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DIE PROLETARISCHE PARTEILICHKEIT UND EINIGE IHRER ASPEKTE IN DER ENTWICKLUNG DES KLASSENKAMPFES

DRITERO AGOLLI - Vorsitzender des Schriftsteller- und Künstlerverbandes der SVRA

Unter den gegenwärtigen Bedingungen des Klassenkampfes ist die Gewährleistung der führenden Rolle der Partei in der Kunst eine der Grundforderungen zur Verwirklichung der proletarischen Parteilichkeit. Das Prinzip der Führung der Partei in der Kunst, als wesentliches Moment der proletarischen Parteilichkeit, steht heute im Mittelpunkt der Angriffe der bürgerlichen und revisionistischen Theorien und aller anderen opportunistischen Strömungen

DER MARXISMUS-LENINISMUS HAT SEIT LANGEM KLARGESTELLT, DASS DIE WIDERSPIEGELUNG DES LEBENS IN DER KUNST ABHÄNGIG IST VON DEN INTERESSEN BESTIMMTER KLASSEN UND VOM CHARAKTER DER IN DER GESELLSCHAFT HERRSCHENDEN IDEOLOGIE. DER KLASSENCHARAKTER DER KUNST - DAS HAT AUCH DIE VIELJÄHRIGE ERFAHRUNG UNSERER PARTEI BEWIESEN - KOMMT IN OFFENSICHTLICHER UND VOLLSTÄNDIGER WEISE UNTER DEN BEDINGUNGEN DER FORTWÄHRENDEN ENTWICKLUNG DES KLASSENKAMPFES ZUM VORSCHEIN. UNTER DIESEN BEDINGUNGEN GEWINNT DER IDEOLOGISCHE KAMPF, DEN WIR IM BEREICH DER KUNST FÜHREN, EINE BESONDERE SCHÄRFE UND ER SPIELT EINE ENTSCHEIDENDE ROLLE BEI DER WEITERENTWICKLUNG DER KUNST.

Diesen Kampf in richtiger Weise zu führen, das hängt zusammen mit dem Schicksal der Literatur und Kunst, mit dem Weg, den der gesamte aktuelle Schaffensprozess nimmt, gegenwärtig und in Zukunft. Bei diesem Kampf geht es nicht einfach darum, einige Unzulänglichkeiten auszumerzen, die hin und wieder im Prozess des Schaffens zutagetreten und mit denen wir uns nicht abfinden, da dies nicht unserem geformten ästhetischen Geschmack entspricht. Dieser Kampf hat ideologischen Charakter. Unseren Kampf gegen die fremden bürgerlichen und revisionistischen Einflüsse, die sich vor dem 4. Plenum des Zentralkomitees der Partei auf der Szene der Literatur und Kunst als Auswirkung des brutalen imperialistisch-revisionistischen Drucks vollkommen offen zeigten, kann man nicht vereinfacht als das Bemühen erklären, uns von einigen Wertvorstellungen zu befreien, die uns nicht zusagten, sondern er muss verstanden werden als ein prinzipienfester Kampf, der die Wurzeln dieser Erscheinungen vernichten musste, in deren modernistischem Wesen sich eine ganze bewusste und ausgearbeitete Klassenideologie ausdrückte, eine ganze reaktionäre Ideologie mit wohlbedachten und langfristigen Zielen. Die Vertreter und Agitatoren dieser Ideologie waren bemüht, sich die Waffe der Kunst zu eigen zu machen und sie zu benutzen, um ihre finsteren Wünsche und Absichten gegen den Sozialismus zu verwirklichen.
Der 7. Parteitag der PAA verallgemeinerte zum einen die reichen Erfahrungen der Entwicklung der Kunst und Literatur in den letzten Jahren und zum anderen die Erfahrungen der Führung der Partei auf dem Gebiet des künstlerischen Schaffens. Er zog dabei den Schluss, dass die Verteidigung und fortwährende Festigung der proletarischen Parteilichkeit nicht nur die hauptsächliche Bedingung für alle hervorragenden Werke sind, sondern auch die wesentliche Aufgabe für den weiteren Fortschritt der Kunst bedeuten. Im Prinzip der proletarischen Parteilichkeit finden der Klassencharakter unserer Kunst und ihre Ziele ihre Widerspiegelung, in ihm finden die sozial-ästhetischen Interessen und Ideale der Arbeiterklasse ihren Ausdruck.
Dieses Prinzip versetzt unsere Kunst in die Lage, auf der Parteilinie kämpfen, als starke ideologische Waffe der Arbeiterklasse für den Aufbau des Sozialismus und den endgültigen Sieg der Revolution. Die Umsetzung der proletarischen Parteilichkeit in Kunst und Literatur unter den Bedingungen des sich entwickelnden Klassenkampfes in unserer Gesellschaft hat verschiedene hauptsächliche Aspekte, die unserer Meinung nach eine besondere Bedeutung haben und es deshalb verdienen, behandelt zu werden. Diese Aspekte können in drei Punkten zusammengefasst werden:
1) Das Anwachsen der führenden Rolle der Partei in Literatur und Kunst;
2) die Festigung der proletarischen Parteilichkeit im Literatur- und Kunstschaffen;
3) die Hebung des weltanschaulichen Niveaus des Kunstschaffenden.

1. DIE ERHÖHUNG DER FÜHRENDEN ROLLE DER PARTEI IN LITERATUR UND KUNST

Unter den heutigen Bedingungen der Entwicklung des ideologischen Kampfes in unserem Land gewinnt die Ausrichtung der Kunst mit einem bestimmten Ziel, mit hoher proletarischer Parteilichkeit eine besondere Bedeutung, da diese Ausrichtung aktiv auf das Kunstschaffen einwirken wird. Auf diese Weise werden Literatur und Kunst zum untrennbaren Bestandteil der grossen Sache der Partei, eng verbunden mit den Aufgaben unserer sozialistischen Revolution und voll und ganz im Dienst dieser Revolution. "Die feste Führung durch die Partei", sagt Genosse Enver Hoxha, "hat Kultur und Bildung, Literatur und Kunst verstärkt revolutionär entwickelt und ausgerichtet und ihnen einen tieferen Klasseninhalt, eine grössere erzieherische und mobilisierende Kraft gegeben, hat sie mehr mit dem Volk, mit der Arbeiterklasse und den Genossenschaftsbauern, mit den grossen Aufgaben unserer sozialistischen Revolution verbunden."
Die Partei hat die Kunst mit hoher Konsequenz geleitet, sie hat ihr eine Orientierung gegeben und half ihr in vielen Augenblicken der Wendungen und Auseinandersetzungen, als die künstlerische Praxis komplizierte ideologisch-ästhetische Probleme aufgeworfen hat. Sie enthüllte und kritisierte stets nachdrücklich die einzelnen Ausschweifungen, Verwirrungen und Abweichungen in unserem Kunstschaffen. Dabei verurteilte sie scharf die ideologischen Feinde, die sich bemühten, die Führung der Partei in Literatur und Kunst zu schwächen und fremde modernistische Einflüsse zu fördern. Die parteiliche Führung hat nicht nur für die ideologische Reinheit unserer Kunst gekämpft, sondern regte sie auch dazu an, ihren Inhalt und ihre Form, ihre Arten und Gattungen zu bereichern. So eröffnen sich jedem Schriftsteller und Künstler immer mehr schöpferische Möglichkeiten. Dies liegt daran, dass sie stets die Spezifik des Kunstschaffens berücksichtigte, weil sie zu den Künstlern stets Vertrauen hatte und sie achtete, ihre Arbeit würdigte, dabei aber fremde negative Einflüsse nicht hinnahm.
Die Festigung der proletarischen Parteilichkeit ist nicht nur ein ideologisches, sondern auch ein politisches Problem; sie ist nicht nur ein organisatorisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Es gibt auch viele andere Aspekte. Die proletarische Parteilichkeit schliesst in sich all die vielseitigen Aktivitäten ein, die zur Umsetzung der Linie der Partei und zur Verteidigung der Diktatur des Proletariats auf dem Gebiet der Kunst unternommen werden. Sie - die proletarische Parteilichkeit - ist in den verschiedenen Direktiven und Richtlinien der Partei verkörpert. Dieses Grundprinzip des sozialistischen Realismus steht im Zusammenhang mit der Durchführung vieler Aufgaben: mit der Vertiefung der marxistisch-leninistischen ideologischen Ausrichtung der Literatur und Kunst, mit dem Wirken des Schriftsteller- und Künstlerverbandes und mit der literarischen Presse, mit der Arbeit in den Kunstschulen, mit der Qualifizierung des schaffenden und des leitenden Kaders in den verschiedenen Sektoren des Kunstschaffens, mit der Laienkunstbewegung und mit der gesamten ästhetischen Erziehung in den allgemeinbildenden Schulen. Die Stärkung der proletarischen Parteilichkeit steht im Zusammenhang mit dem vertieften Studium der Ästhetik, aktueller Probleme der Kunst und Literatur zur Entlarvung der modernistischen und revisionistischen Strömungen und schliesslich steht sie im Zusammenhang mit der Arbeit der Parteiorganisationen und der Staatsorgane, die die Kunst- und Kultureinrichtungen leiten. Wenn man vergisst, in einer Einheitsfront für die konsequente Umsetzung der Direktiven und Richtlinien in all diesen Bereichen zu kämpfen, entstehen Missverhältnisse, die die führende Rolle der Partei in einzelnen Gliederungen und Bereichen beeinträchtigen.
Auch die Erhöhung und die Stärkung der führenden Rolle der Partei bei der Umsetzung der proletarischen Parteilichkeit wird manchmal vereinfacht, nur im administrativen Sinne verstanden. In solchen Fällen wird sie nur darin gesehen, dass das Repertoire, die Veröffentlichungen oder die Vorstellungen der Zahl nach sichergestellt werden, man dehnt sie nicht aus auf die grundlegende Orientierung des Inhalts und des künstlerischen Niveaus.
Unter den gegenwärtigen Bedingungen des Klassenkampfes ist die Gewährleistung der führenden Rolle der Partei in der Kunst eine der Grundforderungen zur Verwirklichung der proletarischen Parteilichkeit. Das Prinzip der Führung der Partei in der Kunst, als wesentliches Moment der proletarischen Parteilichkeit, steht heute im Mittelpunkt der Angriffe der bürgerlichen und revisionistischen Theorien und aller anderen opportunistischen Strömungen. Die bürgerlichen und revisionistischen Ideologen und Ästhetiker und alle unsere ideologischen Feinde unterstellen, die Parteilichkeit im Kunstschaffen bedeute ein Erstarren der Kunst, eine Beschränkung der individuellen Ausdrucksmöglichkeiten. Die bürgerlichen und revisionistischen Ideologen kommen immer wieder mit dem bekannten Schlagwort gegen die Leitung der Kunst durch die Partei und posaunen die Freiheit des Künstlers hinaus. All das geschieht unter dem Deckmantel einer über den Klassen stehenden Ideologie. Tatsächlich wird die bürgerliche und revisionistische Kunst von ihrer Ideologie und von der reaktionären Parteilichkeit geleitet, die den Künstler erstickt, ihn vermarktet, und ihm jede Möglichkeit verwehrt, zum Leben des Volkes Zugang zu finden. Die bekannten Revisionisten G. Lukas, E. Fischer und R. Garaudy treten offen gegen das leninistische Prinzip der Parteilichkeit in der Kunst und gegen das leninistische Prinzip der proletarischen Parteilichkeit auf. E. Fischer hat schon vor langem in seinem bekannten Aufsatz "Kunst und ideologischer Überbau"- über den unvermeidlichen "sekulären" Konflikt zwischen der Macht und der -"geistigen Elite", als die er die Künstler bezeichnet, theoretisiert. "Wenn der sozialistische Künstler", schreibt er, "das ZK unterstützt, qualifiziertes Mitglied der Abteilung für Agitation und Propaganda ist, dann wird er schliesslich nicht nur als Künstler degradiert werden, sondern auch ein schlechter Agitator und Propagandist sein. Wenn die Kunst gezwungen ist, sich den Forderungen der jeweiligen taktischen Situation anzupassen, wird sie vom Leben verlassen."
Dieser revisionistische Ideologe bringt die Politik der proletarischen Partei in offenen Konflikt zum Künstler, ob- wohl bekannt ist, dass die Politik die Praxis des Kunstschaffens wappnet, ihr die Orientierung gibt und ihr hilft, das Leben des Volkes wahrheitsgetreu widerzuspiegeln, die Hauptrichtungen s gesellschaftlichen Lebens zu beurteilen und wissenschaftlich z analysieren. Die sowjetrevisionistischen Theoretiker und Wissenschaftler haben begonnen, unverschämt Lenin zu entstellen, bezeichnen ihn als einen Führer "voll Geduld" gegenüber den liberalen und dekadenten Strömungen in der Kunst, behaupten, er sei dafür gewesen, viele Strömungen blühen zu lassen und hätte angeblich die "Toleranz" in der Kunst verstanden. Der revisionistische Schriftsteller O. Litowski schrieb in seinem Buch "So war es", das kürzlich erschienen ist, dass die Politik Lenins auf dem Gebiet der Kunst -"liberal im besten Sinne dieses Wortes" gewesen sei.
Es ist klar, dass der Revisionismus sich nicht schämt, auf zynischste Weise zum Fälscher zu werden, wenn es darum geht, die heiligen Prinzipien der revolutionären Ideologie zu attackieren!
Dadurch, dass in Literatur und Kunst die Führung durch die Partei sichergestellt wird, wird gleichzeitig dafür gekämpft, die proletarische Parteilichkeit in jedem Werk zu stärken und sie gegen die Angriffe der Feinde und Renegaten des Marxismus-Leninismus zu verteidigen.

2. DIE FESTIGUNG DER PROLETARISCHEN PARTEILICHKEIT IM KUNSTSCHAFFEN

Unsere Partei, die die Kunst zum untrennbaren Bestandteil ihrer grossen Sache im scharfen Klassenkampf machte, schuf eine reiche künstlerische Kultur in unserem Land, die mit dem Leben des Volkes, mit seinen Interessen und Träumen eng verbunden ist. Dieser frontale Vormarsch unserer Künste kann nicht stattfinden, wenn nicht die Klassentendenz in der künstlerischen Umsetzung der Thematik und des Problemkreises gefestigt würde, die die revolutionäre Entwicklung unserer Gesellschaft im scharfen Klassenkampf aufwirft, wobei die hohen Ideale bejaht und die alten, hemmenden und fremden, antisozialistischen Vorstellungen abgelehnt werden. Auf dem 7. Parteitag der PAA sagte Genosse Enver Hoxha dazu:
"Das 4. Plenum des Zentralkomitees kritisierte scharf einige schädliche Erscheinungen, die mit Nachahmungen des reaktionären Fremden, mit der falschen Behandlung der Widersprüche in unserer Gesellschaft, mit Theoretisierereien, die das Volkskunstschaffen missachteten, usw. zusammenhingen. Es stellte der ganzen Front der Kultur wichtige Aufgaben. Ihre Erfüllung hat der Entwicklung der Literatur und Kunst, der gesamten kulturellen und künstlerischen Tätigkeit neuen Aufschwung verliehen."

Betrachtet man aber den Prozess des Kunstschaffens im Lichte der Beschlüsse des 7. Parteitages der PAA und der Anforderungen, die im Zuge des Klassenkampfes aus ihrer Mission, die proletarische Parteilichkeit in den Literatur- und Kunstwerken weiter zu festigen, erwachsen, so ergibt sich daraus eine ganze Reihe von neuen Aufgaben, die unter den heutigen Bedingungen besondere Bedeutung erhalten.
Erstens, der Klassenkampf muss Gegenstand der Reflexion, muss ständiges und zentrales Thema unserer Literatur und Kunst sein. Dieses Thema erweitert den Horizont der Kunst, gibt ihr eine unbestreitbare Überlegenheit, denn der Klassenkampf durchdringt alle Gebiete, alle Poren des gesellschaftlichen Lebens. Er zeigt sich in den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen der Menschen, im Kollektiv und in der Familie, in der Stadt und auf dem Land, in den intimen Handlungen und in den moralischen Verhältnissen, in der Schule und in der Produktion, in der Vergangenheit, der Gegenwart und in der Zukunft.
Die Behandlung des Klassenkampfes ist einer der Wege, um die Tendenziosität zu festigen, die Literatur und Kunst mit den Grundproblemen der inneren und internationalen Entwicklung, die die Partei und das Volk bewegen, zu verbinden. Wenn einige Werke wie "Der grosse Winter" von I. Kadare, "Die Moskauer Beratung" von G. Madhi, "Die Auseinandersetzung" von T. Lago, "Das Mädchen aus den Bergen" von N. Zoraqi, "Sturz der Götzen" von S. Drini, "Die Gnädigste" von K. Kristo und viele Filme der letzten Jahre ein positives Echo bei den Lesern und den Zuschauern fanden, so ist das nicht nur auf die Meisterschaft der Künstler zurückzuführen, sondern auch darauf, dass sie Probleme unserer Gesellschaft und die politische Linie der Partei mit Klassentendenziosität behandeln. Wir haben auch viele Werke, die die Realität im Prisma der Entwicklung des Klassenkampfes widerspiegeln. Es ist aber unbedingt notwendig, dass auf diesem Gebiet mehr getan wird. Die Widerspiegelung des Klassenkampfes in Literatur und Kunst ist eines der wichtigsten Probleme unseres Kunstschaffens, da es doch auch mit vielen anderen Fragen zusammenhängt, wie dem richtigen Verständnis und der richtigen Lösung der Widersprüche in unserer Gesellschaft, der tiefgehenden Erkenntnis des Typischen und des Individuellen, dem Verhältnis von Held und Masse, dem ästhetischen und gesellschaftlichen Ideal, der klassenmässigen Haltung zur Tradition und deren Beziehungen zum Neuerertum und vielem anderen. Die tiefe marxistisch-leninistische Erkenntnis der Entwicklung des Klassenkampfes in unserer Gesellschaft hilft dem Künstler in wissenschaftlicher Weise die Grundtendenzen der Entwicklung unserer Revolution zu erfassen. Von den Schriftstellern und Künstlern, sagte Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA, "wird verlangt, dass sie in ihren Werken die grundlegenden Entwicklungsprozesse und -tendenzen unserer Revolution, die Widersprüche des Lebens richtig widerspiegeln und bei deren Behandlung jede Erscheinung des Formalismus und Schematismus bekämpfen und die Methode des sozialistischen Realismus, auf der die proletarische Kunst, der die Zukunft gehört, beruht, treu und schöpferisch anwenden."3) Wenn e auch in der Zeit nach dem 4. Plenum des ZK der PAA Verbesserungen gegeben hat, so sind doch noch falsche Lösungen dieser schwierigen Probleme unserer Kunst festzustellen. Manchmal spiegelt sich in verschiedenen Werken der Klassenkampf oberflächlich wider und es fehlt eine tiefgehende Analyse seiner Prozesse. So werden beispielsweise im Roman "Auf der Suche nach der Wahrheit" von A. Gjakova die Widersprüche zwischen uns und unseren ideologischen Feinden, zwischen unseren und ihren Auffassungen in eine Zeit verlegt, in der sie noch nicht die Erscheinungsform angenommen hatten, die der Autor beschreibt. Andererseits wird unser Arbeitermilieu in seinem Werk blass geschildert. Das ist nicht nur eine Entstellung der Realität, sondern auch des Klassenkampfes, der sich in dieser Realität entwickelt. In manchen Werken mit historischem Hintergrund, wie im Roman -"Fackelträger" des bekannten Schriftstellers S. Spasse wird der Kampf unserer nationalen Wiedergeburt verzerrt und es kommt so heraus, als wäre die ideologische Leitung unserer Bewegungen vom Ausland gekommen, konkret von den Mazedoniern. Ausserdem wird im Roman das Problem eines albanischen Vielvölkerstaates mit nationalen Minderheiten aufgeworfen, was den Ansichten der Kämpfer der Wiedergeburt zuwiderläuft.
Zweitens, die Festigung der proletarischen Parteilichkeit hängt eng mit der Behandlung eines scharfen und aktuellen Themas zusammen, das die Partei in der Etappe des vollständigen Aufbaus des Sozialismus bewegt. Darum sollte einerseits das Schwergewicht auf verschiedene Themen verlegt werden, etwa das der hegemonen Rolle unserer Arbeiterklasse, der revolutionären Umgestaltungen in unserem Dorf und der revolutionierenden Kraft der Kommunisten, die eine tiefere Bearbeitung in ihrer ganzen Breite und Grosse verlangen. Wir meinen, dass sich hier, bei allen unbestreitbaren Erfolgen, ein gewisses Missverhältnis bemerkbar macht, das überwunden werden muss, damit diese Themen in unserer Literatur und Kunst den verdienten Platz einnehmen, der der Bedeutung entspricht, die sie an und für sich und im Rahmen des aktuellen Kampfes unserer Partei für die Festigung der führenden Rolle der Arbeiterklasse, für die Verringerung der wesentlichen Unterschiede zwischen Stadt und Land, für die Beseitigung aller Quellen von bürgerlich-revisionistischer Entartung und für den vollständigen Aufbau des Sozialismus haben. Es ist daher unbedingt notwendig, in dieser Problematik die Klassentendenz unseres Kunstschaffens zu erhöhen, damit es noch mehr zur Gehilfin der Partei wird. Andererseits muss grösste Aufmerksamkeit auf die Behandlung all der Kardinalprobleme der Entwicklung der Gesellschaft konzentriert werden, die der 7. Parteitag der PAA darlegte, wie das Thema des Widerstandes und des Kampfes unseres Volkes in der imperialistisch-revisionistischen Einkreisung, das Thema des Patriotismus und des proletarischen Internationalismus, das Thema der Anwendung des Prinzips, sich auf die eigenen Kräfte zu stützen, das Thema der Verteidigung und der revolutionären Wachsamkeit usw.
Die klassentendenziöse Behandlung dieser Thematik und Problematik hilft der Literatur und Kunst, sich besser mit der grossen Sache der Partei, mit der ganzen aktuellen und historischen Realität Albaniens zu verbinden. Die Verbundenheit der Kunst mit den Problemen der Partei bereichert sie durch einen reichen gesellschaftlichen Inhalt und durch die hohen kommunistischen Ideale. Demzufolge dringt sie nicht in die Kapsel der erotischen Kleinigkeiten ein und wird nie zu einem Mittel, um in den dunkelsten Winkeln des Bewusstseins des egoistischen und isolierten Individuums zu wühlen, wie die Entartung der Literatur und Kunst der bürgerlichen revisionistischen Länder zeigt. Eine Funktion des westlichen und des sowjetrevisionistischen Modernismus ist: Das Vertrauen in den Menschen selbst und in sein Urteil abzutöten. Nach dem amerikanischen Ästhetiker und Schriftsteller R. Costellianz ist die Kunst "betäubendes, verblendendes, wahnsinnerregendes Leiden".
Darum rücken in den Mittelpunkt der Bücher Psychopathen, Idioten, moralische Krüppel, Sadisten und Prostituierte. Der sowjetische Dichter W. Kotow überhöht in seinem Buch "Verteidige dich, Liebe!" die Gestalt der Eva Braun, der Frau Hitlers, die sich mit ihrem Mann verbrennen liess und durch diese Geste ihre eheliche "Treue" bewies. Der Dichter stellt nun Eva Braun den Frauen grosser Männer gegenüber, die angeblich nicht treu gewesen waren, sondern falsch und zänkisch. Von dieser Art seien angeblich die Frau des antiken Sokrates, die Frau des grossen Dichters Puschkin und Leo Tolstoi's Sofia gewesen. So ist Hitler...Bis zum Schluss blieb ihm treu der Filmstar - Eva Braun!
Da ist Puschkin...Doch schöne Augen macht dem Dantes die verliebte Natalia!
Gross wie ein Gott ist Leo Tolstoi wie wahnsinnig flüchtet er von Sofia...(W. Kotow, "Verteidige dich, Liebe!" Saschischajsja, Lubow, M. 1969, S. 55-56)
Kurz gesagt, neben der sowjetrevisionistischen Literatur, die in ihrem bekannten Schematismus den russischen chauvinistischen, expansionistischen Soldaten mit Ruhm bedeckt, blüht in der Sowjetunion auch eine andere suggestive Literatur, die die Verbrecher, ihre treuen "Frauen" und die Prostituierten unter dem Schleier der "erobernden Liebe" mit Lob überschüttet.
Unsere lautere und militante Kunst steht mit ihrer ganzen Kraft und Schönheit dem bürgerlichen und revisionistischen entarteten und aggressiven Modernismus gegenüber. Dieser Gegensatz wird noch kämpferischer, wenn wir mit einer schärferen Klassentendenz all die grosse Thematik und Problematik behandeln, die vom 7. Parteitag analysiert und dargelegt wurden.
Sie vollständiger zu behandeln, beschränkt nicht den Horizont unseres Kunst- und Literaturschaffens, sondern erweitert und vertieft ihn im Gegenteil, denn darin ist eine grosse Zahl von Aspekten enthalten, die eine unbeschränkte Vielfalt von Formen und Stoffen schaffen. An diesem breiten Horizont findet jeder Schriftsteller und Künstler ein unbegrenztes Feld für das Erblühen seiner schöpferischen Individualität und dafür, alle künstlerischen Ausdrucksmittel auszuschöpfen.
Drittens, die Verstärkung der proletarischen Parteilichkeit unter den Bedingungen der Entwicklung des Klassenkampfes erfordert die ständige Erhöhung des künstlerischen Niveaus von Literatur und Kunst. Die proletarische Parteilichkeit kann nicht ohne die allseitige Entwicklung aller Mittel der künstlerischen Umsetzung, ohne die ständige Evolution der Formen verwirklicht werden. Nur eine Kunst mit gesundem Inhalt und mit hoher künstlerischer Form kann zur starken Waffe der Arbeiterklasse im Klassenkampf werden. Wir müssen dafür kämpfen, dass der gesunde Inhalt mit einer vollkommenen künstlerischen Form verschmilzt.
Genosse Enver Hoxha hat dazu gesagt: "Und ein solcher Inhalt führt unbedingt auch zur Erforschung und Entdeckung neuer Formen.4) Die Partei lehrt uns, die Kunst einerseits als Bestandteil der allgemeinen Sache des Proletariats zu betrachten, das heisst, wir dürfen sie nicht von der Ideologie, der Politik, der Soziologie, der Ethik und anderen Formen des gesellschaftlichen Bewusstseins trennen; andererseits müssen wir sie auch als eine Erscheinung betrachten, die mit ihren spezifischen Mitteln, mit ihren mannigfaltigen Formen die Realität dadurch widerspiegelt, dass sie die Initiative des Denkens und die schöpferische Phantasie anregt. Lenin trägt auf: "Das ist alles unbestritten, aber das alles beweist lediglich, dass der literarische Teil der Parteiarbeit des Proletariats nicht schablonenhaft gleichgesetzt werden darf."5)
Tatsächlich hat unser Kunst- und Literaturschaffen ein höheres Niveau erreicht. Die Kunst- und Literaturschaffenden haben ihre Anstrengungen verstärkt, um alle Gattungen der Kunst zu pflegen und neue Ausdrucksformen zu finden. Dennoch fällt manchmal eine beschränkte Auffassung von proletarischer Parteilichkeit auf, wenn ihr die Färbung einfacher Agitation gegeben wird. Diese Schwäche tritt besonders beim Kabarett zutage. Auf diesem Gebiet fallen auch Banalitäten und eine schematische Behandlung des aus dem Leben gegriffenen Materials auf. Auch in der Kinderliteratur und in einem Teil der Poesie gibt es Erscheinungen einer pompösen und phrasenhaften Behandlung des jeweiligen Themas oder Problems. In einigen Fällen gibt es eine dunkle und unverständliche Darstellung, eine Erscheinung, die auch nach dem 4. Plenum des ZK der Partei noch kritisiert wurde.
Wenn wir von der Stärkung der proletarischen Parteilichkeit sprechen, so schliessen wir nicht die Forderung nach einem höheren künstlerischen Niveau aus. Das künstlerische Niveau parteilich zu erhöhen, bedeutet, das Problem der proletarischen Parteilichkeit umfassend zu verstehen, die Kunst besser in den Dienst des Menschen zu stellen und sie weiter zu demokratisieren.
Alte und neue, konservative und liberale, schematische und modernistische fremde Erscheinungen sind Ausdruck des Klassenkampfes auch auf dem Gebiet der künstlerischen Formen.
Die fremden Einflüsse, die sich besonders vor dem 4. Plenum des ZK der Partei zeigten, wurden zunächst mit dem Begriff der "Suche nach Formen" kaschiert. Tatsächlich war es ihr Ziel, die proletarische Parteilichkeit zu entstellen und die proletarische Tendenz der Kunst zu ändern. All die Metamorphosen, die der lyrische Held der Poesie durchmachte, wie "ich bin ein Feigenkaktus", "ich bin eine Muschel", "ich bin ein Fossil" und dergleichen mehr, verwandelten die Kunst und lösten sie von den grossen Problemen der Zeit, nahmen ihr den aktiven Klassengeist. Die Aufgabe bleibt dabei bestehen, die Form vor den modernistischen Entstellungen zu bewahren, die heute in der bürgerlichen und revisionistischen Kunst und Literatur in Mode sind. Die Form verhält sie stets am empfindlichsten gegenüber dem formalistischen Druck, den fremden Strömungen und Praktiken des Kunstschaffens. In der heutigen Sowjetrevisionistischen Kritik ist ein solches Suchen auf dem Gebiet der Forme Mode geworden. Der bekannte revisionistische Kritiker G. Kunizin schreit in seinem Artikel "Klassengeist in der Literatur" ("Znamja", 1968, Nr. 2, S:217): "Unser Feind in der Kunst ist natürlich nicht Kafka oder ein andere seiner künstlerischen Richtung, in erster Linie sind das die verschiedene Formen des Pseudorealismus und des Naturalismus, die im Unterschied zu Kafka versuchen, die Wahrheit im Detail zu bewahren und die Lüge im Allgemeinen zu bekräftigen."

Es kommt klar zum Ausdruck, das den revisionistischen Kritiker weder Kafka noch der Modernismus beunruhigt, für ihn ist das alles annehmbar. Ihm geht es um die realistische Kunst die er "Naturalismus" nennt. Auch Pagrami beunruhigte nur der Konservativismus, Naturalismus und Schematismus, auf seine Art und Weise verstanden, der Liberalismus hingegen stellt für ihn kein Problem dar!
Um daher den starken bürgerlich-revisionistischen Druck abzuwehren und um unsere Kunst in Angriffsposition zu bringen, ist es unbedingt notwendig den Kampf für die Formung der revolutionären Weltanschauung bei unseren Kunstschaffenden, Wissenschaftlern und Kritikern zu verstärken.

3. DIE HEBUNG DES WELTANSCHAULICHEN NIVEAUS DER SCHAFFENDEN

Die Stärkung der proletarischen Parteilichkeit hängt eng mit der Fähigkeit des Schriftstellers und Künstlers zusammen, das ganze aus dem Lebe geschöpfte Material im Geist unser marxistisch-leninistischen Ideologie zu beurteilen und zu analysieren. Entscheidend bei der Verwirklichung der proletarischen Parteilichkeit ist deshalb die Weltanschauung des Künstlers. Wir sagen das, weil die Weltanschauung die Richtung und den Charakter des Schaffens jedes einzelnen Künstlers bestimmt. Jeder Schriftsteller und Künstler muss es daher als objektiv notwendig empfinden, sein ideologisches Niveau zu heben, denn nur so kann er den komplizierten Charakter des Klassenkampfes richtig widerspiegeln, den Druck der fremden Ideologie abwehren und Werke von gesundem militanten und vorwärtsstürmenden Geist schaffen. "Diese Aufgaben", sagte Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA, "erfüllen die Künstler am besten, die ununterbrochen daran arbeiten, ihr marxistisch-leninistisches ideologisches Niveau zu heben, die die Lehren der Partei beherrschen, die ein aktives politisches Leben führen, die intensiv mit den Massen leben und den Weg der revolutionären historischen Entwicklung unseres Volkes und unserer Kultur gründlich kennen. Die revolutionäre Kunstschaffenden die revolutionären Künstler, deren Herz wie das des Volkes schlägt."6)
In dieser Idee des Genossen Enver Hoxha kommt klar der Gedanke zum Ausdruck, dass die marxistisch- leninistische Weltanschauung nicht nur theoretische Bedeutung hat, sondern auch grosse praktische und aktive Kraft. Die Wahrheit dieser Ideen wurde durch unsere ganze literarische und künstlerische Praxis unter Führung der Partei bestätigt. Jene Künstler, die sich die marxistisch-leninistische Weltanschauung tief zu eigen gemacht haben, standen stets auf gesunden Positionen und schufen eine militante und parteiliche Kunst von hohem künstlerischen Niveau. Ohne diese Aneignung ist es nicht möglich, sich in den verwickelten Erscheinungen des Lebens zurechtzufinden, ist es nicht möglich, die grundlegenden Strömungen der Entwicklung unserer Gesellschaft mit Tendenz zu enthüllen. Doch auch die marxistisch-leninistische Ideologie darf nicht aus Neugierde studiert werden, einfach zur Allgemeinbildung, um irgendwelche Fragen beantworten zu können oder vor einem bestimmten Hörerkreis rhetorisches Geschick zu zeigen. Auch beim Studium der marxistisch-leninistischen Ideologie muss es ein Ziel, eine Tendenz geben. In seinem Bericht an den 7. Parteitag der PAA sagte Genosse Enver Hoxha: "Der Marxismus-Leninismus wird nicht um der Gelehrsamkeit willen gelernt. Er wird gelernt, um im Leben angewandt zu werden, damit wir uns bei jeder Handlung von seinen Prinzipien leiten lassen und alles in seinem Sinn beurteilen. Ein solches Studium der Theorie in enger Verbindung mit dem Leben, mit der revolutionären Praxis dient der wahren kommunistischen Bildung, der Schaffung nicht nur einer wissenschaftlichen Weltanschauung, sondern auch eines revolutionären Charakters, damit unsere Menschen stets entschlossene Kämpfer für die Sache des Sozialismus und unversöhnlich gegenüber den Feinden und ihren Ideologien sind.7).
In den Dokumenten unserer Partei, in den Werken des Genossen Enver Hoxha wird die Erfahrung der schöpferischen Anwendung der allgemeinen Gesetze verallgemeinert. In ihnen wird die reiche Erfahrung der Revolution und der Praxis des sozialistischen Aufbaus, des Kampfes gegen Imperialismus und Revisionismus zusammengefasst. Beim vertieften Studium der marxistischen Philosophie, der politischen Ökonomie, des wissenschaftlichen Sozialismus, unserer Ethik und Ästhetik und unseres theoretischen Denkens müssen unsere Schriftsteller und Künstler auch die reiche Erfahrung unserer Literatur und Kunst besser kennenlernen, die auf dem richtigen Weg auf der Grundlage der Prinzipien des sozialistischen Realismus entwickelt werden. Das gilt nicht nur für die Schriftsteller und Künstler, sondern auch für alle Redakteure, Kritiker, Wissenschaftler und Kader, die die Bereiche der Kunst leiten. Die Bücher voll hohler Ideen, die veröffentlicht werden, gehen zunächst durch die Hände der Rezensenten, die sie den Verlegern empfehlen. Das zweite Zugeständnis machen die Redakteure, und das dritte die Leiter der Verlage selbst.
Hierbei wird entweder die persönliche Freundschaft über das Prinzip gestellt, oder es fehlt die weltanschauliche Bildung, oder die ideologische Wachsamkeit ist abgestumpft. Vor etwa zwei Jahren erschien der Band "Dichter der dreissiger Jahre", in den vom Herausgeber auch Werke von Dichtern aufgenommen wurden, die sich mit dem fremden Besatzer und den volksfeindlichen Regimen kompromittiert hatten, Werke, die auch in der faschistischen Presse der vierziger Jahre veröffentlicht wurden. Dies ist auch auf eine mangelnde Kenntnis der Dokumente der Partei aus jener Periode zurückzuführen, sowie auf eine sentimentale Haltung zur literarischen und künstlerischen Vergangenheit.
Doch die revolutionäre Erziehung und Stählung der Künstler und Schriftsteller kann nicht allein durch ideologische Arbeit erreicht werden. Es ist unbedingt notwendig, dass sich die Parteiorganisationen auch um alle anderen Aspekte der Tätigkeit der Schriftsteller und Künstler kümmern, um ihre Revolutionierung, um ihre Verbindung mit dem Leben des Landes und ihr Mitwirken bei den gesellschaftlichen Problemen, damit sie intensiv mit den politischen Situationen leben. Sie müssen militant sein, jeden Augenblick mit der Politik der Partei leben. Unser Künstler ist in erster Linie ein politischer Mensch. Die Politik verleiht dem Künstler Leidenschaft und machtvolle Klassentendenziösität, um ihre Prinzipien konsequent zu verteidigen. Gegenwärtig bemühen sich die bürgerlichen und revisionistischen Theoretiker, die Künstler entweder von der revolutionären Politik abzuhalten, oder sie ganz allgemein den Problemen der Gesellschaft gegenüber gleichgültig zu machen. Die ältere sowjetrevisionistische Schriftstellerin Marietta Schaginjan stellt in ihrem vor kurzem in der Sowjetunion erschienenen Buch "Vier Lehren von Lenin" die Politik der Kunst entgegen, wie es die bürgerlichen Theoretiker schon immer gemacht haben. Diese revisionistische Schriftstellerin und Publizistin blätterte im Briefwechsel Lenins mit Gorki und schrieb dazu: "Beim Lesen eines jeden Wortes dieses Briefwechsels beginnt man zu spüren, wie unentbehrlich der schüchterne, reservierte, starrsinnige, empfindliche, hitzige Gorki für Lenin war, der seine Gedanken durch diese Freundschaft, durch die Fragen dieses ungehobelten, so verschiedenen, fremdartigen Menschen schärfte. Der Politiker brauchte den Künstler wie die Luft, wie das Brot, wie der rechte FUSS den linken braucht." Und weiter: "...ich glaube, wenn Gorki anders gewesen wäre, wenn er nicht 1908, 1917 und vielleicht mehr als einmal vorher und nachher Fehler gemacht hätte, hätte ihn Iljitsch nicht so geliebt, wie er ihn geliebt hat, indem er sich ärgerte, auf etwas bestand und sich durch die Auseinandersetzungen mit ihm schärfte." (Marietta Schaginjan: "Tschetyri Uroka u Lenina", M. 1970, S. 281). Aus diesen paar Zeilen geht klar die ungeheuerliche Entstellung nicht nur der zwei grossen Gestalten des Proletariats, Lenin und Gorki, hervor, sondern auch der leninistischen Politik der Parteilichkeit in der Kunst. Die revisionistische Schriftstellerin stellt einerseits den Künstler dem Politiker entgegen und andererseits versetzt sie Gorki in die Rolle eines Unterhalters des Führers des Proletariats. Es ist allgemein bekannt, dass Lenin sich Gorki näherte, nicht um in der Polemik "seine Gedanken zu schärfen", sondern um ihn zum Mitkämpfer und zum Soldaten der Revolution zu machen. Und dann hat Lenin Gorki niemals als der Revolution gegenüber "fremd" betrachtet, wie die revisionistische Schriftstellerin ihn verleumden will.
Die sowjetrevisionistischen Theoretiker treten, geleitet von ihrer bürgerlichen Weltanschauung, heute auch offen für die Revidierung des Prinzips der Parteilichkeit auf, und zwar nicht nur im praktischen Schaffen, sondern auch in der Theorie. Zwar sind sie für eine Parteilichkeit - allerdings soll es die revisionistische Parteilichkeit sein. Sie brachten sogar die "Theorie" auf, dass sich diese Parteilichkeit in den Ländern mit bürgerlichen Systemen nur die Schriftsteller zu eigen machen können, die "in der kommunistischen Partei organisiert sind" (lies: in der revisionistischen Partei). Wir alle wissen, dass die proletarische Parteilichkeit nicht nur für die Künstler gilt, die in der Partei organisiert sind.
Den revisionistischen Theoretikern zufolge aber muss dieses Prinzip überprüft werden. Der revisionistische Kritiker G. Starez schreibt: "Im Rahmen des bürgerlichen Systems können in der Regel nur die Schriftsteller die kommunistische Parteilichkeit verwirklichen, die mit der Partei organisatorisch verbunden sind". Also hätten diesem Theoretiker zufolge auch Gorki und Majakowski, da sie nicht der Partei angehörten, in ihren Werken nicht die Parteilichkeit vertreten. Und tatsächlich, die revisionistische Parteilichkeit, die dieser Theoretiker will, haben sie nicht vertreten!
Alle modernistischen und reaktionären Tendenzen, Strömungen und Methoden, die in der über den Klassen stehenden Kunst verkappt oder offen auftreten, sind im Kern gekennzeichnet durch die bürgerliche und revisionistische Parteilichkeit, die sich listig und heuchlerisch, doch auch aggressiv bemüht, sich der proletarischen Parteilichkeit und dem sozialistischen Realismus entgegenzustellen. An der proletarischen Parteilichkeit festhalten, bedeutet deshalb heute, im Land und auf internationaler Ebene gegen die bürgerliche und revisionistische Ideologie, gegen ihre reaktionäre Weltanschauung kämpfen und unermüdlich die Linie der Partei und ihre Ideologie propagieren. Die bürgerlichen und revisionistischen Ästheten haben heute auf der Welt Dekadenz, Irrationalismus, die Predigten vom Absurden usw. wieder in Mode gebracht; Der Dichter der amerikanischen Beatbewegung Allan Ginsberg, der auch in der Sowjetunion bekannt ist, schreibt: "Alle revolutionären Ideen und die üblichen Methoden des Einwirkens auf das Bewusstsein der Menschen sind jetzt veraltet."
Angesichts dieses ganzen ideologischen Chaos und all dieser reaktionären Strömungen, die einen unbarmherzigen Druck auf unser Leben ausüben, ist in allen Bereichen unserer Kunst der Kampf jedes einzelnen Schriftstellers und Künstlers zur Hebung des Niveaus seiner marxistisch-leninistischen Weltanschauung notwendiger denn je. Denn es ist so, wie Genosse Enver Hoxha lehrt: "Wir müssen daher der vereinten Front der Feinde dadurch entgegentreten, dass wir unsere innere Front in jeder Hinsicht, auf dem Gebiet der Verteidigung und der Wirtschaft, der Politik und der Ideologie, festigen und stets konsequent den Klassenkampf führen."8)
Die weltanschauliche Schulung des Künstlers spielt eine grosse Rolle nicht nur für die Festigung des Inhalts seines Werkes, sondern auch für die parteiliche Behandlung vieler theoretischer Fragen, die in unserer Kunst auftreten.
Die Verwirrung, die manchmal bei Fragen des nationalen Charakters, der Tradition, des Neuerertums usw. entsteht, ist auch auf den Mangel an marxistisch-leninistischer weltanschaulicher Ausbildung zurückzuführen. Die Probleme des nationalen Charakters der Kunst können heute nicht einfach als akademische Analysen behandelt werden, denn es sind wichtige politische und ideologische Fragen, die der Klassentendenz und der proletarischen Parteilichkeit unterliegen. Die Widerspiegelung der nationalen Besonderheiten und überhaupt des nationalen Charakters in der Kunst kann nicht getrennt vom Klassenkampf und von der Geschichte betrachtet werden. Eines der kennzeichnendsten und aktivsten Elemente, die den nationalen Charakter ausdrücken, ist der Patriotismus Künstlers, ist die Ursprünglichkeit dieses Patriotismus, den er in seinem Volk findet. Mit prinzipienloser Unverschämtheit setzen die Sowjetrevisionisten in ihren Publikationen und in ihren Übersetzungen aus der bürgerlich belletristischen und politischen Literatur alles daran, um den Patriotismus unseres Volkes direkt und indirekt zu treffen. In letzter Zeit wurde in Moskau das Buch des Engländers L. Mosley "Verlorene Zeit" herausgegeben. Darin heisst es unter anderem: "Am 7. April schickte der Duce seine Kriegsschiffe in den Hafen von Dürres und besetzte Albanien kampflos". (L. Mosley, "Verlorene Zeit", 1972, S. 219, russ. Ausg.. Das ist eine böswillig tendenzielle Entstellung der Geschichte, dadurch zynisch die patriotischen Gefühle unsres Volkes verletzt werden. Jeder weiß das unser Volk, obwohl von Zogu, dem feudal-bürgerlichen Regime verraten, heroisch kämpfte, um am 7. April 1939 sein Land und seine Ehre gegen die faschistischen Besatzer zu verteidigen. Unsere Literatur und Kunst halt den Patriotismus im Leben unseres Volkes
selbst vorgefunden. Diese Realität gab unseren Künsten auch ihre individuelle Färbung. Der nationale Charakter der Kunst zeigt sich daher in seiner erzieherischen Kraft - zur Vaterlandsliebe, zu staatsbürgerlichem und militantem Verantwortungsgefühl.
Gjergj Fish schrieb in albanischer Sprache, er benutzte meisterhaft den Achtsilbenvers fing die Urwüchsigkeit des Lebenskreises der Berge ein, er macht sich das Volkslied zunutze. Seine gesinnungsmässige Tendenz und seine Weltanschauung aber waren reaktionär, denn sie waren Ausdruck der Interessen der antidemokratischen und obskurantistischen Ausbeuterklasse:
Die nationalen Elemente - Sitten, Traditionen, Redensarten des Volkes, - das alles kann es auch bei einem reaktionären Schriftsteller geben, aber er kann kein Patriot sein, er kann nicht dem Volk nahe stehen, denn ihm fehlt die fortschrittliche Tendenz in der Denkweise, die durch die Weltanschauung bestimmt wird. Aus diesem Grund sagen wir, dass die nationale Bedeutung des Künstlers mit dem volksverbundenen Geist verbunden ist, der der Behandlung der grossen Probleme des Lebens des Volkes entspringt. Und der Ausdruck des volksverbundenen Geistes in seiner höchsten Form ist die proletarische Parteilichkeit, die Quintessenz der Klassentendenz. Die Parteilichkeit stellt die Kunst vollständig in den Dienst des Sozialismus, in den Dienst der kommunistischen Erziehung der Menschen, und bewahrt sie gleichzeitig vor Kosmopolitismus und den anderen antinationalen Strömungen.
Die Baharrlichkeit bei der Festigung des nationalen Charakters und des volksverbundenen Geistes hängt unmittelbar mit den Erfordernissen der Entwicklung des Klassenkampfes in Kunst und Literatur zusammen. Der sozialistische Realismus unserer Kunst steht in offenem Kampf mit der Ideologie der beiden Supermächte, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion, die nichts unversucht lassen, um die Kultur der Völker in
expansionistischer Absicht zu entnationalisieren und zu kosmopolitisieren. Die Verteidigung und Festigung des nationalen Charakters ist daher nicht einfach eine Frage der Ästhetik, sondern eine grundsätzliche politische und weltanschauliche Frage in der Arena der Entfaltung des Klassenkampfes. Darum hat Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der PAA auch den nationalen Charakter und den volksverbundenen Geist in untrennbarem
Zusammenhang mit den Standpunkten der marxistisch-leninistischen Ideologie, den Klassenstandpunkten, der proletarischen Parteilichkeit betrachtet. Genosse Enver Hoxha behandelte drei Kardinalprobleme unserer Kunst: die proletarische Parteilichkeit, den nationalen Charakter und den volksverbundenen Geist, die miteinander dialektisch verbunden sind, und er gelangte dabei zum Ergebnis: "Der nationale Charakter und der volksverbundene Geist kommen zum Ausdruck, wenn die Realität wahrheitsgetreu, vom Standpunkt der marxistisch-leninistischen Ideologie aus widergespiegelt wird..."9) Aus diesem Blickwinkel muss der Künstler oder Schriftsteller des neuen revolutionären Typs seine Aufgabe als Schaffender und als Staatsbürger sehen. Nur mit einer soliden ideologischen Ausprägung können Werke von hoher proletarischer Parteilichkeit, mit klarem nationalem Charakter und mit tiefem volksverbundenen Geist geschaffen werden.

1) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 79, dt. Ausgabe
2) Enver Hoxha, Bericht an den 1. Parteitag der PAA, S. 176 dt. Ausgabe.
3) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, dt. Ausgabe, S. 157.
4) Enver Hoxha, Bericht an den 6. Parteitag der PAA, S. 176, dt. Ausgabe.
5) Lenin, Werke, Bd. 10, S. 31, dt. Ausgabe.
6) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 157, dt. Ausgabe
7) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 146, dt. Ausgabe
8) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 116-117, dt. Ausgabe.
9) Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 156, dt. Ausgabe.