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DIE LINIE UNSERER PARTEI IST EINE KORREKTE REVOLUTIONÄRE LINIE, DIE DEN LEHREN DES MARXISMUS-LENINISMUS ENTSPRICHT

Brief an alle Parteiorganisationen – 9. Mai 1962

(Aus dem 23. Band der Werke des Genossen Enver Hoxha)

 

NUR SECHS MONATE SIND SEIT DEM OFFENEN ANGRIFF VERGANGEN, DEN N. CHRUSCHTSCHOW AUF DEM 22. PARTEITAG DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DER SOWJETUNION GEGEN UNSERE PARTEI, GEGEN DIE EINHEIT DES SOZIALISTISCHEN LAGERS UND DIE INTERNATIONALE KOMMUNISTISCHE BEWEGUNG STARTETE. DOCH DIESE SECHS MONATE GENÜGTEN, UM VOR ALLER WELT ZU BESTÄTIGEN, WIE FALSCH DIE VORWÜRFE UND VERLEUMDUNGEN N. CHRUSCHTSCHOWS GEGEN UNSERE PARTEI SIND, UND ZU BEWEISEN, WIE RICHTIG DIE PRINZIPIENFESTE MARXISTISCH-LENINISTISCHE LINIE UND HALTUNG UNSERER PARTEI IM KAMPF GEGEN DEN MODERNEN REVISIONISMUS IST.

Der korrekte prinzipienfeste Kampf unserer Partei gegen die Gruppe N. Chruschtschows und ihre kühne und entschiedene Haltung gegenüber den brutalsten Erpressungen und Provokationen N. Chruschtschows und der Gruppe um ihn, die Besonnenheit und Klugheit unserer Partei und unseres heroischen Volkes haben dazu geführt, dass das Ansehen unserer Partei in den Augen der Kommunisten aller Welt, in den Augen der verschiedenen Völker und aller fortschrittlichen Menschen wächst. Das ist sehr gut an den Hunderten Solidaritätsbriefen zu erkennen, die das Zentralkomitee unserer Partei von Kommunisten der verschiedenen Länder erhalten hat und weiter erhält. Die Kommunisten aller Welt und die internationale Öffentlichkeit sehen immer deutlicher, dass die Partei der Arbeit Albaniens die prinzipiellen Positionen des Marxismus-Leninismus verteidigt, während N. Chruschtschow mit seiner opportunistischen Politik und seinen antimarxistischen Handlungen den Interessen der kommunistischen Bewegung schadet, dem Kampf der Völker für Freiheit, Demokratie und Sozialismus schadet.
Die Entwicklung der internationalen Lage hat bisher zahlreiche Beweise erbracht, durch die es klar wird, dass die Partei der Arbeit Albaniens und die anderen marxistisch-leninistischen Parteien, die auf prinzipienfesten Positionen stehen, die Lage richtig eingeschätzt haben und nicht die modernen Revisionisten, die Gruppe N. Chruschtschows und seine Nachbeter. Die Kommunisten und die Völker der Welt sehen klar, wie die Illusionen N. Chruschtschows Über "Kennedys Friedenswünsche" und seine Hoffnungen auf eine Änderung der aggressiven Natur des Imperialismus zusammenbrechen. Immer deutlicher wird es, dass die opportunistische Politik N. Chruschtschows, die Politik der Zugeständnisse und der Schmeicheleien gegenüber den Imperialisten, die Politik der fehlenden Standhaftigkeit und der fortwährenden Schwankungen keineswegs etwas löst, sondern vielmehr dem Imperialismus nutzt. Welche Ergebnisse sind tatsächlich bisher erzielt worden? Überhaupt keine. Die Frage des Friedensvertrags mit Deutschland und die Westberlin-Frage sind dort, wo sie waren. Dasselbe gilt für die Frage der Abrüstung. Während in Genf über die Abrüstung verhandelt wird, hat die Regierung Kennedy sogar die Atomversuche in der Atmosphäre wiederaufgenommen. Die Nationale Befreiungsbewegung der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas hat neuen Aufschwung erhalten. Die Völker haben zu den Waffen gegriffen, ganz im Gegensatz zu den Illusionen, die N. Chruschtschow bei den unterdrückten Völkern wecken will, sie sollten ihre Befreiung von einer UNO-Resolution oder von der totalen und allgemeinen Abrüstung erwarten. Nach sieben opfervollen Jahren zwang das algerische Volk den französischen Imperialismus mit Kampf und Blut zum Waffenstillstand und errang sein Recht auf Unabhängigkeit; mit der Waffe in der Hand kämpfen heute die Völker im Kongo, in Laos und Südvietnam. Überall, in allen grundlegenden Fragen der Entwicklung der internationalen Lage ist offensichtlich, dass unsere Partei recht hat, dass ihre Linie den Lehren des Leninismus entspricht, also eine revolutionäre Linie ist, während Chruschtschow unrecht hat, seine Linie revisionistisch, antimarxistisch ist und den Interessen der Völker schadet.
Der korrekte und prinzipienfeste Kampf unserer Partei gegen die Gruppe N. Chruschtschows, ihr heroischer Widerstand angesichts seiner Angriffe und Erpressungen sowie die internationalen Ereignisse, die nicht in der von den Revisionisten gewünschten Richtung, sondern in entgegengesetzte Richtung verlaufen, festigten noch mehr die Positionen des revolutionären Marxismus-Leninismus in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung. Die korrekten marxistisch-leninistischen Positionen werden nicht nur von der Partei der Arbeit Albaniens und der Kommunistischen Partei Chinas entschieden verteidigt, sondern auch von vielen anderen Parteien. Die Linie N. Chruschtschows gegen unsere Partei wurde auch von der Kommunistischen Partei Neuseelands und von vielen anderen Parteien öffentlich kritisiert.
N. Chruschtschow findet nicht einmal bei seinen treuen Bundesgenossen, bei den Parteien der sozialistischen Länder Europas die nötige Unterstützung. Das zeigt sich klar an der Haltung, die diese gegenüber der Partei unseres Landes einnehmen.
Wie ist das zu erklären?
Erstens hängt das mit der klugen Taktik zusammen, die unsere Partei der Arbeit verfolgt hat. Unsere Partei war und ist überzeugt, dass die Führer der sozialistischen Länder Europas auf den Positionen N. Chruschtschows stehen. Bekanntlich ist aber unser Kampf darauf konzentriert, N. Chruschtschow und seine Nachbeter zu entlarven. Diese korrekte taktische Differenzierung brachte die Führer der Parteien der sozialistischen Länder Europas in Verlegenheit, sie fanden nicht einmal irgendeinen formalen Anlass, um gegen unser Land so wie N. Chruschtschow vorzugehen. Es sei aber gesagt, dass sie, um sich einen solchen Anlass zu verschaffen, viele Provokationen gegenüber unserer Partei verübt haben, besonders dadurch, dass sie in ihren offiziellen Organen viel gesprochen und geschrieben haben. Unsere Partei legte aber stets Gelassenheit und Klugheit an den Tag.
Zweitens weist die Tatsache, dass die Führungen der sozialistischen Länder Europas N. Chruschtschow nicht in allen Massnahmen gegen unsere Partei und unser Land folgten, darauf hin, dass es zwischen ihnen Widersprüche gibt, was völlig logisch ist, denn unter Opportunisten und Revisionisten kann es nie Einheit und gegenseitiges Vertrauen geben.
Als Schlussfolgerung können wir sagen, dass der korrekte prinzipienfeste Kampf unserer Partei gegen die Gruppe N. Chruschtschows, die konsequente marxistisch-leninistische Haltung der Kommunistischen Partei Chinas und der anderen Parteien sowie die Tatsache, dass das Weltgeschehen entgegen den Wünschen der Revisionisten verläuft, N. Chruschtschow und seine Nachbeter in die Enge getrieben haben; diese sehen, dass ihnen der Boden unter den Füssen wankt, dass ihre antimarxistische Fratze entlarvt wird. Es ist aber klar, dass N. Chruschtschow von seinem opportunistischen Weg und seinen Zielen gegen das sozialistische Lager und die internationale kommunistische Bewegung nicht ablässt. Er sucht daher zu manövrieren, die Taktik zu ändern, um dieselben Ziele auf anderen Wegen zu erreichen.
N. Chruschtschows Änderung der Taktik hängt auch damit zusammen, dass einige kommunistische und Arbeiterbruderparteien verschiedener Länder sehr darauf drängen, die Wege aufzufinden, um die marxistisch-leninistische Einheit in der internationalen kommunistischen Bewegung und im sozialistischen Lager wiederherzustellen.
In letzter Zeit haben einige kommunistische und Arbeiterparteien dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und dem Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens Briefe gesandt. Darin äussern sie ihre grosse Besorgnis über die unerwünschte Situation, die im sozialistischen Lager und in der internationalen kommunistischen Bewegung entstanden ist, nachdem unsere Meinungsverschiedenheiten von N. Chruschtschow auf dem 22. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion an die Öffentlichkeit gebracht worden sind, und rufen dazu auf, dass die Wege ausfindig gemacht werden, um auf Grund der in der Moskauer Erklärung des Jahres 1960 festgelegten Prinzipien die Einheit wiederherzustellen. Sie schlagen vor, zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten eine Beratung der Vertreter der drei Parteien - der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, der Kommunistischen Partei Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens -, oder eine Beratung der Vertreter der kommunistischen und Arbeiterparteien der sozialistischen Länder oder schliesslich eine Beratung der Vertreter aller kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt einzuberufen.
Das Zentralkomitee unserer Partei hat den Führungen dieser Parteien jeweils eine Antwort übermittelt. In seinem Antwortschreiben betont das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens, dass es die Besorgnis dieser Parteien über den Zustand, der in den Beziehungen zwischen unserer Partei und unserem Land und der Gruppe N. Chruschtschows entstanden ist, richtig versteht und dass es ihre Bemühungen, diese Meinungsverschiedenheiten beizulegen und die Einheit der sozialistischen Länder und der internationalen kommunistischen Bewegung zu festigen, sehr würdigt.
Das Zentralkomitee unserer Partei hat auch darauf hingewiesen, dass es sich stets darum bemüht und vorgeschlagen hat, die Meinungsverschiedenheiten mit der sowjetischen Führung auf marxistisch-leninistischen Grundlagen beizulegen, unter den Bedingungen vollkommener Gleichberechtigung und Selbständigkeit, im Geiste kameradschaftlicher Konsultationen. Davon zeugt klar und eingehend der Briefwechsel zwischen dem Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens und dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Doch leider ging die Gruppe N. Chruschtschows nicht auf unsere Vorschläge ein. Sie setzte ihre antimarxistische Tätigkeit immer brutaler fort, wodurch sich die Beziehungen zwischen unseren beiden Parteien und Ländern aufs äusserste verschlechterten. Es kam so weit, dass er unsere Partei von der Tribüne des 22. Parteitags der KPdSU aus öffentlich angriff, die diplomatischen Beziehungen zu unserem Land faktisch abbrach und eine wütende antimarxistische Kampagne gegen die Partei der Arbeit Albaniens auslöste, wobei er sich als "Argument" selbst der übelsten Hetze der bürgerlichen reaktionären Presse bediente.
N. Chruschtschow bemühte sich, die Initiative dieser Parteien für seine feindlichen Ziele auszunutzen. Im Februar dieses Jahres sandte das ZK der KPdSU dem ZK der KP Chinas einen Brief. In diesem Brief, der von Heuchelei über die Einheit nur so strotzte, versuchte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, einen Keil zwischen die Bruderparteien, die entschlossen auf marxistisch-leninistischen Positionen stehen, konkret zwischen die Kommunistische Partei Chinas und die Partei der Arbeit Albaniens zu treiben, um unsere Partei zu verdrängen und zu isolieren, als wäre die Frage der Beziehungen zur Partei der Arbeit Albaniens und zur Volksrepublik Albanien ein besonderes Problem, das angeblich mit der Frage der Einheit des sozialistischen Lagers und der internationalen kommunistischen Bewegung nichts zu tun habe.
Erwähnenswert ist, dass in dem Brief der sowjetischen Führung Ausdrücke gebraucht werden, wie "nach vorne und nicht rückwärts blicken", "sehen wir, was uns vereint, und nicht, was uns trennt" usw. usf. Die Genossen werden sich erinnern, dass N. Chruschtschow sich solcher Ausdrücke bedient hat und bedient, sooft er Annäherungsversuche an die amerikanischen Imperialisten oder die revisionistische Titoclique macht. Daraus ist zu verstehen, dass N. Chruschtschow sich nicht im geringsten um die marxistisch-leninistische Einheit im sozialistischen Lager sorgt, sondern nur Demagogie treibt.
Das ist der Kern des obenerwähnten Briefs des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Im April dieses Jahres sandte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion seine Antwort.
Das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens machte sich mit dem Inhalt der Briefe des ZK der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und der Kommunistischen Partei Chinas vertraut und hielt es für angebracht,
noch einmal seine Ansicht über die Meinungsverschiedenheiten im sozialistischen Lager und in der kommunistischen Bewegung sowie über den Zustand der Beziehungen zwischen unserer Partei und unserem Land und der heutigen sowjetischen Führung darzulegen. Zu diesem Zweck wandte sich das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens im April dieses Jahres mit einem Brief an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas, in dem es die Ansicht unserer Partei zu diesen Fragen äussert.
Das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens stellt in dem Brief mit Befriedigung fest, dass die Kommunistische Partei Chinas ebenso wie unsere Partei bei der Festlegung ihrer Linie und ihrer Ansichten zu allen Fragen, die vor der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung stehen, von der gleichen prinzipiellen Grundlage ausgeht, von den Lehren des Marxismus-Leninismus. Das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens betont in seinem Brief unter anderem:
"Die Einheit des sozialistischen Lagers und der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung wurde und wird durch die antimarxistischen Ansichten und die antimarxistische Tätigkeit der Gruppe N. Chruschtschows schweren Schaden zugefügt, die sowohl was die hauptsächlichen Fragen der heutigen Weltentwicklung als auch die Beziehungen betrifft, die zwischen sozialistischen Ländern und zwischen marxistisch-leninistischen Parteien bestehen müssen, von den grundsätzlichen Lehren des Marxismus-Leninismus abgewichen ist und die Moskauer Erklärungen der Jahre 1957 und 1960 brutal verletzt hat und weiterhin verletzt, was nur unserem gemeinsamen Feind, dem Imperialismus, nutzt."
In dem Brief sind zahlreiche Tatsachen und Argumente angeführt, die die opportunistischen und revisionistischen Ansichten N. Chruschtschows und seiner Gruppe sowie seine antimarxistischen Spalterakte belegen.
"Die Handlungen N. Chruschtschows und seiner Gruppe", heisst es in dem Brief, "sind bewusste Handlungen eines Revisionisten, der in der korrekten und prinzipienfesten Linie und Haltung der Parteien, die an den revolutionären marxistisch-leninistischen Positionen festhalten, die Gefahr erblickt, entlarvt zu werden, und daher auf jede Weise versucht, sie zu unterwerfen, ihnen die eigene antimarxistische Linie aufzuzwingen, sie in Verruf zu bringen und zu isolieren."
Die antimarxistische und feindliche Haltung der Gruppe N. Chruschtschows gegenüber der Partei der Arbeit Albaniens und der Volksrepublik Albanien, wird in dem Brief des Zentralkomitees unserer Partei hervorgehoben, "ist keine isolierte Handlung und kein Zufall, sondern eine logische Folge ihrer ganzen antimarxistischen Linie, ist eines der Kettenglieder ihrer Tätigkeit, um im sozialistischen Lager und in der ganzen internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung Spaltung zu stiften, sie zu unterwerfen und ihnen ihre revisionistische Linie aufzuzwingen, sie ist ein klarer Ausdruck der Methoden, zu denen sie greift, um ihre Ziele zu erreichen. N. Chruschtschow glaubte, die Partei der Arbeit Albaniens wäre als die Partei eines kleinen sozialistischen Landes ein leicht verwundbares Glied, das geeignetste Glied, mit dem er, wenn er es angriff und unterwarf, auch die anderen angreifen, einschüchtern, unterwerfen und ihnen seine revisionistische Linie aufzwingen könnte."
In seinem Brief betonte das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens, dass es vollkommen mit der Ansicht des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas übereinstimmt, dass, um eine Vereinbarung über die Einheit zu erzielen, vor allem die auf Initiative N. Chruschtschows in den sowjetisch-albanischen Beziehungen entstandenen schwierigen Verhältnisse bereinigt werden müssen. In dem Brief heisst es: "Das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens ist der Ansicht, dass als unerlässliche Voraussetzung dafür, zur marxistisch-leninistischen Einheit in unserer Bewegung zu gelangen und sie weiter zu festigen, die Prinzipien der Unabhängigkeit, Gleichberechtigung und der kameradschaftlichen Konsultationen in den Beziehungen zwischen kommunistischen und Arbeiterparteien strikt eingehalten werden müssen. Dazu ist es unbedingt notwendig, dass der Verletzung dieser Prinzipien durch die Gruppe N. Chruschtschows entschieden Einhalt geboten wird, dass diesen antimarxistischen Handlungen und Methoden, zu denen sie greift, um ihre revisionistische Linie der ganzen internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung aufzuzwingen, und die die Spaltung der Kräfte des Sozialismus weiter vertiefen, eine grundsätzliche und entschiedene Abfuhr erteilt wird. Der erste Schritt und der Prüfstein, mit dem die Gruppe N. Chruschtschows zeigen würde, dass sie diese antimarxistischen Methoden und Handlungen tatsächlich aufgibt, wäre, dass sie ihre schweren Fehler gegenüber der Partei der Arbeit Albaniens und der Volksrepublik Albanien, die Gegenstand der wütendsten öffentlichen Attacken N. Chruschtschows wurden, eingesteht. Wenn N. Chruschtschow seine schweren Fehler gegenüber unserer Partei und unserem Land sowie gegenüber unseren Bruderparteien nicht ehrlich und öffentlich zugibt, so bedeutet das, dass er nicht wirklich für die Einheit ist, sondern nur mit Worten von Einheit herumwirft, dass er Zeit zu gewinnen sucht, eine Verschnaufpause erreichen will, die er infolge der Misserfolge braucht, die seine Politik erleidet, sowie um neue Angriffe gegen die Einheit vorzubereiten. Es bedeutet ferner, dass er vorhat, den antimarxistischen Weg der Verletzung der Prinzipien der Unabhängigkeit und der Gleichberechtigung in den Beziehungen zwischen den kommunistischen und Arbeiterparteien und den sozialistischen Ländern stur fortzusetzen und somit jede kameradschaftliche und gleichberechtigte Konsultation unter Bruderparteien unmöglich zu machen.
Darüber hinaus hat N. Chruschtschow mit seinen wirtschaftlichen und politischen Erpressungen und Drohungen, besonders mit seinen wütenden Verleumdungen und Attacken gegen die Partei der Arbeit Albaniens und ihre Führung, mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen und mit den offenen Aufrufen zum Sturz der Führung in Albanien in der Tat unannehmbare Vorbedingungen für Gespräche mit unserer Partei geschaffen und sie so in ungleiche Bedingungen versetzt. Ohne diese Vorbedingungen aus dem Weg zu räumen, kann es keine kameradschaftlichen Konsultationen geben, die auf den Prinzipien der vollen Unabhängigkeit und Gleichberechtigung beruhen, wie sie in der Erklärung der kommunistischen und Arbeiterparteien von 1960 definiert sind; ohne kameradschaftliche Konsultationen, ohne die strikte Einhaltung der Prinzipien der Unabhängigkeit und Gleichberechtigung der Bruderparteien wiederum ist keinerlei Einheit möglich."
Das Zentralkomitee unserer Partei betont in seinem Brief ferner, es sei fest davon überzeugt, dass dies auch die anderen Bruderparteien, auch die, die sich heute noch nicht im klaren sind, verstehen werden. "Wenn wir von dem Weg sprechen, der als Schritt zur Vorbereitung des Bodens getan werden muss, um die im sozialistischen Lager bestehenden Meinungsverschiedenheiten beizulegen und die albanisch-sowjetischen Beziehungen zu normalisieren, so geht es nicht darum, 'unseren Nationalstolz' zu stillen, sondern darum, die leninistischen Prinzipien der Beziehungen zwischen Bruderparteien und zwischen sozialistischen Ländern wiederherzustellen und zu verteidigen. Wenn diese antimarxistischen Methoden und Handlungen N. Chruschtschows, die sich am offensten und brutalsten bei seiner Haltung gegenüber der Partei der Arbeit Albaniens und der Volksrepublik Albanien zeigten, nicht verurteilt werden, so ist nicht nur keine Garantie dafür gegeben, dass sie in Zukunft nicht gegen eine andere Bruderpartei oder ein anderes sozialistisches Land wiederholt werden, sondern wird er im Gegenteil ermutigt, seinen gefährlichen Weg weiter zu gehen, um unserer Einheit noch grösseren Schaden zuzufügen."
Das ist in groben Zügen der Inhalt des Briefes, den das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens im April dieses Jahres dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas übermittelt hat und in dem klar der Standpunkt unserer Partei zur Frage der Einheit zum Ausdruck kommt.
Liebe Genossen,
unsere Partei war und ist immer für die Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung, sie kämpft entschieden und prinzipienfest für die Stärkung dieser Einheit auf der festen Grundlage des Marxismus-Leninismus. Von diesem grundsätzlichen Standpunkt ausgehend, war und bleibt unsere Partei stets der gemeinsamen Linie der internationalen kommunistischen Bewegung treu und hat sie stets entschieden angewandt. In ihren Beziehungen zu den Bruderparteien und den sozialistischen Bruderländern hielt und hält unsere Partei streng an den Prinzipien des proletarischen Internationalismus, der Gleichberechtigung und der Unabhängigkeit, der Nichteinmischung in die jeweiligen inneren Angelegenheiten und der gegenseitigen brüderlichen Unterstützung und Hilfe, der Einheit durch kameradschaftliche Konsultationen fest.
Als entschlossene Kämpferin für die Einheit wird die Partei der Arbeit Albaniens stets für die Erhaltung und Festigung der Einheit in der internationalen kommunistischen Bewegung sein. Unsere Partei kämpfte und kämpft nicht für eine beliebige Einheit im sozialistischen Lager und in der internationalen kommunistischen Bewegung, sondern für eine gesunde Einheit, die auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus beruht, für eine Einheit im Kampf gegen den Imperialismus und die Renegaten des Marxismus-Leninismus, die modernen Revisionisten. Der Kampf für die Einheit und der Kampf gegen die Spalter der Einheit, die modernen Revisionisten, sind nicht voneinander zu trennen. Nur eine solche marxistisch-leninistische Einheit kann eine echte und dauerhafte Einheit sein, die die internationale kommunistische Bewegung braucht. Gerade weil unsere Partei eine solche prinzipienfeste Haltung in der Frage der Einheit einnahm und einnimmt, wurde sie von den Feinden des Marxismus-Leninismus und unserer Einheit, von N. Chruschtschow und seinen Nachbetern, wütend angegriffen.
N. Chruschtschow und seiner Gruppe wankt der Boden unter den Füssen, sie sehen die Gefahr, vollkommen entlarvt zu werden, darum versuchen sie jetzt, mit der Fahne der "Einheit" aufzutreten, mit dem Wort "Einheit" zu manövrieren, um Zeit zu gewinnen, eine gewisse Pause zu erlangen, die kommunistischen und Arbeiterparteien zu täuschen und neue Anschläge auf die Einheit vorzubereiten. Diese Taktik N. Chruschtschows ist besonders jetzt gefährlich, da das Problem der Einheit die Parteien und die Kommunisten aller Länder ernsthaft beschäftigt. Unter diesen Bedingungen ist es umso notwendiger, dass die Parteien, die entschieden auf festen marxistisch-leninistischen Positionen stehen, die Fahne der Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung ergreifen, in dieser Hinsicht Initiative an den Tag legen und so das taktische Lavieren N. Chruschtschows entlarven. Man muss daran denken, dass N. Chruschtschow in der kommunistischen Bewegung noch nicht vollständig als Spalter des sozialistischen Lagers und der kommunistischen Bewegung und als Antimarxist entlarvt worden ist.
Allerdings ist das Zentralkomitee der Partei der Arbeit Albaniens der Ansicht, dass die Gruppe N. Chruschtschows ihre Fehler nicht zugeben wird, dass sie nicht Selbstkritik üben wird. Wir kennen die Revisionisten nunmehr allzu genau. Wir haben die Tito - CIique kennengelernt und wissen, dass sie unter keinen Umständen Selbstkritik geübt, dass sie nicht ihren antimarxistischen Weg verlassen hat. Wir kennen auch die Gruppe N. Chruschtschows und sind überzeugt, dass sie versuchen wird, die Gelegenheit zu nutzen, um ihre revisionistische Tätigkeit raffinierter zu machen, um ihre Anstrengungen sowohl gegen unsere Partei als auch gegen das sozialistische Lager und die internationale kommunistische Bewegung in anderen Formen zu vergrössern.
Das Zentralkomitee der Partei verlangt von den Parteiorganisationen und allen Kommunisten, dass sie die Haltung unserer Partei im Zusammenhang mit der Frage der Einheit in der heutigen Situation richtig verstehen, dass sie die Illusionen bekämpfen, die dadurch entstehen könnten, dass unsere Presse vorübergehend nicht gegen N. Chruschtschow schreiben wird usw. Die Parteiorganisationen müssen allerdings noch mehr die mündliche Propaganda unter den Massen des Volkes durch Gespräche, Konferenzen und Vorlesungen verstärken, um die revisionistischen Ansichten und die revisionistische Tätigkeit der Gruppe N. Chruschtschows zu entlarven. Es muss richtig verstanden werden, dass die Linie der Partei unverändert bleibt, dass sie dieselbe bleibt, die sie war; sie muss also gut unter den Massen propagiert werden. Dabei wird ihnen auch unsere Presse behilflich sein, die noch mehr über verschiedene Probleme schreiben wird, indem sie unsere Linie in allen Aspekten darlegen wird.
Das Zentralkomitee setzt wie immer alle Mitglieder unserer Partei über die Lage in Kenntnis, die in letzter Zeit in der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung entstanden ist. Dieser Brief muss daher bis zum 3O. Mai 1962 in allen Parteigrundorganisationen durchgearbeitet werden.