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W. B. Bland

 

Molotows Erinnerungen

- eine Buchbesprechung

 

Aus:

COMpass, Organ der Communist League, Nr. 108, Oktober 1993

 

 

Albert Resis, Hrsg., 'Molotow erinnert sich. Interne Kremlpolitik', Chicago 1993

 

 

Wjatscheslaw Molotow war Stalins engster Genosse und hatte viele Jahre lang in der Sowjetunion sehr wichtige Positionen inne. Deshalb hätte man hoffen dürfen, dass seine Erinnerungen wertvolle Informationen über die Art und Weise enthalten würden, wie es den Revisionisten gelingen konnte, den Sozialismus in der UdSSR zu sabotieren und den Weg für die Restauration des Kapitalismus zu ebnen.

 

Die Ermordung Kirows

 

Das Buch enthält ein oder zwei interessante Details an Informationen, die bislang außerhalb der höchsten Kreise in der ehemaligen Sowjetunion nicht oder weniger bekannt waren. Molotow teilt uns beispielsweise Folgendes mit:

 

"Chruschtschow deutete an, dass Stalin Kirow umgebracht habe. ...1956 wurde eine Kommission gegründet. ...Sie kam zu dem Ergebnis, dass Stalin nichts mit Kirows Ermordung zu tun hatte. Chruschtschow weigerte sich, die Erkenntnisse zu veröffentlichen, weil sie nicht seinen Zwecken dienlich waren."

(Albert Resis, Hrsg., 'Molotow erinnert sich. Interne Kremlpolitik', Chicago 1993, S. 353).

 

Enthüllungen über den Memoiren-Schreiber

 

Leider erzählen uns Molotows Erinnerungen zum großen Teil - wie dies bei den meisten Memoiren der Fall ist - mehr über Molotows eigene Unzulänglichkeiten als über die Ereignisse, an die er sich erinnert.

 

Niemand kann den Einsatz Molotows für den Sozialismus und die Arbeiterklasse in Frage stellen. Er folgte Stalin ergeben, solange dieser lebte. Aber es zeigt sich deutlich, dass in dem Moment, wo Stalins lenkende Hand fehlte, sein politischer Scharfsinn nicht mehr ausreichen sollte, um zu verhindern, dass die Revisionisten, von denen er umgeben war, ihn in den kritischen Jahren nach Stalins Tod (1953) bis zu seinem eigenen Ausschluss aus der KPdSU durch die Revisionisten 1957 als ihr Werkzeug benutzen konnten.

 

Molotows schweigt zu den Angriffen auf Stalin

 

Obwohl er Stalin in vielerlei Beziehung verteidigte, muss Molotow selbst zugeben, dass er sich während Chruschtschows wütender Angriff auf Stalin auf dem XX. Parteitag der KPdSU in Schweigen hüllte:

 

"Einige Leute, die so ziemlich die gleichen Ansichten haben, machen mir Vorwürfe. 'Warum hast du auf dem 20. Parteitag geschwiegen? .. Zu schweigen ist gleichbedeutend mit Zustimmung', sagen sie. Ja, so war es. Ich schwieg und damit stimmte ich zu."

(Ebenda, S. 351).

 

Als Grund für sein Schweigen führt er an, dass die Partei 'für eine marxistisch-leninistische Analyse der Ereignisse noch nicht reif war', und wenn er oder andere Marxisten-Leninisten sich auf dem Parteitag gegen Chruschtschows Verleumdungen ausgesprochen hätten, 'sie aus der Partei ausgeschlossen' worden wären.

 

"Die Partei war zu einer solchen Analyse noch nicht bereit. Wir wären einfach rausgeschmissen worden. ...Niemand hätte uns unterstützt. Niemand."

(Ebd., S. 350).

 

Molotow berichtet uns, dass

 

" ..ich noch immer hoffte, dass wenn wir in der Partei blieben, wir in der Lage wären, die Lage allmählich zu korrigieren."

(Ebd.).

 

Aber es war tatsächlich nicht so, dass Molotow nur geschwiegen hatte, als die Angriffe gegen Stalin auf dem 20. Parteitag vorgetragen wurden. Im Gegenteil: Auf einer der offenen Sitzungen des Parteitages zögerte er nicht,

 

" ..den Personenkult zu verurteilen."

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Band 10, S. 14.748).

 

Dies war ein eindeutiges Vorspiel für die späteren Angriffe gegen Stalin, die in der Geheimsitzung folgten.

 

Mehr noch: Lange nachdem es für jeden mit selbst nur einem Funken marxistisch-leninistischem Verständnis deutlich geworden war, dass die Kommunistische Partei der Sowjetunion von offen auftretenden Revisionisten geführt wurde, die eine im Wesenlichen kapitalistische Gesellschaftsordnung dabei waren im Land zu restaurieren, bestand Molotows Hauptsorge nach seinen eigenen Erzählungen nicht so sehr darin, dem Revisionismus entgegenzutreten, sondern vielmehr darin, die revisionistischen Führer zu überreden, ihn bitte wieder in die Partei aufzunehmen:

 

"Nach jedem Parteitag schickte ich Briefe an das Zentralkomitee mit der Bitte, sich mit meinem Antrag auf Wiederaufnahme in die Partei zu befassen. ..Viermal stellte ich einen Antrag auf Wiederaufnahme. Ich schrieb Breschnew. ..Ich werde nun einen weiteren Antrag an den 24. Parteitag stellen."

(Ebd., S. 284, 356).

 

Er geht in der Tat so weit zu sagen, dass er die Bestrafung, dass er sich den Revisionisten teilweise entgegenstellte, verdient habe, meint aber, dass der Parteiausschluss 'allzu hart' war:

 

"Ich musste bestraft werden, das ist wahr. Aber Ausschluss aus der Partei..?"

(Ebd., S. 356).

 

Der Fall Israel

 

Das allgemeine Bild von der Entwicklung des Revisionismus in der ehemaligen Sowjetunion ist inzwischen bekannt, aber es wäre nützlich gewesen, wenn Molotow es aus eigener Kenntnis mit Einzelheiten zu einigen umstrittenen Episoden aus der sowjetischen Geschichte wie der Unterstützung durch die sowjetische Regierung für die Teilung Palästinas und dem Putsch gegen Lawrentij Berija vervollständigt hätte.

 

Leider leistet er diese Aufgabe im Grunde nicht.

 

In einem Vortrag für die Stalin-Gesellschaft, der etwas früher in diesem Jahr gehalten wurde, wurden Nachweise für die Behauptung erbracht, dass es Revisionisten an der Spitze der KPdSU unter Führung von Andrej Gromyko, dem sowjetischen Vertreter bei den Vereinten Nationen und damaligem stellvertretendem Außenminister, gelang, die sowjetische Außenpolitik für eine Teilung Palästinas zu manipulieren.

 

Molotow, der zu jener Zeit sowjetischer Außenminister war, präsentiert uns eine sehr fragwürdige Version der damaligen Ereignisse. Er scheint der Meinung zu sein, dass die US-Imperialisten damals 'gegen die Gründung des Staates Israel waren', während er und Stalin sie 'unterstützten':

 

"Frage: Die Amerikaner waren gegen die Gründung Israels?

Antwort: Alle waren dagegen, außer wir - Stalin und ich."

(Ebd., S. 65).

 

Es ist jedoch ganz eindeutig Unsinn zu behaupten, dass die US-Imperialisten gegen die Gründung des Staates Israel gewesen sein sollen:

 

"Die Unterstützung der USA für die Teilung war entscheidend für die Verabschiedung der Resolution (für die Teilung Palästinas und damit für die Schaffung des Staates Israel - Verf.) mit einer Zweidrittelmehrheit in der Vollversammlung (der Vereinten Nationen - Üb.)."

(Encyclopedia Americana, Bd. 15, Danbury/USA, 1992, S. 533).

 

Molotow führt nun weiter aus, dass das, was 'er und Stalin' unterstützten, tatsächlich nicht die Bildung eines rassistischen Staates Israel war, sondern ein palästinensischer Staat, in dem Araber und Juden sich die Macht teilen sollten:

 

"Wir schlugen eine arabisch-israelische Union vor (er meint natürlich 'eine arabisch-jüdische' - Verf.), damit beide Nationen (er meint natürlich 'Nationalitäten' - Verf.) zusammenleben konnten."

(Ebd., S. 65).

 

Mit anderen Worten: Molotow scheint der Ansicht gewesen zu sein, dass Stalin die Bildung eines palästinensischen Staates, in dem Juden und Araber sich die Macht teilten, unterstützte.

 

Der Fall Berija

 

In einem Vortrag für die Stalin-Gesellschaft mit dem Thema 'Der Fall der Ärzte und der Tod Stalins' wurden Nachweise für die Behauptung erbracht, dass nach dem Tod Stalins führende Revisionisten, wie vor allem Chruschtschow, ehrliche Mitglieder der Führung Glauben machen konnten, dass Lawrentij P. Berija ein Agent des Imperialismus gewesen sei, um sie dazu veranlassen, sich an einem Militärputsch gegen ihn zu beteiligen. Der alleinige Grund, den Molotow für seine Bereitschaft, sich an dem Putsch zu beteiligen, angibt, ist der, dass 'Chruschtschow ihm mitgeteilt habe, dass Berija offensichtlich etwas vorhabe'.

 

Molotows Version der Ereignisse deckt sich fast vollständig mit der Chruschtschows:

 

"Wenn Sie an ... der letzten Politbürositzung zu Berija interessiert sind, dann müssen Sie wissen, dass einiges an Vorbereitungsarbeit vorangegangen war. Dabei bewies Chruschtschow, dass er ein außergewöhnlich tatkräftiger und tüchtiger Organisator war. Die Initiative lag bei ihm, zumal er der Parteisekretär war. Er war wirklich ein guter Organisator. Er bestellte mich ins Gebäude des Zentralkomitees und ich kam rüber. 'Ich möchte mit dir über Berija sprechen. Man kann ihm nicht trauen.' Ich sagte: 'Ich stimme dem voll und ganz zu. Er muss aus dem Politbüro entfernt und ausgeschlossen werden.' ..

 

Kurz vor der Sitzung kamen wir überein, dass ein Ausschluss Berijas aus dem Politbüro nicht ausreichen würde. Er musste unter Hausarrest gestellt werden. ..Zwei Tage später kamen wir alle zu der Sitzung zusammen. ..Chruschtschow ..war der Organisator der ganzen Sache. Warum? Anscheinend war er informiert worden, dass Berija etwas vorhatte und Berija waren Truppen unterstellt. .. Er wurde auf der Politbürositzung verhaftet. ..Wir waren alte Freunde. ..Ich war der erste, der sprach. Ich sagte, dass Berija degeneriert sei ..und dass er kein Kommunist sei. ..Dann sprach Berija und verteidigte sich. Er war zu der Sitzung gekommen, ohne dass er eine Ahnung hatte, was ihm bevorstand.

 

Der Raum wurde streng bewacht, aber in Poskrebyschews Zimmer (P. war Stalins ehemaliger Sekretär und engster Vertrauter. Er war kurz vor Stalins Tod unter Hausarrest gestellt und dann beseitigt worden. Er tauchte nie wieder auf. Er war also zu diesem Zeitpunkt nicht mehr anwesend - Üb.), das neben dem Sitzungsraum lag, hielt sich eine Gruppe von Offizieren auf, die von Schukow angeführt wurde. Die Gruppe wartete darauf, eingelassen zu werden, um Berija zu verhaften. Malenkow betätigte den Knopf. Das war das Signal. ..Die Gruppe von Offizieren unter Schukows Führung trat in den Raum. Malenkow sagte: Verhaften Sie Berija!' ..

 

Frage: Kam das für Berija völlig überraschend?

Antwort: Ja.

 

'Ich bin in eine Falle geraten', schrie er. Er hatte das von Chruschtschow nicht erwartet. Moskalenko war auch dabei. Chruschtschow ließ ihn darauf zum Marschall befördern. Er war für das Gefängnis, in dem Berija gefangen gehalten wurde, verantwortlich."

(Ebd., S. 343ff, S. 346).

 

Die offizielle Anklage gegen Berija lautete, dass er ein

 

"Agent ausländischer imperialistischer Kräfte sei",

(Keesings Archive der Zeitgeschichte, Bd. 9, S. 13.029).

 

was Molotow nicht in vollem Umfang bestätigen wollte:

 

"Frage: Bis heute streiten sich die Leute immer noch darüber, ob Berija ein Spion irgendeines ausländischen Geheimdienstes gewesen war.

Antwort: Ich glaube nicht, dass er einer war."

(Ebd., S. 339).

 

Er beschuldigt Berija aber in dem Sinne ein 'Agent des Imperialismus' gewesen zu sein, dass er 1953 in der Führung eine Politik unterstützt habe, die 'objektiv den Imperialismus unterstützt' habe:

 

"Er spielte die Rolle eines Agenten des Imperialismus. Das ist der Punkt. ..Ich betrachte Berija als einen Agenten des Imperialismus. Agent bedeutet nicht gleich Spion."

(Ebd., S. 340).

 

Molotow sagte uns, dass der Vorwurf, dem 'Imperialismus gedient zu haben', der gegen Berija erhoben wurde, die Politik betraf, die die sowjetische Regierung gegenüber dem Aufbau des Sozialismus im besetzten Ostteil Deutschlands einnehmen sollte. Die marxistisch-leninistische Position über den 'Export des Sozialismus' wurde von Stalin im März 1936 in einem Interview mit dem US-amerikanischen Presse-Zar Roy Howard erläutert:

 

"Howard: Kann es nicht sein, dass in den aufrichtig empfundenen Ängsten in den, wie sie es nennen, 'kapitalistischen Ländern' ein Element der Gefahr steckt, wegen der Absicht auf Seiten der Sowjetunion, ihre politischen Theorien anderen Ländern aufzuzwingen?

Stalin: Es gibt für solche Ängste keinerlei Grund. Wenn Sie meinen, dass das sowjetische Volk das Antlitz der sie umgebenden Staaten verändern möchte, und noch dazu mit gewaltsamen Mitteln, dann sind Sie vollständig im Irrtum. Natürlich würden die sowjetischen Menschen gerne das Antlitz der sie umgebenden Staaten geändert sehen, aber das ist Aufgabe der sie umgebenden Staaten."

(J. W. Stalin, Interview für Roy Howard, März 1936, in: 'Werke', Band 14, London 1978, S. 136f).

 

Stalin bestand darauf, dass das Interesse der sowjetischen Regierung an Nachkriegsdeutschland sich auf die Frage reduziere, wie eine künftige deutsche Aggression zu verhindern sei. In einer Rede im November 1943 umschrieb er die sowjetischen Kriegsziele n diesem Zusammenhang so:

 

" ..in Europa eine solche Ordnung zu errichten, die voll und ganz die Möglichkeit einer erneuten Aggression seitens Deutschland ausschließt."

(J. W. Stalin, Rede auf der Festveranstaltung des Moskauer Sowjet, 6. November 1943, in: Reden während des Krieges, Tagesbefehle und Antworten auf die Fragen ausländischer Korrespondenten zur Zeit des Großen Vaterländischen Krieges, 3. Juli 1941 - 22. Juni 1945', London 1945, S. 82).

 

Wie man aus dem bruchstückhaften Bericht Molotows entnehmen kann, verteidigte Berija die Position, dass das einzige Interesse der Sowjetunion an dem geschlagenen Deutschland das zu sein habe, dass es friedliebend und antifaschistisch bleibe und dass die Frage des Sozialismus in gleich welchem Teil Deutschlands Sache der deutschen arbeitenden Menschen sei:

 

"Nach Stalins Tod nahm Berija eine aktive Haltung in der deutschen Frage ein. ..Berija brachte das folgende Argument: 'Lasst die DDR einfach ein friedliebendes Land sein. Das reicht für unsere Zwecke aus'."

(Ebd., S. 333f).

 

Andere Mitglieder des Politbüros jedoch, darunter Molotow und Chruschtschow, verlangten, dass die Sowjetregierung darauf hin arbeiten solle, in Ostdeutschland eine 'sozialistische Gesellschaft' aufzubauen:

 

"Das Politbüro war fast gespalten über die Frage. Chruschtschow unterstützte meine Position, Malenkow äußerte sich nicht. Ich wusste, dass er Berija folgen würde. Ich wandte ein, dass es nur dann ein friedliebendes Deutschland geben könne, wenn es den Weg zum Sozialismus beschreiten würde."

(Ebd., S. 335f).

 

Dies, so Molotow, lieferte den Vorwand, um Berija zu beschuldigen, ein 'Agent des Imperialismus' zu sein.

 

Falls dem so war, folgte Berija marxistisch-leninistischen Prinzipien, während Molotow und Chruschtschow sie missachteten.

 

Molotows Unfähigkeit, den Revisionismus zu durchschauen

 

Selbst viele Jahre, nachdem der Revisionismus seine Tarnmaske abgelegt hatte, gelang es Molotow nicht, seinen konterrevolutionären Charakter zu durchschauen.

 

Er wiederholte, trotz seiner Bewunderung für Stalin, einige der revisionistischen Verleumdungen:

Molotow:

 

"Er (Stalin - Verf.) erlag einem krankhaften Misstrauen. In seinen letzten Jahren litt er unter einem eingeschränkten Urteilsvermögen und ..unter Verfolgungswahn."

(Ebd., S. 317, 324).

 

Dagegen pries er den Revisionisten Juri Andropow als ein 'Geschenk des Himmels':

 

"Andropow hat eine neue Art des Denkens und eine gute Führung eingebracht. ..Er ist ein Segen, ist versiert in der Politik, ein Mann mit einem weiten Horizont. ..Er hat sich als vertrauenswürdig erwiesen."

(Ebd., S. 395, 407).

 

Auch den französischen Revisionisten Maurice Thorez (den ehemaligen Vorsitzenden der Französischen Kommunistischen Partei - Üb.) bezeichnet er als einen

 

"sehr guten Mann."

(Ebd., S. 82).

 

..und den deutschen Revisionisten Walter Ulbricht als

 

"einen engagierten Kommunisten, einen politisch bewussten Genossen."

(Ebd.).

 

Chruschtschow ist für ihn ein 'nicht besonders engagierter Kommunist':

 

"Ich sehe Chruschtschow nicht als einen sehr engagierten Kommunisten."

(Ebd., S. 356).

 

Im Alter von 94 Jahren (1984) erfüllte sich ihm ein lang gehegter Traum, nachdem er die revisionistischen Führer der KPdSU von seiner Harmlosigkeit überzeugt hatte: Er wurde wieder in die 'Kommunistische' Partei aufgenommen.

 

Er starb zwei Jahre später, sich immer noch an die Illusion klammernd, dass der Sozialismus in der UdSSR im Grunde intakt und stabil sei, dass eine Gemeinschaft sozialistischer Staaten existiere und dass trotz einiger kleinerer rechter Abweichungen die Sowjetunion auf eine kommunistische Gesellschaft zumarschiere. Molotow:

 

"Jetzt haben wir ein mächtiges Land und eine Gemeinschaft sozialistischer Staaten. Ich glaube, dass sich die Träume der Konterrevolution nicht erfüllen werden. Unser Staat, wie das ganze sozialistische Lager, ist immer noch das stärkste auf der Welt. ..Wir schreiten unbeirrt vorwärts, aber langsamer als dies zu wünschen wäre. Die Linie, die wir verfolgen, ist eine leninistische, eine sozialistische, aber sie ist dies nicht in ausreichendem Maße. ..Wir bauen den Sozialismus auf und bewegen uns auf den Kommunismus zu, weil die Staatsmacht und die Vorhut des Volkes fest auf der Politik beruhen, die von der Partei verfolgt wird. Das ist die Hauptsache. In unserem Land wird die Vorhut bewahrt, sie nimmt an Stärke zu. Sie ist sozialistisch, kommunistisch. Das ist die Hauptsache."

(Ebd., S. 381, 409, 413).