Industrialisierung (der Entwicklung der Schwerindustrie wird der Vorzug gegeben, und die Verstädterung wird u.a. durchgeführt, um die Arbeiterklasse zu vergrößern) und Kollektivierung (Ersetzung der privaten Landwirtschaft durch kollektive und staatliche Betriebe, um u.a. die Klasse der Bauern, die Privateigentümer waren, zu verringern).

Eine der Folgen der Politik in beiden Gebieten war Nahrungsmittelknappheit und Massenhunger mit vielen Opfern in vielen Regionen. Die dritte Reorganisation – die Kulturrevolution – sollte den Analphabetismus beseitigen und die alte Kultur durch die entsprechenden kommunistischen Kanons ersetzen. Die Wissenschaften gaben den Real- und Naturwissenschaften sowie den Ingenieurwissenschaften den Vorzug. Die Sozialwissenschaften standen unter Parteikontrolle.

Trotz ihres totalitären Charakters war die kommunistische Ideologie oft von kurzer Dauer, und dank aktiver Propaganda konnte sowohl in den kommunistisch regierten Staaten als auch außerhalb des Ostblocks eine breite Unterstützung erreicht werden. Die europäischen Intellektuellen in den 1960er und 70er Jahren wurden von der deklarativen Opposition gegen Imperialismus, Kolonialismus und Kapitalismus angezogen.

Der Ostblock brach mit dem Zusammenbruch der UdSSR in den Jahren 1989-1991 zusammen. Die kommunistischen Parteien kamen nicht als Ergebnis des demokratischen Prozesses an die Macht und konnten nach der Wiederherstellung der Demokratie an der Macht bleiben. Der Kommunismus, der eine Zukunft auf der Grundlage des Entwicklungsstandes Westeuropas im 19. Jahrhundert voraussagte, erwies sich als falsch. Kommunistische Regime sind wegen der Unfähigkeit, wirtschaftliches und öffentliches Wohlergehen zu gewährleisten, zusammengebrochen. Die Kommunistische Partei regiert immer noch China, eines der mächtigsten Länder der Welt, hat aber die kommunistischen Wirtschaftsprinzipien weitgehend aufgegeben.