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DER BÜROKRATISMUS-
EIN
GEFÄHRLICHER FEIND
DES SOZIALISMUS

FOTO CAMI-Professor, Mitglied des ZK der PAA

IM KAMPF FÜR DEN AUFBAU DES SOZIALISMUS MUSSTEN UNSERE PARTEI UND UNSER VOLK GROSSE SCHWIERIGKEITEN ÜBERWINDEN, ZAHLREICHE INNERE UND ÄUSSERE, OFFENE UND VERHÜLLTE FEINDE BEKÄMPFEN UND VERSCHIEDENE ERPRESSUNGEN, DROHUNGEN UND GEFAHREN BEZWINGEN. DIESE PERIODE WAR UND BLEIBT EINE PERIODE HEFTIGEN KLASSENKAMPFES AN ALLEN FRONTABSCHNITTEN UND IN ALLEN LEBENSBEREICHEN DES LANDES, AUCH INNERHALB DES VOLKES UND DER PARTEI. DER KLASSENKAMPF BLEIBT AUCH UNTER DEN BEDINGUNGEN DES SOZIALISMUS EIN GESETZ DER GESELLSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG. EINE HAUPTTRIEBKRAFT DER GESELLSCHAFT. DIE SIE ZUM KOMMUNISMUS VORANTREIBT.

Das grosse Verdienst unserer Partei ist, dass sie während ihrer gesamten revolutionären Tätigkeit, seit ihrem Bestehen, konsequent an der Linie des Klassenkampfes festgehalten und ihn nachdrücklich und richtig entfaltet hat. Sie hat sich dabei stets auf die breiten Massen des Volkes gestützt und immer eine klare und deutliche Demarkationslinie zwischen uns und den Feinden, zwischen unserer Ideologie und der fremden Ideologie der Ausbeuterklassen gezogen. Das ist die Ursache dafür, dass die Revolution in Albanien ununterbrochen vorangeschritten ist, dass die Feinde niemals ihre konterrevolutionären Ziele erreichen konnten, weder durch Waffengewalt noch durch die friedliche Entartung.

Die objektiven Bedingungen und Situationen, in denen wir heute leben, sowie die Tatsachen und Ereignisse der letzten Zeit beweisen, dass der Klassenkampf heftig andauert, dass der äussere und innere bürgerliche und revisionistische Druck gross ist, dass die Feinde auf ihre Ziele gegen das sozialistische Albanien nicht verzichtet haben und bis zu ihrem Tod nicht verzichten werden. Das 4., 5. und 6. Plenum des Zentralkomitees der Partei und die jüngsten Reden des Genossen Enver Hoxha machten die Partei und alle Werktätigen erneut eindringlich darauf aufmerksam, dass es notwendig ist, die revolutionäre Wachsamkeit zu verschärfen, die Kampfbereitschaft zu steigern und den Klassenkampf in jeder Hinsicht zu verstärken, besonders an der ideologischen Front, der Hauptfront des Klassenkampfes unter den gegenwärtigen Bedingungen.
Wie der 6. Parteitag der PAA betont hat, hängt der Klassenkampf in allen seinen Formen und in jedem Bereich, in dem er stattfindet, ob im politischen, ideologischen, ökonomischen, kulturellen oder militärischen, mit der Frage der Macht zusammen, ist er letztlich Kampf um die Staatsmacht, um die Beherrschung, Erhaltung und Festigung dieser Macht. Die Frage der Macht bleibt die grundlegende Frage der sozialistischen Revolution auch nach ihrem Sieg, bis die Klassen vollständig beseitigt sind und der Kommunismus aufgebaut wird. Der Klassenkampf ist die Hauptwaffe in Händen der Arbeiterklasse, der werktätigen Massen und ihrer Vorhut, der Partei, um die revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft zu erreichen, um die Errungenschaften zu verteidigen und die Revolution ununterbrochen zu entwickeln. Die Diktatur des Proletariats zu verteidigen und zu festigen, sie im Einklang mit den Veränderungen des Lebens des Landes fortwährend zu vervollkommnen, ist die Hauptaufgabe, die vor den Revolutionären steht.

Einer der gefährlichsten Feinde der Diktatur des Proletariats ist der Bürokratismus mit allen seinen Erscheinungen, wie Technokratismus und Intellektualismus. Die Klassiker des Marxismus-Leninismus betonen, welche Gefahr der Bürokratismus für die neue Macht der Arbeiterklasse darstellt und haben darauf aufmerksam gemacht, dass es notwendig ist, ihn entschlossen zu bekämpfen. In der kommunistischen Bewegung wurde diese Gefahr aber bis spät nicht mit dem gebührenden Ernst eingeschätzt. Der Kampf gegen sie wurde hauptsächlich mit bürokratischen Methoden und durch bürokratische Apparate geführt. Das sind auch die Ursachen, weshalb in der Sowjetunion diese Gefahr nicht gebannt werden konnte, und Bürokratismus, Intellektualismus und Technokratismus die Hauptursachen der bürgerlichen Entartung des Sozialismus geworden sind.
Bürokraten und Technokraten wurden dort zu einer neuen bürgerlichen Schicht und sie wurden, aus Dienern des Volkes zu seinen Herrschern, sie rissen die Macht an sich und ebneten dem Kapitalismus den Weg. Die Sowjetunion wurde so zu einer neuen imperialistischen Macht mit Ansprüchen auf die Weltvorherrschaft.

Die PAA analysierte die Ursachen dieser konterrevolutionären Wendung in der Sowjetunion und in einigen einst sozialistischen Ländern. Sie zog daraus sehr wertvolle Lehren und Schlussfolgerungen und ergriff revolutionäre Massnahmen, um zu verhindern, dass Bürokratismus, Technokratismus und Intellektualismus entstehen und sich verbreiten können. In den Materialien der PAA und den Werken des Genossen Enver Hoxha ist dieses Problem eingehend auseinandergesetzt und geklärt worden. Wir finden in ihnen einen grossen Schatz von aus unserer revolutionären Praxis und aus den positiven und negativen Erfahrungen der internationalen kommunistischen Bewegung stammenden Ideen und Lehren. Auf diese Ideen und Lehren müssen wir immer wieder zurückgreifen, denn sie wappnen uns ideologisch. Sie helfen uns, die Probleme eingehend zu verstehen, die wahren Ursachen der verschiedenen Phänomene und die richtigen Wege zu erkennen, auf denen wir unsere Revolution stets siegreich voranführen werden.

Die Partei verweist darauf, dass es wichtig ist, nicht nur die Gefahr zu erkennen, die der Bürokratismus darstellt, und zu verstehen, dass es notwendig ist, einen langen und ununterbrochenen Kampf gegen ihn zu führen. Man muss auch genau wissen, wie er sich äussert, alle seine Aspekte aufgreifen und enthüllen, besonders seine wesentliche Seite aufgreifen und bekämpfen. Manche haben eine enge Vorstellung davon, was ein Bürokrat und was Bürokratismus ist; ein Bürokrat ist für sie nur, wer sich in sein Büro einschliesst und mit Schreibereien beschäftigt, während der Bürokratismus sich für sie in der Unmenge von Schreiben, den vielen fruchtlosen Versammlungen, der Lösung von Problemen vom Büro aus, den aufgeblähten Stellenplänen usw. ausdrückt. Das alles sind zwar Kennzeichen der Bürokraten und des Bürokratismus, doch sie sind noch nicht alles und nicht das Wichtigste. All das muss bekämpft werden, doch vor allem müssen die Auffassungen bekämpft werden, die den Bürokratismus kennzeichnen und das Wesen des Bürokratismus bilden. Diese Auffassungen sind idealistisch, reaktionär, konterrevolutionär, antimarxistisch, von der Ideologie der feudalen und bürgerlichen Ausbeuterklassen inspiriert und dienen diesen Klassen als Waffe, um über die Volksmassen zu herrschen, um sie zu unterdrücken und auszubeuten. «Der Bürokratismus», sagt Genosse Enver Hoxha, «ist eine Form des Denkens und Handelns im offenen Gegensatz zum Volk und seinen Lebensinteressen». (Enver Hoxha, Berichte und Reden 1967-1968, alb. Ausgabe, S. 43).

Ohne diese Auffassungen, die die Bürokraten und den Bürokratismus kennzeichnen, fortwährend und nachdrücklich in allen ihren Erscheinungen zu bekämpfen, kann der Bürokratismus weder in der Praxis noch in den organisatorischen Formen, weder in den Arbeitsmethoden noch im Arbeitsstil ausgemerzt werden.
Welche Auffassungen sind es aber, die dem bürokratischen Denken und Handeln zugrunde liegen? Es sind Auffassungen, wonach die Apparate und ihre Beamten das Gesetz machen, leiten und kommandieren, über alles diktieren und beschliessen, während die breiten Massen des Volkes nur eine blinde Menge darstellen, die nur nach den Befehlen und unter dem Diktat der Bürokratie zu arbeiten und zu, produzieren hat. Die Auffassungen des Bürokratismus sind durch und durch idealistisch, reaktionär, unvereinbar mit den sozialistischen Wesen als Staat der Arbeiter und Bauern, der sich in seiner ganzen Tätigkeit auf die Massen stützt und stützen muss und sich von dem Prinzip leiten lässt, dass die Volksmassen schaffen, die Welt und die Gesellschaft aufbauen und umgestalten und folglich alle Verdienste in erster Linie und vor allem ihnen und nicht den Individuen gebühren, mögen sie noch so überragend, gebildet und tüchtig sein.
Bürokratismus und Bürokraten, hat Genosse Enver Hoxha betont, sind volksfeindlich, sind Feinde des Volkes, der Partei und der Volksmacht, denn sie versuchen, Leitungsmethoden wiedereinzuführen, die für die alten Gesellschaftsordnungen kennzeichnend sind, in denen die die breiten Massen des Volkes unterdrückende und ausbeutende Minderheit herrscht. Mit ihren Auffassungen und Praktiken entstellen sie den zutiefst demokratischen Charakter unseres Staates und unserer ganzen sozialistischen Ordnung, entstellen sie ihre Normen und Gesetze, die sie nur als blindlings durchzuführende Befehle von oben ansehen. Sie beachten nicht die Stimme der Massen, ihre Ansichten und Kritiken, sie erdrosseln alle ihre revolutionären Handlungen, sie versuchen, sich den Massen im Namen der Macht und des Gesetzes aufzuzwingen, sie führen sich ihnen gegenüber arrogant und hochmütig, herrisch und dünkelhaft auf, sie stellen ihr «Ich», ihren Posten, ihre Interessen und Privilegien über alles.

Erwähnenswert ist hier, dass die Bürokraten und Technokraten angesichts des revolutionären Handelns und der Kritik der Partei und der Massen ihr wahres Gesicht zu verbergen suchen. Sie schwenken die Fahne der Partei, handeln aber gegen die Partei; sie spielen sich so auf, als hielten sie sich an die Normen und Gesetze des Staates, entstellen sie aber; sie tun so, als seien sie für die Massenlinie, benehmen sich aber den Arbeitern, Bauern und Soldaten gegenüber wie Herrscher; sie sagen, sie seien für die Demokratie, verletzen aber jede demokratische Freiheit, erdrosseln jede Kritik der Massen. Sie schaffen damit eine schwierige Lage, rufen Unzufriedenheit bei den Volksmassen hervor, stürzen sie in Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit, stumpfen bei ihnen jede Begeisterung ab und halten sie vom revolutionären Kampf zurück, verbreiten Angst und Misstrauen, lähmen die Initiative und Selbstbetätigung. Damit werden unvermeidlich die Verbindungen der Partei und der Staatsmacht mit der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen angeschlagen, jene starke Einheit zwischen ihnen, auf der die Kraft und die Unverbrüchlichkeit unserer sozialistischen Ordnung beruhen.
All das stellt den Parteiorganisationen und -gremien die grosse Aufgabe, den Massen bewusst zu machen, dass der Kampf gegen den Bürokratismus in all seinen Erscheinungen notwendig ist, sie in dieser zur Verteidigung und Festigung der Diktatur des Proletariats lebenswichtigen Schlacht zu organisieren, zu mobilisieren und zu leiten. Doch so wie die Bürokraten und Technokraten Feinde der Volksmassen sind, sind auch die Volksmassen ihre unversöhnlichen Feinde. Das heisst, dass als einzig richtigen und sicheren Weg dazu, diese üblen Krankheiten zu bekämpfen und auszurotten, die Massen selbst sich erheben müssen, diesen historischen Kampf in ihre Hand nehmen und bis zum Schluss führen müssen. Es ist unbedingt notwendig, dass die Kritik und Kontrolle der Massen von unten umfangreich entwickelt werden, dass alle Bedingungen geschaffen werden, damit die Massen offen und ohne zu zögern ihre Meinung äussern, dass jede Erscheinung von Rache, Arroganz und Dünkel scharf verurteilt, dass ausnahmslos alle Kader von den Massen kontrolliert, dass die breiten Massen aktiv zur Leitung der staatlichen und gesellschaftlichen Angelegenheiten herangezogen werden.
Die Bürokraten und Technokraten glauben, ohne sie und ihre Apparate könne man nicht auskommen, sie seien zum Führen und Leiten ausersehen, sie stünden über allen anderen, sie allein verstünden etwas von den Staatsangelegenheiten, von der Wissenschaft und Technik, die anderen, die Klasse und die Massen, müssten sich ihnen allein fügen, nur ihren Befehlen folgen und alles, was sie sagen, blindlings ausführen. Und so oft Schwierigkeiten auftreten, sehen sie keinen anderen Ausweg, ausser die Stellenpläne aufzublähen, mehr Menschen in den Apparaten einzustellen, denn ihnen bedeuten die Apparate alles. Doch die Aufblähung der Organe und Apparate vergrössert die Zahl der Gliederungen und Angestellten, züchtet unproduktive Elemente, also auch die Bürokratie, die den Massen die Macht und die Leitung der verschiedenen Angelegenheiten entwendet und so schädliche und zu verurteilende Eingebildetheit, Arroganz und Willkür erzeugt.

Die Partei trägt uns daher auf, die Beschlüsse zu beachten, wie die Apparate und Korrespondenzen vereinfacht werden sollen, zu überprüfen, wie wir diese Beschlüsse durchgeführt haben, und Massnahmen zu treffen, damit sie bis zum Schluss durchgeführt werden und das Prinzip strikt beachtet wird, dass unsere Apparate möglichst einfach und beweglich sind, sich fest auf die Massen stützen und dass die Massen aktiv zu den staatlichen Angelegenheiten herangezogen werden. Wir müssen eine möglichst geringe Zahl Angestellte haben, nicht einfach und allein aus wirtschaftlichen Gründen, um keinen kostspieligen Apparat zu haben, sondern besonders, um den demokratischen Charakter der Volksmacht zu bewahren und zu festigen und das grosse Prinzip zu verwirklichen, dass die Macht bei uns nicht nur von den Volksmassen ausgeht und ihnen gehört, sondern dass sie auch ohne die breite und unmittelbare Beteiligung der werktätigen Massen nicht aus geübt werden kann.

Eine der hässlichsten Erscheinungen des Bürokratismus in unserer Zeit sind Technokratismus und Intellektualismus, die mit dem grossen Fortschritt von Wissenschaft und Technik, mit der Entwicklung der Industrie und ihrer Ausrüstung mit moderner Technik, mit dem Anwachsen der Schicht der Intelligenz zusammenhängen. Technokratismus und Intellektualismus sind zwei Stützpfeiler des Bürokratismus, sie halten ihn am Leben, nähren und stärken ihn. Wie die Partei gesagt hat, sind sie eine Vervollkommnung der Bürokratie entsprechend der grossen Rolle, die Wissenschaft und Technik bei der Entwicklung der Gesellschaft erhalten haben, sind sie Ausdruck der bürgerlichen Politik und Ideologie im gegenwärtigen Stadium der Herrschaft des Monopolkapitals.

Die Bourgeoisie und die Revisionisten haben den Technokratismus und Intellektualismus zu einem ganzen System erhoben, das sie der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen entgegenstellen. Ihre Ideologen versuchen zu beweisen, dass unter den Bedingungen einer grossen wissenschaftlich-technischen Revolution die Wissenschaftler, Techniker und Spezialisten alles bestimmen und entscheiden, dass ohne sie nichts getan werden könne. Sie verherrlichen die Rolle der Technik und leugnen die Rolle des Menschen, sie verherrlichen die Rolle der Technokratie und leugnen die Rolle der Massen als entscheidende schöpferische und Produktivkraft, die die gesamte Entwicklung der Gesellschaft vorwärtstreibt.
Gegen die Einflüsse dieser Ideologie sind auch unsere Menschen nicht gefeit. Wir stossen manchmal auf verschiedenen Lebensgebieten auf diese Vorstellungen:
in der Produktion, im Bildungswesen, im Militär usw., wo einige Menschen ihre „Fähigkeiten“ und ihre »Tüchtigkeit« überschätzen, die Technik und das Fach in den Vordergrund stellen, sich angeblich auf die Daten der Wissenschaft stützen und so das revolutionäre Denken und Handeln der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen mit Füssen treten. Sie stellen sich diesen mit intellektualistischer und technokratischer Arroganz entgegen, erdrosseln ihre schöpferische Initiative, beachten ihre Meinungen, Bemerkungen und Kritiken nicht, zwingen ihnen ihren Willen auf und erheben sich so über die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen. Das ist eine sehr gefährliche und schädliche Entstellung der Beziehungen Kader-Massen, die auf keinen Fall zugelassen werden darf und überall, sooft sie auftritt, heftig bekämpft werden muss.

Die Partei und die Volksmacht entfalten nach wie vor eine grosse Arbeit, um Kader auszubilden, die mit hohen wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen ausgerüstet sind. Sie haben grosse Möglichkeiten und Bedingungen geschaffen, damit die Kader ihren kulturellen Horizont erweitern und ihre berufliche Qualifizierung erhöhen. Gleichzeitig hat die Partei eine qrosse Arbeit für ihre ideologisch-politische Erziehung geleistet, damit. die Kader nicht nur in ihrem Beruf tüchtig sind. sondern vor allem konsequente Revolutionäre, politische Menschen, die die Parteilinie und die Lehren des Marxismus-Leninismus verstehen und bei ihrer ganzen Tätigkeit anwenden. Diese Arbeit ist aber anscheinend ungenügend und nicht auf dem erforderlichen Niveau gewesen. Daher kam es in einigen Sektoren zu Erscheinungen des Bürokratismus und Technokratismus.

Die Partei und die Volksmacht haben die Arbeit der Kader und der verschiedenen Fachkräfte insgesamt richtig eingeschätzt, sie würdigen ihre Fähigkeiten und ihr Können, ihre grossen Anstrengungen an der Seite der Massen für den sozialistischen Aufbau des Landes. Doch sie haben nie zugelassen, dass einige Menschen den Arbeitern, Bauern und Soldaten im Nacken sitzen und ihre Stimme missachten. In Albanien ist die Arbeiterklasse an der Macht, herrscht die Diktatur des Proletariats, von der Partei der Arbeit geführt. Die Fachleute und Techniker sind Helfer der Arbeiterklasse und müssen ihr Können in den Dienst des Volkes, des Vaterlandes und des Sozialismus stellen. Sie können nicht das Gesetz machen und sich der Arbeiterklasse und den anderen werktätigen Massen aufzwingen, sie müssen sich wie alle anderen den Gesetzen der Diktatur des Proletariats fügen, die den Willen der Arbeiterklasse, als führender Klasse des Staates und der gesamten Gesellschaft, ausdrücken.

Bürokratismus und Technokratismus stellen eine grosse Gefahr für die Kader dar, ihre Erscheinungen infizieren jedoch auch die Massen, denn sie züchten bei ihnen Gleichgültigkeit, die falsche Ansicht, «oben» weiss man alles, und alles „hängt von oben ab“, das Gefühl der Unterwerfung und Angst. Mutlosigkeit und mangelnde Courage. Anhand von zahlreichen Tatsachen ist erwiesen, dass dort, wo Bürokratismus und Technokratismus herrschen und nicht bekämpft werden Stillstand entsteht. Die Menschen sehen zwar, dass die Parteilinie und -normen verletzt, dass die Gesetze des Staates mit Füssen getreten werden, dass falsch gehandelt wird, dass die Rechte der Werktätigen verletzt werden, sie sagen aber nicht mit Nachdruck ihre Meinung und erheben sich nicht, um die Bürokraten und Tech-nokraten in die Schranken zu weisen. Es ist daher unbedingt notwendig, grosse Lehren zu ziehen und unsere Arbeit zu verbessern, nicht nur, um die Kader zu erziehen, damit sie stets Diener des Volkes bleiben, sondern vor allem, um die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen zu erziehen, damit sie die Gefahr des Bürokratismus und Technokratismus eingehend verstehen, damit sie wissen, wie dagegen gekämpft werden muss, damit sie sich ihrer Stellung und Rolle als Herren des Landes bewusst werden und Mut und Courage entfalten, um sich zum Kampf gegen jeden zu erheben, der den Weg der Partei verlässt.

Die grossen Diskussionen in der Partei und im Volk im Zusammenhang mit den Reden des Genossen Enver Hoxha «Über die weitere Revolutionierung der Partei und der Staatsmacht», «Die Arbeiterklassenkontrolle», «Die Massen bauen den Sozialismus auf, die Partei macht sie dazu bewusst« und besonders die Diskussionen über die Materialien des 4., 5. und 6. Plenums des Zentralkomitees der Partei haben klar gezeigt, welche grossen revolutionären Energien die Massen in sich bergen, wie stark und richtig ihr Urteil ist und welche gewaltigen Ergebnisse erzielt werden können, wenn die von der Partei aufgeworfenen Fragen zur Angelegenheit der Massen werden.

Die Partei fordert, dass alles Fremde, das sich den Massen entgegenstellt und sie daran hindert, ihre grosse und entscheidende Rolle im gesamten Leben des Landes zu spielen, mit dem eisernen Besen hinweggefegt wird. Die Parteiorganisationen, alle Kommunisten müssen stets und überall an der Spitze dieses historischen Kampfes stehen und mit ihrem Vorbild, ihrem Mut und ihrer Prinzipienfestigkeit die Massen begeistern, mobilisieren und leiten. Als politischer Stab der Arbeiterklasse übernahm und erfüllt die Partei die Aufgabe, das Bewusstsein in die Massen zu tragen, sie zu organisieren. sie in Aktionen einzusetzen und sie auf dem Weg der siegreichen Revolution zu führen.

Der Bürokratismus ist eine gefährliche Krankheit, gegen die auch die Partei nicht gefeit ist. Diese Gefahr wird besonders gross, wenn die Partei an der Macht ist, wenn ihre Kader Machtfunktionen bekleiden und verschiedene Sektoren des Lebens leiten. Der bürokratische und technokratische Druck von Seiten des Staatsapparats, der Technik usw. wirkt auch auf die Partei durch ihre Menschen, die in diesen Apparaten tätig sind. Ausserdem besteht der grosse Druck der uns einkreisenden kapitalistischen und revisionistischen Welt, es existiert der innere, von der Vergangenheit geerbte bürgerliche Druck, der noch nicht verschwunden ist.
Der Klassenkampf wird dadurch auch in der Partei heftig. In ihren Reihen gibt es ebenfalls Menschen, die diesen Erpressungen erliegen und vor ihnen kapitulieren, soweit, dass sie sogar die Eigenschaften des Revolutionärs verlieren und in antisozialistische Elemente, in Lakaien der Bourgeoisie und des Revisionismus entarten. Die Gefahr, die diese Menschen für die Geschicke des Sozialismus darstellen, hat sich durch die bittere Erfahrung der Sowjetunion bestätig, wo sie die Errungenschaften der Oktoberrevolution unterhöhlten und der Wiederherstellung des Kapitalismus den Weg bahnten. Es wurde auch durch die Erfahrung unserer Partei und unseres Landes bewiesen. Nur konnten die Feinde bei uns nicht ihre konterrevolutionären Ziele erreichen, denn die Partei blieb wachsam und enthüllte und zerschlug rechtzeitig alle ihre volksfeindlichen und antinationalen Pläne und Komplotte. Aus dieser Erfahrung müssen wir grosse und wichtige Lehren ziehen.

Wir dürfen nie vergessen, dass die Feinde ihre Speerspitze stets gegen die Partei, gegen ihre Führung und ihre Einheit, gegen ihre Verbindungen mit der Arbeiterklasse und den Volksmassen gerichtet haben. Ihr Ziel ist, die Partei zu lähmen und zu spalten, sie vom Volk zu trennen, ihr die führende Rolle zu nehmen und sie in eine bürgerliche und revisionistische Partei zu entarten. Unsere hohe Aufgabe ist es, die Partei zu beschützen und zu festigen, ihre Mitglieder fortwährend zu erziehen und zu stählen, sie ununterbrochen zu revolutionieren, um die Partei unverbrüchlich und unbesiegbar zu machen, damit fähig ist, ihre führende Rolle a1s die sicherste Gewähr für die ununterbrochene Entwicklung der Revolution und den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus immer besser auszuüben.
Die Partei, ist die einzige führende Kraft des Staates und des ganzen Lebens unserer Gesellschaft. In dieser Kardinalfrage darf es keinen Dualismus geben. Die Diktatur des Proletariats kann ohne die alleinige Führung durch die revolutionäre Partei der Arbeiterklasse nicht verstanden und verwirklicht werden. Die Partei führt überall und muss überall führen, in jeder Frage, in jedem Sektor, in jeder Zelle unserer sozialistischen Gesellschaft. Bei uns gibt es nicht zwei oder drei Richtungen und es kann sie auch nicht geben:
eine ideologische Richtung, die von der Partei verwirklicht wird, und eine ökonomische, technische, administrative oder militärische Richtung, die von anderen Organen verwirklicht wird. Zwischen der Partei und den anderen Organen von Staat, Wirtschaft, Technik, Militär oder Gesellschaft kann es keine Parallelität oder gar Gleichheit geben. Die Partei führt und leitet überall. Das ist das Gesetz der sozialistischen Revolution, Überall muss die Partei das Kommando innehaben, bei allen Angelegenheiten muss ihre Politik das Kommando führen. Jede Schwächung der führenden Rolle der Partei, sei sie noch so gering, birgt grosse Gefahren. Und im Prozess des sozialistischen Aufbaus darf diese Rolle nicht verringert werden, sondern sie wächst immer mehr, je komplexer das Leben des Landes wird, je aktiver sich die Massen an der historischen Aktivität beteiligen.

Es ist sehr wichtig zu begreifen, dass nicht die führenden Kader und die Parteiapparate die Partei sind. Die Partei das ist die grosse organisierte Masse der Kommunisten. Die erstere Auffassung zu vertreten, hieße, dass die Apparate und einige Menschen, die die Führung innehaben und in den leitenden Organen sind, alles tun. Damit würde man den wahren Sinn der Partei als organisierte Vorhutabteilung der Arbeiterklasse entstellen. Die Angelegenheiten der Partei sind so zahlreich, dass sie nie von Angestellten, indem die Apparate aufgebläht werden, erledigt werden können. Das würde nur dazu führen, dass sich der Bürokratismus in der Partei verbreitet, wodurch sie ersticken, verkalken und entarten würde. Die Angelegenheiten der Partei müssen von den Kommunisten selbst in die Hand genommen und von ihnen geleitet werden. Sie müssen sich erheben und Versammlungen durchführen, diskutieren, kritisieren, kontrollieren, Rechenschaft verlangen und ablegen, erklären und begründen, Beschlüsse treffen, mit einem Wort, selbst aktiv sein und nicht erwarten, dass andere ihre Angelegenheiten erledigen, dass andere ihre Probleme lösen.

Die Kommunisten, die in den Staats-, Wirtschafts- oder Militärorganen arbeiten, müssen, wenn sie auch tüchtige Techniker und Fachkräfte sind, in erster Linie politische Menschen, Fachleute der Parteilinie sein, sie müssen alle Fragen ihres Arbeitssektors in erster Linie, politisch betrachten, sie müssen stets nicht der Technik und den Waffen, sondern den Menschen und der Parteipolitik das Kommando geben, denn als Kommunisten sind sie in erster Linie für die Durchführung der politischen Linie der Partei in dem Bereich, in dem sie arbeiten, vor der Partei verantwortlich. Wenn sie an die Basis, in die Betriebe und in die Schulen oder in die Militärverbände zur Kontrolle gehen oder um dort zu helfen, wird von ihnen gefordert, dass sie nicht als Bürokraten und Technokraten vorgehen, nur mit Fachleuten, Technikern und Leitern Fühlung aufnehmen, sondern dass sie unbedingt mit der Partei im Bezirk und an der Basis, mit der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen Kontakt aufnehmen, deren Bemerkungen, Kritiken und Anregungen aufmerksam anhören, sich stets der Kontrolle der Partei, der Arbeiterklasse und der Massen unterstellen, vor ihnen Rechenschaft ablegen und ihre Hilfe verlangen, um die sie bewegenden Probleme zu lösen.

Der Kampf gegen Bürokratismus, Technokratismus und Intellektualismus ist ein langer, komplizierter und vielseitiger Kampf. Er ist ein Kampf in der Politik und Ideologie, in der Wirtschaft und Organisation, in der Kultur und Verwaltung. Um diesen Kampf erfolgreich durchzuführen, genügt es nicht, richtige Vorstellungen zu haben und eine korrekte Methode anzuwenden. Man muss dazu unbedingt organisatorische, ökonomische und administrative Massnahmen treffen, um die objektiven Bedingungen zu schaffen, die es unmöglich machen, dass Bürokratismus, Technokratismus und Intellektualismus entstehen und sich verbreiten, damit die Kader stets Diener des Volkes bleiben, damit die Massen ihre entscheidende Rolle wirklich spielen und damit die Partei stets revolutionär bleibt und überall die Führung einnimmt.

Unsere Partei führte und führt diesen Kampf frontal, in jeder Richtung und unter Einsatz aller Mittel. Das hohe Ziel dieses Kampfes ist, dass der Prozess der sozialistischen Entwicklung des Landes sich niemals in einen bürokratischen Prozess verwandelt, sondern unter der Führung der Partei der Arbeiterklasse und fest gestützt auf die Lehren des Marxismus-Leninismus, seine revolutionären Eigenschaften bewahrt, sich als schöpferischer Prozess entwickelt, als lebendiges Werk der werktätigen Massen.