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DER KAPITALISTISCHE CHARAKTER DER PRODUKTIONSVERHÄLTNISSE IN DER SOWJETUNION

 

 

Die Entartung der Eigentumsverhältnissein der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern war begleitet von der Entartung der Verhältnisse der Verteilung, des Austausches und der Leitung. Diese Entartung von Elementen der Produktionsverhältnisse war ein komplexer, komplizierter Prozess mit wechselseitigen Verbindungen und Einflüssen

„DIE SOWJETISCHE GESELLSCHAFT“, SAGTE GENOSSE ENVER HOXHA AUF DEM 7. PARTEITAG DER PAA, «IST DURCH UND DURCH VERBÜRGERLICHT UND DER KAPITALISMUS IST AUF ALLEN GEBIETEN WIEDERHERGESTELLT» (ENVER HOXHA, BERICHT AN DEN 7. PARTEITAG DER PAA, S. 22, DT. AUSGABE). DIESE SCHLUSSFOLGERUNG UNSERER PARTEI IST DAS ERGEBNIS EINER GRÜNDLICHEN ANALYSE DER TATSACHEN, KONKRETEN ASPEKTE UND TENDENZEN IM GESAMTEN PROZESS DER WIEDERHERSTELLUNG DES KAPITALISMUS IN DER SOWJETUNION UND DEN ANDE-EN REVISIONISTISCHEN LÄNDERN.

Der Prozess der Wiederherstellung es Kapitalismus in der Sowjetunion in den übrigen revisionistischen Ländern ging aus von der Veränderung es Charakters der Partei und des Staates, mit der konterrevolutionären Wandlung im Bereich des politischen und ideologischen Überbaus, mit dem Verrat an den Lehren des Marxismus-Leninismus und in erster Linie den Lehren über den Klassenkampf. Als Ergebnis davon wurde die Diktatur des Proletariats zur bürgerlichen Diktatur, zur brutalen faschistischen Diktatur der neuen revisionistischen Bourgeoisie — der sozialistische sowjetische Staat verwandelte sich in einen sozialimperialistischen Staat.
Doch obwohl der Prozess der kapitalistischen Entartung in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern von den konterrevolutionären Umwandlungen im Bereich des Überbaus ausging, entartete dieser letztlich nicht von selbst, ausserhalb und unabhängig von den Produktionsverhältnissen, losgelöst von der Gesamtheit der sozialökonomischen Basis. In diesen Ländern waren die sozialistischen Produktionsverhältnisse, besonders im Bereich der Verteilung, in einzelnen Aspekten und in bestimmter Hinsicht bereits durchbrochen.
Durch die Erweiterung des Prämiensystems und allgemein der Verwendung zusätzlicher materieller Anreize im brei- ten Massstab wurden die Bedingungen für die Entstehung von Differenzierungen und Missverhältnissen im Bereich der Verteilung, für die Herausbildung der Schicht von Bürokraten und Technokraten in diesen Ländern. geschaffen, die, wie sich später gezeigt hat, zur sozialen Hauptstütze.
Der revisionistischen Cliquen wurden, die in diesen Ländern die Macht der Arbeiterklasse usurpierten. So haben wir es mit einer gegenseitigen Abhängigkeit und einer engen Verbindung zwischen der Entartung des Überbaus und der Basis zu tun, wobei das eine vom anderen vowärtsgetrieben wurde, wobei beide sich gegenseitig stimulierten, bis sie schliesslich ihre endgültige kapitalistische Form annahmen, bis in diesen Ländern die kapitalistische Umwandlung in allen Bereichen des politischen, ideologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vollzogen, bis die sowjetische Gesellschaft durch und durch verbürgerlicht war.
Die Entartung des Überbaus und in erster Linie die Umwandlung der Diktatur des Proletariats in eine bürgerliche Diktatur wurde von der chruschtschowschen Renegatenclique in bestimmter Absicht verwirklicht und praktiziert. Die Verwirklichung dieses Prozesses gab dieser Clique die Möglichkeit, in breitem Stil und in schnellem Tempo zur Entartung des gesamten Systems der sozialistischen Produktionsverhältnisse überzugehen, zu ihrer Verwandlung in kapitalistische Verhältnisse, zur kapitalistischen Entartung des gesamten gesellschaftlichen Lebens in diesen Ländern. Die Entartung des Überbaus und die Entartung der ökonomischen Basis in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern waren keineswegs kurze und einmalige Prozesse, sondern lange Prozesse, die sich in ihrer Entwicklung miteinander verflochten und gegenseitig stimulierten. Die Folge all dieser Prozesse war die vollständige Entartung der Eigentums-, der Verteilungs-, der Austausch- und der Leitungsverhältnisse von sozialistischen Verhältnissen in kapitalistische Verhältnisse.
Der Kern des gesamten regressiven Prozesses der Zerstörung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern besteht in der Entartung der Eigentumsverhältnisse, in der Verwandlung des sozialistischen Eigentums in kapitalistisches Eigentum neuen Typs. «Die Veränderung des Charakters der Partei und des Staates, die konterrevolutionäre Umwandlung auf dem Gebiet des politischen und ideologischen Überbaus», lehrt uns Genosse Enver Hoxha, «führt unvermeidlich zur Veränderung auch der ökonomischen Basis des Sozialismus.» (Enver Hoxha, Bericht an den 6. Parteitag der PAA, S. 229, alb. Ausgabe).
Bekanntlich ändern sich die Produktionsverhältnisse, besonders aber das staatliche Eigentum, sein Inhalt, in Abhängigkeit von der sozial-ökonomischen Ordnung, vom Klassencharakter des Staates, während dieser letztlich den politischen und gesellschaftlichen Inhalt dieses Eigentums bestimmt.
Das Staatseigentum in der Sowjetunion ist eine Form des kapitalistischen |Privateigentums mit einem hohen Grad der Konzentration der Produktion und der Kapitalien. Die revisionistische Bourgeoisie ist der wahre Eigentümer der staatlichen Betriebe und mit Hilfe des Staates beutet sie die Arbeiterklasse und die ganzen werktätigen Massen des Landes aus. Durch diese Ausbeutung festigt sie ihre ökonomische Stellung und parallel dazu konsolidiert sie auch ihre politische Herrschaft weiter.
Wenn wir sagen, dass das Privateigentum in der Sowjetunion eine Form des kapitalistischen Privateigentums ist und die sowjetische Wirtschaft sich in eine kapitalistische Wirtschaft verwandelt hat, so müssen wir dabei beachten, dass dieser Kapitalismus nicht vom klassischen, sondern von einem besonderen Typ ist. Die Bedingungen unterscheiden sich in vielen Punkten, die Gesetze und Kategorien der kapitalistischen Wirtschaft, die in der sowjetischen Wirtschaft wirken, treten deshalb nicht in ihrer klassischen Form auf, sondern in besonderer Gestalt, obwohl sie ihrem Inhalt nach vollständig kapitalistisch sind.
Der neue Typ besteht allein im Weg seiner Entstehung, in seiner Rolle und seinem Mechanismus, seinem Wesen nach aber ist er Kapitalismus wie in allen kapitalistischen Ländern.
Die sowjetische Wirtschaft entwickelt sich gegenwärtig auf der Grundlage der Gesetze und Kategorien der kapitalistischen Wirtschaft. Die Hauptgesetze, auf deren Basis die gesellschaftliche Produktion «reguliert» wird, sind das Gesetz des kapitalistischen Profits der revisionistischen Bourgeoisie und das Wertgesetz.
In Übereinstimmung mit diesen Gesetzen halten solche Kategorien wie Ware, Profit, Markt, Rentabilität usw. den gesamten Mechanismus der Leitung der Betriebe in Bewegung. Charakteristisch für die Sowjetwirtschaft ist die Warenproduktion auf kapitalistischer Grundlage. Die Beziehungen zwischen den Betrieben laufen über den Markt. Die Warenproduktion erfolgt im allgemeinen in Form des freien Verkaufs und zum Zweck des Profits. Die Produktionsmittel sind frei käuflich und verkäuflich, sie sind vollständig zur Ware geworden. Ebenso hat sich die Arbeitskraft in eine Ware verwandelt. Unter diesen Umständen, da die Warenwirtschaft herrscht und die Arbeitskraft zur Ware geworden ist, das heisst, da die Produzenten über keine Produktionsmittel verfügen, ist, wie W. I. Lenin betont, die Wirtschaft eine bürgerliche Wirtschaft, sie steht und entwickelt sich auf den Geleisen der bürgerlichen Wirtschaft.
Die Sowjetrevisionisten erklären, das staatliche Eigentum habe in der Sowjetunion gesellschaftlichen Charakter. Es versteht sich, dass sie aus Gründen der Demagogie nicht auf die marxistisch-leninistische Phraseologie verzichten. Doch dies ändert nichts am Inhalt der Dinge und Phänomene. Denn es geht, wie Karl Marx betont hat, nicht darum, wer der nominelle Eigentümer des staatlichen Betriebs ist, sondern darum, wer aus diesem Eigentum Gewinne zieht. Wie kann ein Eigentum sozialistisch sein, das auf dem Gebiet der Verteilung der materiellen Güter einen sehr grossen Unterschied zwischen den verschiedenen Klassen und Schichten der Gesellschaft aufrechterhält und diese Ungleichheit von Tag zu Tag vertieft? Kann ein Eigentum sozialistisch sein, wenn die Angehörigen der Klasse der revisionistischen Bourgeoisie, die Betriebsleiter usw. das Recht haben, die Arbeiter, den Umfang des Profits, den sie selbst einstecken, nach Belieben festzulegen, wenn sie das Recht haben, die Produktionsmittel ungehindert zu
verkaufen, das freie Spiel der Preise und der kapitalistischen Beziehungen zu den anderen monopolistischen Betrieben zu betreiben usw. Es ist selbstverständlich, dass ein solches Eigentum nur noch aus Gründen der Demagogie den Namen «sozialistisch»-beibehalten hat.
Dass in der Sowjetunion das Eigentum in der Form des staatlichen Eigentums auftritt, schliesst nicht nur die Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die revisionistische Bourgeoisie keineswegs aus, es vertieft diese Ausbeutung im Gegenteil noch weiter. «Der heutige Sowjetstaat»-, hat Genosse Enver Hoxha gesagt, «verwaltet als kollektiver Kapitalist die Produktionsmittel im Namen und im Interesse der neuen Sowjetbourgeoisie. Das sozialistische gemeinsame Eigentum verwandelte sich in einen Staatskapitalismus neuen Typs.» (Enver Hoxha, Bericht an den 6. Parteitag der PAA, S. 229, alb. Ausgabe).
Eines der hauptsächlichen Kennzeichen des kapitalistischen Eigentums in diesen Ländern ist es, dass die Hauptproduktionsmittel Kollektiveigentum der gesamten Klasse der neuen revisionistischen Kapitalisten sind und von ihr für ihre eigenen Interessen genutzt werden, wobei die Arbeiterklasse ausgebeutet wird. Deshalb muss die Verwandlung des sozialistischen Eigentums in den revisionistischen Ländern in staatskapitalistisches Eigentum neuen Typs in erster Linie im Charakter der realen ökonomischen Beziehungen gesucht werden, im Ziel seiner Anwendung und in den ökonomischen Kategorien, die sein Wesen widerspiegeln. Tatsächlich wurden in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern auch die Gesetze und juristischen Normen geändert, in Widerspiegelung dieser kapitalistischen Umwandlung, unabhängig davon, dass demagogischerweise einige alte juristische Ausdrücke beibehalten werden. Die Entartung des Eigentums in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern kann infolge zahlreicher politischer, wirtschaftlicher, historischer und psychologischer Faktoren und Umstände nicht als Aufsplitterung des Eigentums in der klassischen Form erfolgen, indem das Eigentum zur Verfügung an einzelne Kapitalisten übergeht. Dies geschah im Gegenteil dadurch, dass das sozialistische Eigentum in staatskapitalistisches Eigentum verwandelt und der der Verfügungsgewalt der neuen revisionistischen Bourgeoisie unterstellt wurde.

Für die Arbeiterklasse ist es letzten Endes unwichtig, ob sich das Eigentum in den Händen einzelner Kapitalisten oder des vereinten Kapitals in Form staatlicher Monopole befindet. Im einen wie im anderen Fall gibt es Ausbeutung, sei es nun die individuelle kapitalistische Ausbeutung oder die kollektive kapitalistische Ausbeutung.

Die marxistisch-leninistische Theorie lehrt uns, dass das «Kapital nichts ist ohne die Lohnarbeit, ohne den Wert, ohne das Geld, ohne die Preise usw.» Die Analyse der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern kann daher nicht losgelöst von der Analyse der ökonomischen Gesetze und Kategorien erfolgen, auf denen die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse in diesen Ländern aufgebaut sind. In seinem Werk «Das Kapital» unterzieht Marx das Wesen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse einer Analyse und betont, dass diese Verhältnisse zwei spezifische Merkmale aufweisen: in erster Linie die Entwicklung der Ware-Geld-Beziehungen im Höchstmass, wobei auch die Arbeitskraft zur Ware wird, und zweitens, den Mehrwert als das grundlegende und unmittelbare Ziel der Produktion. Diese beiden Merkmale der kapitalistischen Wirtschaft bestehen wesentlich in allen Aspekten der Eigentumsverhältnisse in diesen Ländern und sind in allen Richtungen ihrer allseitigen Entartung verkörpert.
Der Charakter und der Inhalt des Eigentums hängen letzten Endes von der Natur und dem Charakter des Staates ab. Diejenigen, die die Staatsmaschine in der Hand haben, verfügen auch über die Hauptproduktionsmittel, und sie bedienen sich der Staatsmaschine als mächtiger Waffe zur Bewahrung und Konsolidierung ihrer ökonomischen Basis und zur Erhöhung ihrer kapitalistischen Reichtümer und Profite. Im Zusammenhang mit dieser Frage betonte K. Marx, dass, solange die reichen Klassen an der Macht bleiben, jede Verstaatlichung nicht die Beseitigung der Ausbeutung bedeutet, sondern nur die Änderung ihrer Form. Formal und nach aussen hin wird das staatliche Eigentum in der Sowjetunion als «sozialistisch»- bezeichnet, doch in Wirklichkeit hat es ganz und gar nichts sozialistisches an sich, weder dem Inhalt noch der Form nach. Das einstmals sozialistische Eigentum ist von der neuen Sowjetbourgeoisie übernommen worden, die dieses Eigentum als Mittel der Bereicherung und zum kapitalistischen Profit benutzt, indem sie sich den von der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen geschaffenen Mehrwert aneignet.
In diesen Ländern haben die Wirtschaftsbetriebe unbegrenzte Handlungsfreiheit auf dem Gebiet der Produktion, der Verteilung, der Akkumulation, der Kapitalinvestitionen und der Verwendung der Grundfonds. Die Kompetenzen, die den Leitern der Wirtschaftsverbände, der Industrie-Agrar-Komplexe und der Betriebe bei der Verwendung und Verwaltung der Produktionsmittel bis zu ihrem Verkauf eingeräumt werden, die Kompetenzen auf dem Gebiet der Beziehungen des Austauschs und der Verteilung der Produkte, nämlich diese gemäss ihren eigenen engen Interessen zu verkaufen, um soviel wie möglich Einnahmen und Gewinne anzuhäufen, zeigen klar die tiefgehende. Dezentralisierung der Wirtschaft und ihren vollständig kapitalistischen Charakter.
Die Sowjetrevisionisten haben schon seit geraumer Zeit Betriebsverbände nach dem Muster der kapitalistischen Monopole geschaffen, und zwar sowohl innerhalb der Sowjetunion als auch mit anderen revisionistischen Staaten; sie eignen sich dadurch auch einen Teil des von der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen dieser Länder geschaffenen Mehrwerts an. Solche Verbände in Form von Trusts wurden in vielen Produktionszweigen geschaffen, in der Industrie, im Handel, im Verkehrswesen, in der erzfördernden und erzverarbeitenden Industrie, im Dienstleistungsbereich usw. Parallel dazu wurden auch Industrie-Agrar-Komplexe kapitalistischen Typs geschaffen. All diese Formen kapitalistischer Trusts und Komplexe schlucken viele kleine und mittlere kapitalistische Betriebe, die dem Konkurrenzkampf nicht standhalten können. Weil sie diesem Kampf nicht gewachsen sind, gehen sie entweder in den Verbänden monopolistischen Typs auf oder werden ruiniert.
Auf dem Land herrscht ausser dem kapitalistischen Kolchoseigentum, das dem Inhalt nach dieselben Merkmale und Auswirkungen aufzuweisen hat wie das Eigentum der Agrarkapitalisten in der Landwirtschaft der westeuropäischen Länder, in breitem Massstab auch das Kulakeneigentum an dem Boden und den anderen Produktionsmitteln, das Eigentum des Kolchoshofes usw.
Der Kolchoshof hat eine übergewichtige Entwicklung genommen und sich schon seit geraumer Zeit in den sozialökonomischen Nährboden verwandelt, der ununterbrochen kapitalistische Elemente hervorbringt. Die sowjetrevisionistische Presse schrieb vor kurzem, dass «die Beseitigung der Beschränkungen für die persönliche (Wirtschaft der Kolchosbauern, der Arbeiter und Angestellten einen Produktionszuwachs mit sich brachte und folgerichtig auch eine Zunahme des Verkaufs landwirtschaftlicher Produkte auf dem Markt». Nach Eingeständnissen der Presse ist die Fläche der Kolchoshöfe in 10 Jahren auf das Doppelte angewachsen. Im Jahr 1976 kam aus diesen Höfen eine Produktion von über 12 Millionen Tonnen Getreide. Im nationalen Massstab haben sie ein bedeutendes Gewicht, konkret: auf sie entfallen 64 Prozent der Kartoffelproduktion, 42 Prozent der Fleischproduktion, über 40 Prozent der Milchproduktion, 65 Prozent der Eierproduktion, 20 Prozent der Produktion von Wolle usw. Seit 1965 befasst sich ein Drittel der in der sowjetischen Landwirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte unmittelbar mit der Hofwirtschaft. Ausserdem wenden die Kolchosmitglieder ein Drittel der Arbeitszeit für die Hofwirtschaft auf. Annähernde Berechnungen ergeben, dass die Fläche dieser Wirtschaften in der Sowjetunion 7,5 Millionen Hektar Land entspricht.
Die Verwandlung des Charakters des Eigentums und damit auch der Arbeitskraft in Ware, die allseitige Ausweitung der Ware-Geld-Beziehungen, die Tatsache, dass in den revisionistischen Ländern die Wirtschaft auf die Grundlage der Kategorien der kapitalistischen Wirtschaft gestellt wurden, all das findet seinen klaren und konkreten, konzentrierten Ausdruck in der Veränderung des Ziels der gesellschaftlichen Produktion. In den revisionistischen Ländern ist genau wie in den kapitalistischen Ländern, das einzige Ziel der Produktion, aus der Ausbeutung der werktätigen Massen, die der Produktionsmittel beraubt sind, im Interesse der revisionistischen kapitalistischen Bourgeoisie Maximalprofite herauszuholen.
Auf dem 5. Parteitag der PAA sprach Genosse Enver Hoxha über diese Prozesse in den revisionistischen Ländern und betonte, dass die Revisionisten «den Gewinn zum einzigen und absoluten Tätigkeitsziel der Unternehmen und zur hauptsächlichen Triebkraft der Produktion erklären» (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, S. 110).
Eines der wichtigsten Elemente im Gesamtprozess der Erweiterung und Vertiefung des kapitalistischen Charakters der Produktionsverhältnisse ist. die Verwandlung der Arbeitskraft in Ware. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass der Kapitalismus das Entwicklungsstadium der Warenproduktion ist, wo auch die Arbeitskraft zur Ware wird. Gerade weil jetzt in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern dieser Prozess der Verwandlung der Arbeitskraft in Ware völlig abgeschlossen ist, versteht es sich, dass wir es hier mit einer Wirtschaft zu tun haben, bei der die kapitalistischen Gesetze und Kategorien durch alle Poren eingedrungen sind.
Bekanntlich wirken die Wirtschaftsgesetze durch die Tätigkeit der Menschen. In der kapitalistischen Wirtschaft der Sowjetunion und der anderen revisionistischen Länder lässt sich die gesamte Tätigkeit der bürgerlich-revisionistischen Klasse vom Grundsatz leiten, Maximalprofite herauszuholen. Alle Entscheidungen im Zusammenhang mit den Investitionen, der Leitung der Produktion, Einstellungen usw. werden getroffen, einfach und allein vom Prinzip ausgehend, auf jede Weise und auf jedem Weg den Maximalprofit zu garantieren. Die hauptsächlichen Beziehungen jedes kapitalistischen Betriebs zum Staat, zum Haushalt, zu den Banken usw. werden ausgehend hauptsächlich vom Profit verwirklicht. Selbstverständlich bemüht sich die revisionistische Bourgeoisie aller Ebenen auf jede Art darum, die Maximalprofite zu erhöhen, indem sie den Grad der Ausbeutung der Arbeiterklasse und der übrigen werktätigen Massen steigert.

Die Verabsolutierung des materiellen Anreizes parallel zur allseitigen Wiederherstellung der kapitalistischen Gesetze und Kategorien der Warenproduktion, wie Produktionspreise und Durchschnittsprofite, das Interesse am Kapital usw., sind ein klarer Ausdruck des kapitalistischen Charakters des Eigentums in der Sowjetunion und in den übrigen revisionistischen Ländern. Als Folge davon herrscht überall das Gesetz der Konkurrenz und der Anarchie in der Produktion. Diese kapitalistischen Umwandlungen gehen sehr klar auch aus der Analyse der konkreten Daten der sowjetischen kapitalistischen Wirtschaft über die Rate des kapitalistischen Profits und die Mehrwertrate hervor.
In den letzten Jahren erhöhte sich als Ergebnis der verstärkten Ausbeutung der Arbeiterklasse und der Werktätigen im allgemeinen der Profit der Bourgeoisie. So belief sich die Profitrate der sowjetischen kapitalistischen Industrie im Jahr 1976 auf 36 Prozent gegenüber 27,3 Prozent im Jahr 1971. In der sowjetischen Presse wurde die Tatsache zugegeben, dass im Zeitraum von 1971 bis 1975 ein Gewinn von 500 Milliarden Rubel oder das Eineinhalbfache wie im Zeitraum von 1966 bis 1970 gesichert wurde.
In den sowjetischen Betrieben werden täglich durch die verstärkte Arbeitshetze, die zum Ziel hat, die kapitalistischen Produktionskosten zu verringern und die Gewinne zu erhöhen, Tausende von Arbeitern auf die Strasse geworfen. So ist die Arbeitslosigkeit eine weitere schwere Last, die auf dem Rücken der werktätigen Massen liegt. Obwohl die sowjetischen offiziellen Organe behaupten, in der Sowjetunion gebe es keine Arbeitslosen, ist es tatsächlich so, dass sich diese Geißel jedes kapitalistischen Regimes, mit einigen Besonderheiten, hauptsächlich als versteckte Arbeitslosigkeit, auch in diesem Land zeigt. Die sowjetrevisionistische Presse selbst hat zugegeben, dass etwa 6 Millionen arbeitsfähige Menschen in keinem Arbeitsverhältnis stehen, dass Millionen anderer nur 120-180 Tage im Jahr arbeiten, dass jedes Jahr 10 Prozent der Frauen die Betriebe verlassen usw. Inzwischen verlieren Hunderttausende von Werktätigen viel Zeit dadurch, dass sie gezwungen sind, von einem Betrieb zum anderen zu ziehen, um einen Arbeitsplatz zu finden. Laut «Prawda» verlieren die «Wanderer», wie sie diese Menschen nennt, jährlich etwa 70 Millionen Arbeitstage in der Industrie, 20 Millionen Arbeitstage in der Landwirtschaft und 5 Millionen Arbeitstage im Verkehrswesen.

Die Entartung der Eigentumsverhältnisse in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern war begleitet von der Entartung der Verhältnisse der Verteilung, des Austauschs und der Leitung. Diese Entartung von Elementen der Produktionsverhältnisse war ein komplexer, komplizierter Prozess mit wechselseitigen Verbindungen und Einflüssen.
Der Prozess der Wiederherstellung der kapitalistischen Verteilungsverhältnisse wird durch zwei Hauptmomente charakterisiert: die der Produktionsmittel entkleidete Arbeiterklasse begann bei der Verteilung der Einnahmen nur den Gegenwert ihrer Arbeitskraft in Form des kapitalistischen Lohns zu erhalten, während sich die neue revisionistische Bourgeoisie den anderen Teil des neugeschaffenen Werts in Form des Mehrwerts aneignete.
Der Mehrwert, den sich die sowjetische Bourgeoisie aneignet, nimmt verschiedene Formen an. Einen grossen Teil dieses Mehrwerts verwandelt diese Bourgeoisie selbst, die kollektiv über die Produktionsmittel verfügt, in Kapital in der Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Über diesen Teil, wie über die Produktionsmittel, verfügt sie als Klasse und eignet sie sich so an. Einen anderen Teil des Mehrwerts verteilt sie individuell unter die Angehörigen ihrer Klasse in Form fetter Gehälter und vieler Prämien, die für die neuen sowjetischen Manager bestimmt sind und die von Tag zu Tag wachsen.
Es reicht, den zweiten Teil des Mehrwerts, den sich die Angehörigen der sowjetischen Bourgeoisie in Form von «Gehältern und Prämien» aneignen, mit dem Lohn eines einfachen Arbeiters zu vergleichen, um den ausbeuterischen Charakter der kapitalistischen Verteilungsverhältnisse in der Sowjetunion und den anderen Ländern, in denen die Macht von den revisionistischen Cliquen usurpiert worden ist, zu begreifen. Die Gehälter und die Prämien für die hohen sowjetischen Manager (von der Elite in Partei, Staat, Armee, KBG, Wissenschaft, ganz zu schweigen) sind heute 15-20mal so hoch wie der Lohn eines einfachen Arbeiters.
Das ganze in den revisionistischen Ländern herrschende Verteilungssystem, die. grosse Zahl zusätzlicher Prämien, die in vielen Fällen, unter dem Etikett der «Anerkennung besonderer Verdienste bei der Leitung», unbeschränkt sind, dienen zur individuellen Aneignung eines Teils der durch die unbezahlte Arbeit der Lohnarbeiter in diesen Ländern produzierten Mehrwerts durch die neuen Bourgeois. Der Grad der Ausbeutung der Arbeiter in jeder kapitalistischen Wirtschaft wird an der Mehrwertrate gemessen, die das Verhältnis des Mehrwerts zum variablen Kapital darstellt. In den Statistiken der revisionistischen Länder wird auch in diesem Bereich die Grösse des variablen Kapitals dadurch verfälscht, dass auch die Gehälter eines Teils der neuen sowjetischen Bourgeois einbezogen werden, die sich bekanntlich einen Teil des Mehrwerts unmittelbar aneignen. Doch auch aus diesen «frisierten» Daten aus den Statistiken der Sowjetunion und der anderen revisionistischen Länder geht hervor, dass die Ausbeutungsrate der Arbeiterklasse allein in der Sowjetunion 1975 um 25 Prozent höher lag als 1960.
Genosse Enver Hoxha lehrt uns, dass, ebenso wie das Privateigentum, das täglich und stündlich den Kapitalismus hervorbringt, auch die „fetten Gehälter“ den Wunsch wachrufen, grosse Profite zu schaffen, ob auf regulärem oder irregulärem Weg, sie wecken den Wunsch danach, auf bürgerlicher Weise zu leben, zu essen und sich zu kleiden. Gerade dieses Phänomen trat in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern auf, wo durch die Ausweitung des «bürgerlichen Rechts» die kapitalistischen Verteilungsverhältnisse wiederhergestellt wurden, wo heute die neuen sowjetischen Bourgeois über ein privates Geldkapital von rund 90 Milliarden Rubeln verfügen, dessen Zinsen allein ihnen jährlich 3-4 Milliarden Rubel einbringen. (Planovoje hozjaistwo, Nr. 7 1976, S. 124)
Es sei unterstrichen, dass die Entartung der Verteilungsverhältnisse in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern durch eine masslose Gaukelei mit der angeblich unbedingten Notwendigkeit erfolgte, den materiellen Anreiz zu verstärken, wobei tausendfach Spekulationen und Fälschungen betrieben wurden. Die Revisionisten machten einen grossen Rummel um den materiellen Anreiz und weiteten dabei unbegrenzt das «bürgerliche Recht» aus, das im Sozialismus noch besteht, wobei sie grosse quantitative Veränderungen auf diesem Gebiet vollzogen. So haben sie, anstatt wie Lenin anwies, das «bürgerliche Recht» in der Verteilung einzuschränken, durch die Ausweitung und Anhebung des grossen Umfangs des materiellen Anreizes das Recht der bürgerlichen Ausbeutung, das Luxusleben der neuen sowjetischen Bourgeoisie völlig wiederhergestellt. Und zu einer Zeit, da der Gewinn und die Zahl der neuen bürgerlichen Elemente sich vervielfachen, konsumiert der normale sowjetische Bürger durchschnittlich weniger als das notwendige Mass: an Fleisch und Fleischprodukten 29,5 Prozent, an Gemüse 40,4 Prozent, an Baumwolltextilien 30 Prozent, an Wolltextilien 30,5 Prozent, an Wirkwaren 50 Prozent, usw usf. («Ekonomi-tscheskie nauki», Nr. 10, 1976, S. 76). Das ist der Mangel einer mittleren sowjetischen Familie, von den realen Mängeln der übrigen Masse der Arbeiter und Bauern, die niedriger bezahlt werden, die den Grossteil der Bevölkerung ausmachen und deren Leben viel schwerer ist, gar nicht zu reden.
Parallel zur Entartung der Verteilungsverhältnisse vollzog sich in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern auch der Prozess der Entartung der Austauschverhältnisse und der Leitungsverhältnisse.
Die Entartung der Austauschverhältnisse in den revisionistischen Ländern hängt mit dem gesamten Prozess der Entartung der Ware-Geld-Beziehungen zusammen. In den Bereich des Warenaustausches wurden für den Kapitalismus charakteristische Waren einbezogen, wie die Arbeitskraft und die Produktionsmittel. Gleichzeitig wurden auf dem Gebiet der Austauschverhältnisse alle kapitalistischen Kategorien wiederhergestellt, so: die Herrschaft der Anarchie und der Konkurrenz des Marktes über die Produktion, die Einführung des Austauschs gemäss den Produktionspreisen, die Dezentralisierung und das freie Spiel der Preise, die Vertiefung des ungleichen Austauschs, die Ausweitung und Liberalisierung des Austauschs mit der übrigen kapitalistischen Welt usw.
Der ungleiche Warenaustausch macht sich besonders in den Austauschbeziehungen der Sowjetunion mit den Va-sallenländern bemerkbar. Mit dieser Methode beutet der russische Sozialimperialismus die werktätigen Massen dieser Länder aus. Nach Daten aus dem Jahr 1975 stellt sich allein das Defizit der osteuropäischen Länder im Handelsaustausch mit der Sowjetunion, in Millionen Dollar; wie folgt dar:
Ostdeutschland 450, Tschechoslowakei 171, Polen 55, Bulgarien 170 und Ungarn 56. Diese Defizite in der Bilanz des Handelsaustauschs dieser Länder mit der Sowjetunion sind ein konkreter Anzeiger der neokolonialistischen Politik der sowjetischen Sozialimperialisten. Sie sprechen eindeutig für den diskriminierenden Charakter der mehrjährigen Handelsprotokolle, die Moskau den anderen Ländern aufzwingt, um sie auszuplündern.
Eine wichtige Rolle bei der Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern spielten die konterrevolutionären Massnahmen der revisionistischen Führer zur Entartung der sozialistischen Leitungsverhältnisse.
Die sozialistische Wirtschaft kann ohne ihre einheitliche und zentralisierte Leitung, ohne ihre harmonische Entwicklung mit Hilfe eines einheitlichen Staatsplans, ohne die breite Teilnahme der werktätigen Massen, in erster Linie der Arbeiterklasse, an der Leitung des Landes, ohne den Kampf gegen die Erscheinungen des Bürokratismus und Liberalismus nicht existieren und sich nicht entwickeln. Die revisionistischen Verräter haben parallel zur Entartung der Eigentumsverhältnisse, der Verteilungs- und der Austauschverhältnisse auch diese Grundprinzipien der Leitung der Sozialistischen Wirtschaft zerstört, indem sie bewirkten, dass auch die Leitungsverhältnisse zu kapitalistischen Leitungsverhältnissen entarteten.
«Die verschiedenen Formen der Organisierung und Verwaltung der Wirtschaft gemäss kapitalistischen Formen»,
betont Genosse Enver Hoxha, «haben in der Sowjetunion eine Situation genau wie in Titos Jugoslawien geschaffen. (Enver Hoxha, Berichte und Reden, 1967-1968, S. 299)
Der Verzicht auf die zentralisierte und planmässige Leitung der Wirtschaft, die Gewährung der vollständigen Autonomie für die Wirtschaftsbetriebe durch die sogenannte wirtschaftliche Rechnungsführung, die Leitung der Wirtschaft gemäss einer anarchistischen Dezentralisierung, wo die kapitalistischen Triebkräfte des Marktes vorherrschen und entscheiden, und andere Massnahmen dieser Art führten zur vollständigen Entartung der sozialistischen Leitungsverhältnisse zu kapitalistischen Verhältnissen.
Die gesamte Aktivität der Betriebe in den revisionistischen Ländern wird nach einem Kennwert beurteilt, nach der sogenannten Rentabilität gegenüber den Grundfonds, das heisst tatsächlich der Rentabilität, gegenüber dem Kapital. Die fetten Prämien der neuen Manager in diesen Ländern hängen nur von der Rentabilität gegenüber den Grundfonds ab. Das geben die Sowjetrevisionisten selbst offen zu, wenn sie sagen: Das neue Prämiensystem hat als Grundprinzip die Festlegung der Prämien nach dem realisierten Gewinn. Der Gewinn stellt die Grundlage der Berechnung des Prämienfonds sowie die Hauptquelle seiner Finanzierung dar.
Der Regulator der Produktion in der Sowjetunion und in den übrigen revisionistischen Ländern ist allein das Wertgesetz und die Spontaneität des Marktes. Ein weiterer Gradmesser zur Beurteilung der Arbeit in den Betrieben ist das Verkaufsvolumen. Dieses wird durch die Konjunktur des Marktes bestimmt. So ist es tatsächlich gerade die Spontaneität des Marktes, die die Produktion reguliert. Die Verteilung der Investitionen in der Sowjetunion erfolgt nach dem sogenannten Normierungskoeffizienten der Kapitalinvestitionen, der in Wirklichkeit die durchschnittliche Profitrate darstellt.
Daneben wirkt in der gesamten sowjetischen Wirtschaft die Kategorie des kapitalistischen Produktionspreises, für den die Revisionisten mit tausenderlei Tricks «sozialistische» Bezeichnungen und Rechtfertigungen finden. Durch die Dezentralisierung der Preise, die von den Betrieben selbst festgelegt werden, durch die «abgestuften Preise» usw. wirkt in der Tat vollkommen, in verschiedenen Formen, das freie Spiel der Preise. In der gesamten Sowjetwirtschaft wurde die kapitalistische Kategorie des Interesses am Kapital eingeführt.
In den Wirtschaftsbetrieben in der Sowjetunion werden die Grosshandelspreise so festgelegt, dass in erster Linie der Profit der Betriebe in vollständiger Selbständigkeit garantiert ist. Als Grundlage dazu dient das kapitalistische Schema des Preisaufbaus der Produktionspreise. Der Preis einer Ware errechnet sich also wie folgt: den laufendenden Ausgaben (Kostpreis) wird die durchschnittliche Rentabilität hinzugerechnet (berechnet nach den Grundfonds der Produktion und nicht nach den Kosten), das heisst, nach der Formel C + V + P, und das ist tatsächlich die Formel des Durchschnittspreises der kapitalistischen Produktion, wonach gleichgrosse Kapitalauslagen gleichgrosse Gewinne verlangen. Entstanden auf der Basis der Konkurrenz, vertieft diese Art des Preisaufbaus den Konkurrenzkampf noch mehr, der zwischen den sowjetischen Betrieben immer offener und heftiger stattfindet. Dem sei noch hinzugefügt, dass die Festlegung der Preise zu einem guten Teil der Zuständigkeit der Betriebe selbst überlassen wird, die die Preise in Abhängigkeit von der Konjunktur des Marktes festlegen. Sicherlich gibt es auch zentralisierte Preise, doch auch diese werden auf der Grundlage von Nachfrage und Angebot, auf der Grundlage der Gesetze des kapitalistischen Marktes festgelegt.
Anderseits muss betont werden, dass die Entartung der Leitungsverhältnisse eng mit dem gesamten Prozess der Entartung der leitenden Kader verbunden ist. Die Bürokratisierung und Technokratisierung der Kader, ihre Entkleidung vom revolutionären Geist, ihre Loslösung von den proletarischen Prinzipien und ihre Verwandlung in «Apparatschiks» schufen in der Sowjetunion die soziale Basis, auf die sich die revisionistische Clique stützte und aktuell stützt. Die Entartung der Kader und ihre Verwandlung in allmächtige «Apparatschiks», die Abschaffung der Kontrolle der Arbeiterklasse über ihre Tätigkeit verwandelte die sowjetische Arbeiterklasse von der leitenden Klasse des Landes in eine einfache Produktivkraft, in ein einfaches durchführendes Instrument, das von der neuen revisionistischen Bourgeoisie schonungslos ausgebeutet wird.
Auf diese Weise führt die Entartung aller Elemente der Produktionsverhältnisse - als komplizierter Prozess mit wechselseitigen Einflüssen - zur vollständigen und endgültigen Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion und den anderen revisionistischen Ländern. Genosse Enver Hoxha hat gesagt: „Die modernen Revisionisten haben das sozialistische System in ihren Ländern endgültig zerstört, indem sie es in ein kapitalistisches System verwandelten.“ (Enver Hoxha, Berichte und Reden, 1972-1973, alb. Ausgabe, S. 185)

Die Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion und in den übrigen revisionistischen Ländern ist begleitet von allen negativen Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaft. Mit der forcierten Entwicklung der Kriegswirtschaft fällt in der Sowjetunion ein ausgeprägter Rückgang des ökonomischen Entwicklungstempos auf. In den Jahren 1971-1975 fiel die jährliche Zuwachsrate des Nationaleinkommens gegenüber 1945-1960 um das 2,2-fache, die Industrieproduktion um das Doppelte und die landwirtschaftliche Produktion um das rund 2,7fache. In der Wirtschaft der Sowjetunion und der übrigen revisionistischen Länder sind heute Krisen, chronische Arbeitslosigkeit und Unterauslastung der Produktionskapazitäten alltägliche Erscheinungen.
Der Kampf der einzelnen Betriebe um günstige Bedingungen zur Schaffung von Fonds für zusätzliche materielle Anreize, um günstigere Kredite und Kapitalien, um eine gewinnträchtigere Struktur der Sortimente usw. ist nichts anderes als eine Spielart der Konkurrenz, die in der kapitalistischen Wirtschaft wirkt. Durch die Zusammenlegung einzelner Betriebe, die Verschmelzung und die Umwandlung ihrer Aktivität vertuschen die Sowjetrevisionisten in der Tat die Prozesse des Bankrotts verschiedener kapitalistischer Betriebe, doch dieser Bankrott existiert in Wirklichkeit dennoch. Gerade genug sowjetische Betriebe sind mittlerweile in den Zustand der Zahlungsunfähigkeit geraten. Im Zeitraum von 1965 bis 1975 wuchsen die nicht fristgemäss getilgten Schulden der Betriebe bei den Banken auf das 2,5 fache an. Die Überschreitungen der Zahlungsfristen durch die sowjetischen Betriebe stiegen im Zeitraum von 1965 bis 1975 um 28 Prozent, während die Gesamtsumme aller nicht fristgemäss getilgten Verpflichtungen um 78 Prozent stieg.
Jetzt, da die vollständige Restaurierung des Kapitalismus in der Sowjetunion völlig abgeschlossen ist, hat sich jene für jede kapitalistische Wirtschaft charakteristische Erscheinung ergeben, konkret: das Anwachsen der Höchstprofite der kapitalistischen Klasse und realer Rückgang der ökonomischen Effektivität der gesellschaftlichen Produktion im Rahmen der gesamten Gesellschaft (gemessen am Index des Nationaleinkommens). Wie berechnet wurde, sank die Effektivität der gesellschaftlichen Produktion in der Sowjetunion um 8,4 Prozent, allein in der Industrie um 5,5 Prozent.
Unsere Partei und Genosse Enver Hoxha haben aufgrund der Analyse des Verrats der Revisionisten der Sowjetunion und der übrigen revisionistischen Länder als erste die Wiederherstellung des Kapitalismus in diesen Ländern vorausgesagt. Unsere Partei, die konsequent ihren stets korrekten marxistisch-leninistischen Weg verfolgt, hat zugleich die Massnahmen zur allseitigen Revolutionierung des Lebens in unserem Lande vertieft.
„Das sozialistische Albanien“, betonte Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA, «liefert ein grosses Beispiel, das zeigt, dass die Entstehung des Revisionismus und die Rückentwicklung zum Kapitalismus nicht ein unausweichliches Schicksal ist, wie die bürgerlichen Ideologen die Sache hinzustellen versuchen. Es zeugt von der Lebenskraft des Sozialismus, der unbezwingbaren Kraft der Ideen des Marxismus-Leninismus, die konsequent angewandt, die Sache der Revolution und der Diktatur des Proletariats sicher vorantreiben. Dieses Problem richtig zu begreifen, es dialektisch zu betrachten, ist von grosser und grundsätzlicher Bedeutung und hängt direkt mit den Geschicken des Sozialismus zusammen.» (Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 114, dt. Ausgabe).