zurück zur Literatur über Albanien

DIE OBJEKTIVEN UND SUBJEKTIVEN FAKTOREN IN DER REVOLUTION

FOTO CAMI - Mitglied des ZK der PAA.
Spezialist für Fragen der marxistischen
Philosophie.

EINES DER WICHTIGSTEN PROBLEME DER REVOLUTIONAEREN THEORIE UND PRAXIS, IST DAS RICHTIGE MATERIALISTISCHE VERSTAENDNIS UND ANWENDEN DER ROLLE DER OBJEKTIVEN UND SUBJEKTIVEN FAKTOREN in der Revolution und beim sozialistischen Aufbau.

Diese Frage ist sehr kompliziert. Sie enthält das Verhältnis zwischen dem Materiellen und dem Ideellen, zwischen dem Sein und dem sozialen Bewusstsein, zwischen der Basis und dem Überbau, zwischen Wirtschaft und Politik, zwischen Praxis und Theorie, zwischen der spontanen Bewegung und der bewussten und organisierten Tätigkeit usw. Wird die eine oder die andere Seite verabsolutisiert, so führt das in der Theorie zum vulgären Materialismus, zum Oekonomismus und zur Propagierung der Spontaneität, oder zum Idealismus, Subjektivismus und Voluntarismus. In der Politik jedoch führt diese Verabsolutisierung zum Opportunismus, Reformismus und Revisionismus oder zum Abenteurertum, Dogmatismus und Sektierertum.
In dieser Sichtweise, bleibt dies ein großes Problem von lebenswichtiger Bedeutung für den Sieg der Revolution und des Sozialismus. Die Einstellung zu diesem Problem ist die Trennungslinie, die Materialisten von Idealisten, die Marxisten-Leninisten von den Opportunisten aller Schattierungen unterscheidet.

Marx und die historischen Verdienste Lenins

Marx entdeckte die materialistische Bedeutung der Geschichte. Er war der erste, der das Verhältnis zwischen dem materiellen und ideellen, dem objektiven und subjektiven Faktor in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft richtig erklärte. Mit dieser großen Entdeckung versetzte Marx nicht nur dem Idealismus im gesellschaftlichen Leben, sondern auch dem Vulgärmaterialismus einen tödlichen Schlag. "Die Waffe der Kritik - schrieb er - kann natürlich die Kritik durch die Waffe nicht ersetzen, die materielle Kraft muss ebenfalls durch materielle Kraft gestürzt werden; aber auch die Theorie wird zu einer materiellen Kraft, sobald sie von den Massen Besitz ergreift." (Karl Marx und Friedrich Engels, Werke, Band I, S. 406, russische Ausgabe). Marx und Engels lebten zu einer Zeit, in der durch die Bewegung der Arbeiterklasse und durch die Ausarbeitung ihrer Ideologie Aufgaben entstanden, die es notwendig machten, vor allem den Idealismus zu verwerfen und die materialistische Grundthese zu beweisen, dass die materiellen Lebensbedingungen der Gesellschaft, also die Produktionsweise jene entscheidende Kraft ist, die das ganze Gesicht der gesellschaftlichen Entwicklung bestimmt, darunter auch die Entstehung und die Entwicklung der gesellschaftlichen Ideen und Theorien ... "Dass von den Jüngeren zuweilen mehr Gewicht auf die ökonomische Seite gelegt wird, als ihr zukommt, haben Marx und ich teilweise selbst verschulden müssen" - schreibt Engels. "Wir hatte den Gegnern gegenüber das von diesen geleugnete Hauptprinzip zu betonen, und da war nicht immer Zeit, Ort und Gelegenheit, die übrigen, an der Wechselwirkung beteiligten Momente zu ihre Recht kommen zu lassen." (Karl Marx und Friedrich Engels, Brief an J. Bloch, Ausgewählte Werke, S.458, deutsche Ausgabe - 1947).
In den letzten Jahren seines Lebens ging Marx in einer Reihe von Briefen nochmal auf diese Frage ein und versuchte, die aktive Rolle des subjektiven Faktors, der Ideen, der Parteien und der verschiedenen Institutionen des Überbaus im allgemeinen hervorzuheben, wobei er den Vulgärmaterialismus und den Oekonomismus kritisierte. "Die ökonomische Lage - so betonte er - ist die Basis; aber die verschiedenen Momente des Überbaus üben auch ihre Einwirkung auf den geschichtlichen Kampf aus und bestimmen in vielen Fällen vorwiegend deren Form." (Friedrich Engel Brief an J. Bloch, Ausgewählte Werk Bd. II, 457, deutsche Ausgabe.) Das Übel aber, gegen das sich Engels wandte, konnte nicht vermieden werde Der Opportunismus, dem der Vulgärmaterialismus und der Oekonomismus zugrunde lagen, nahm in der zweiten Internationale Überhand. Die Theorie von den "Produktivkräften" und Bernsteins berüchtigte Losung "die Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts" wurden zur Grundlage aller opportunistischen Theorie; Revisionisten jener Zeit, die der revolutionären Bewegung der Arbeiterklasse großen Schaden zufügten.

Was für Marx und Engels zu ihrer Zeit nicht möglich war, schaffte Lenin unter neuen historischen Bedingungen. Der Imperialismus, so sagte Lenin, ist die "Epoche, in der, nach der allgemeinen Feststellung der Marxisten, die objektiven Bedingungen für die Zerschlagung des Kapitalismus reif sind...". (Werke. Band 26, S. 119, russische Ausgabe.) Von entscheidender Bedeutung wurde unter diesen Umständen die Rolle des subjektiven Faktors, den Lenin gründlich untersuchte. In seinem Werk "Was tun?" und in vielen anderen seiner Schriften begründete er wissenschaftlich die Notwendigkeit und die Bedeutung der Theorie und der Partei der Arbeiterklasse, indem er mit Nachdruck auf die These hinwies, dass es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Bewegung geben kann und dass nur eine Partei, die von der Vorhutsrolle geleitet wird, die Rolle der Vorhut spielen kann. Lenin arbeitete die Rolle des subjektiven Faktors in heftigem Kampf mit den ideologischen Gegnern des Marxismus aus. Diese betrachteten die Entwicklung der Gesellschaft als einen einfachen evolutionär-spontanen Prozess, der sich ohne fremde Eingriffe weiterentwickelt. Sie behaupteten, der Sozialismus werde sich allmählich und spontan etablieren, als ein natürliches Ergebnis der wirtschaftlichen Entwicklung, ohne Klassenkampf, ohne sozialistische Revolution, ohne Diktatur des Proletariates, ohne Führung durch die marxistische Partei. Es ist Lenins historisches Verdienst, den Opportunismus der verräterischen zweiten Internationale entlarvt und zerschlagen zu haben. Lenin entdeckte als erster in der Geschichte des marxistischen Denkens die ideologischen Wurzeln des Opportunismus. Er wies nach, dass der Opportunismus gerade dann aufkomme, wenn der Oekonomismus und die Spontaneität in der revolutionären Bewegung der Arbeiterklasse gepredigt wird.
Lenin führte auch einen entschlossenen Kampf gegen den Subjektivismus und den Voluntarismus der kleinbürgerlichen und Narodnik-Ideologen, gegen die Syndikalisten, Trotzkisten und "linken" Opportunisten, die in der Tat die Rolle und die Bedeutung der objektive Bedingungen verneinten und alles vom Willen und Bewusstsein der Menschen abhängig machten.
Unter den gegenwärtigen Bedingungen, kam die Rolle des objektiven und des subjektiven Faktors wieder als großes aktuelles Problem auf, da in der Theorie und Praxis große Entstellungen auftauchten, die der revolutionären Bewegung großen Schaden zufügen. "Gegenwärtig - betonte Genosse Enver Hoxha auf dem VI. Parteitag der PAA - sind wieder verschiedene Theorien belebt worden, die die Spontaneität in der revolutionären Bewegung predigen, die Rolle des bewussten Faktors unterschätzen und die Rolle der Theorie und der Partei des Proletariates verleugnen." Die modernen Revisionisten, mit den sowjetischen voran, stützen sich genau wie ihre Vorgänger - die Opportunisten der zweiten Internationale - auf die Theorien der Produktivkräfte, auf den Oekonomismus und Reformismus. Sie bemühen sich zu beweisen, dass der heutige Kapitalismus in den Sozialismus hinüberwächst: Die Arbeiterklasse könne den Weg zum Sozialismus auch im Rahmen der bürgerlichen Ordnung gehen, man könne durch Reformen, auf friedlichem Weg, durch eine Evolution zum Sozialismus gelangen, den Kampf für den Sozialismus könnten auch nicht proletarische Klassen und Parteien führen, der Sozialismus könne auch auf der Grundlage anderer "sozialistischer" Ideologien, also auch auf der nicht-marxistisch-leninistischer Ideologien, aufgebaut werden.
Andere Ideologen, die von der "neuen Linken" Lateinamerikas und Europas kommen, gehen noch weiter. Sie behaupten, es wäre notwendig, sozialistisches Bewusstsein in die Arbeiterklasse und in die werktätigen Massen hineinzutragen. Sie meinen, die Rolle der Vorhut könne schon eine "aktive Minderheit" spielen, die "als Ferment" in der Revolution auftaucht. Sie behaupten, dass das Bewusstsein und die Organisation spontan im Kampf auftauche. Sie lehnen die Notwendigkeit einer marxistischen Partei, ihrer führenden Rolle und die leninistischen Prinzipien ihres Aufbaus ab. Um diese unmarxistischen Aussagen zu rechtfertigen, versuchen ihre Parteigänger nachzuweisen, dass Lenin den marxistischen Begriff über das Verhältnis zwischen sozialistischem Bewusstsein und spontaner Bewegung, zwischen Partei und Masse entstellt habe. Sie behaupten, dass er die Lehre von Marx über die Partei nicht weiterentwickelt hat, sondern eine eigene Theorie schuf, die mit der Lehre Marx' nichts zu tun hat, ja ihr sogar widerspricht. Lenins Lehre könne vielleicht für rückständige Länder zutreffen, für die heutigen Bedingungen der fortgeschrittenen entwickelten kapitalistischen Länder sei sie jedoch ungeeignet. Denn dort habe sich der Abstand zwischen der Vorhut und der Klasse sehr verringert und verringere sich weiterhin. Die Arbeiterklasse sei heute imstande selbst zum sozialistischen Bewusstsein zu gelangen. Bei solch einer Verwirrung ist ein heftiger Kampf notwendig, um die marxistisch-leninistischen Prinzipien vor den revisionistischen Entstellungen der verschiedenen Revisionisten und Opportunisten zu beschützen. „Die Situation sieht so aus,“ sagte Genosse Enver Hoxha, auf dem VI. Parteitag der PAA – „dass die praktische Bewegung der Massen stets vorwärts schreitet, während der subjektive Faktor, ihr Bewusstsein, ihre Organisiertheit und Leitung in vielen Ländern zurückgeblieben ist und den Aufgaben der Zeit nicht entspricht.“ Dies liegt vor allem an dem großen Verrat der modernen Revisionisten, der in den Reihen der revolutionären Bewegung eine ideologische und politische Verwirrung stiftete. So blieben die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen vieler Länder unbewaffnet und ohne revolutionäre Bewegung. Diese Lücke wird jetzt dadurch gefüllt, dass junge marxistisch-leninistische Parteien gegründet wurden und sich festigten. Diesen fällt die historische Aufgabe zu, die Massen von Opportunismus und Revisionismus zu befreien und sie in die Revolution zu führen.

Die historische Gesetzlichkeit und die revolutionäre Initiative

Auf dem VI. Parteitag der PAA analysierte Genosse Enver Hoxha die heutige Lage in der Welt. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass sich die Situation zugunsten der Revolution entwickelt. Er sagte auch, dass die Völker allgemein die Revolution anstreben und dass die Revolution die Entwicklung der heutigen menschlichen Gesellschaft einleitet und bestimmt.
Diese Schlussfolgerung ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse der heutigen Realität in der Welt. Sie ist das Ergebnis der Widersprüche im Kapitalismus und Imperialismus, von Widersprüchen, die die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen unvermeidlich zur Revolution führen. Dies ist der einzige Weg, damit sie von Unterdrückung und Ausbeutung erlöst werden, der einzige Weg um die Umgestaltung der Welt auf neuen sozialistischen und kommunistischen Grundlagen zu verwirklichen. Der Kapitalismus schafft die materiellen Voraussetzungen und die sozialen Kräfte zur Durchführung der proletarischen Revolution. Ohne den bewussten Faktor jedoch kann "keine gründliche Umgestaltung stattfinden."
Der Kapitalismus selbst - betonte Lenin - bringt den eigenen Totengräber hervor, der Kapitalismus selbst bringt die Elemente einer neuen Ordnung hervor, gleichzeitig aber können diese besonderen Elemente ohne einen "Sprung" keine Veränderung in der allgemeinen Lage verursachen und greifen die kapitalistische Herrschaft nicht an." (W. I. Lenin, BM.16. S.405.). Die Reformisten und die modernen Revisionisten versuchen mit ihren antimarxistischen "Theorien" zu beweisen, dass der heutige Kapitalismus zum Sozialismus übergehen kann, und zwar durch Reformen und durch die Erweiterung der .bürgerlichen Demokratie und ihrer Institutionen. Das heißt, allmählich werden wichtige Positionen in Wirtschaft und Politik besetzt und dann übernimmt man nach und nach die ganze Macht. Damit soll also der Übergang zum Sozialismus gewährleistet sein. Die Philosophie dieser Theorie ist, der ökonomische Vulgärmaterialismus, der die Rolle des subjektiven Faktors in der Geschichte, die Rolle des Klassenkampfes und der marxistisch-leninistischen Partei verneint und das Objektive mit dem Spontanen vermischt. Methodologisch gesehen wird hier die Dialektik verneint und durch die einfache Evolution ersetzt. Politisch gesehen sind diese Theorien eine Kampfansage gegen die marxistisch-leninistische Theorie von der Revolution und der Diktator des Proletariates. Diese Theorien sind nichts anderes als die Idee vom Hinüberwachsen des Kapitalismus zum Sozialismus. Die sowjetischen und andere Revisionisten wollen ihre reformistischen Theorien glaubhafter machen. Deshalb entstellen sie völlig den Begriff der revolutionären Situation als notwendige objektive Voraussetzung für den Sieg der Revolution.
Nach ihnen entsteht die revolutionäre Situation unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht durch die Verschärfung der sozialen, wirtschaftliche und politischen Widerspruche bis zum kritischen Punkt. Nach ihnen kommt es auch nicht soweit, dass der Volkshass dann stürmisch ausbricht. Sie behaupte dagegen, dass die Arbeiterklasse allmählich das Aufmarschgebiet gegen die Macht der Monopole vergrößern könne, indem sie diese schrittweise von den politischen und wirtschaftlichen Schlüsse Stellungen verdränge. Unter diesen Umständen, könnte die revolutionäre Situation auch die Form einer Kette von miteinander eng verbundenen Teilkrisen annehmen, die sich hinanziehen und voneinander relativ unabhängig sind, während eine jede zur Eroberung bestimmter Positionen führt und alle zusammen die Revolution bilden. Die modernen Revisionisten betrachte also die Revolution als einen einfachen revolutionären Vorgang, als einen Komplex von Reformen. Nach ihnen ist die Grenze zwischen Revolution und Reform verschwunden. Unter den heutigen Bedingungen, behaupten sie, werden die demokratischen Umwandlungen, die „Struktur“ Reformen zu Etappen des Weges zum Sozialismus, zu Formen, der Annäherung an den Sozialismus, des Überganges zum Sozialismus. Während die modernen Revisionisten sich als Rechtsopportunisten, an die kleinen wirtschaftlichen Forderungen, an die Reformen, an die Almosen der Bourgeoisie klammern und ihnen zuliebe das Endziel opfern, die Revolution und die Diktatur des Proletariates leugnen, leugnen einige "linke" Elemente die Notwendigkeit der "Kleinarbeit", des Kampfes um wirtschaftliche, soziale und politische Forderungen der Werktätigen, der legalen Arbeit in den Massenorganisationen. Sie verwischen einfach die Etappen der Revolution und äussern sich gegen die verschiedenen Bündnisse. Sie wollen die Revolution sofort machen, sie wollen sofort die Macht erkämpfen und auf einen Schlag den Sozialismus errichten.
Die Opportunisten aller Schattierung erkennt man natürlich am besten daran, dass sie alle Unterschiede vollständig vertuschen, die es gibt zwischen der Evolution und der Revolution, zwischen Reformen und dem qualitativen Sprung, zwischen dem Kampf um Demokratie und Unabhängigkeit einerseits- und dem Kampf um Sozialismus andererseits, zwischen dem Kampf um Tagesforderungen und dem Kampf um Grundsätzliches. Die Marxisten-Leninisten unterscheiden sich von den Reformisten, von den modernen Revisionisten und von den linken Opportunisten darin, dass sie das richtige Verhältnis zwischen diesen beiden Seiten des revolutionären Kampfes finden. Diese zwei Strömungen haben ihre ideologischen Wurzeln in der einseitigen Behandlung des revolutionären Prozesses. Wie Lenin sagte, "übertreiben sie fortwährend und erheben einmal dieses, einmal jenes Merkmal der kapitalistischen Entwicklung, einmal diese, einmal die andere Lehre dieser Entwicklung zu einer einseitigen Theorie, zu einem einseitigen taktischen System... Das reale Leben aber, die reale Geschichte umfasst in sich diese verschiedenen Tendenzen, genauso wie das Leben in der Natur sowohl die langsame Evolution als auch die raschen Sprünge, sowohl die Unterbrechungen als auch die Allmählichkeit in sich einschließt." (Lenin, Werke, Band 20, S.66, russische Ausgabe)
Für die heutigen Revisionisten, wie für alle Rechtsopportunisten, ist die Philosophie der Spontaneität, der Passivität, des Beobachtens kennzeichnend, die die objektiven Bedingungen überschätzt und untätig abwarten lässt, bis alle Faktoren der Revolution reif sind. Die modernen Revisionisten tun aber nichts, um die subjektiven Bedingungen vorzubereiten. Durch ihren Verrat stiften sie nur große ideologische und politische Verwirrung. Wenn einmal eine revolutionäre Situation entsteht, so lassen sie nichts unversucht, um jede revolutionäre Bewegung der Massen zu bremsen und wollen nicht zulassen, dass sie den machthabenden Klassen den entscheidenden Schlag versetzen. Unter denn Verwand, dass die "objektiven Voraussetzungen" fehlen und dass die Gefahr des Abenteurertums bestehe, wirken sie als Lakaien der Bourgeoisie und drosseln jede revolutionäre Initiative und Tätigkeit der Massen, die die Revolution näher bringen und beschleunigen. Auch in dieser Frage kämpfen die Marxisten-Leninisten in zwei Richtungen: einmal gegen die modernen Revisionisten, zum anderen gegen die "linken" Strömungen, deren Vertreter die Rolle der "subjektiven Tätigkeit" bei der Umgestaltung der Wirklichkeit überschätzen, ja verabsolutisieren und die Rolle der objektiven Voraussetzungen und der realen Möglichkeiten der Situation leugnen. Maßgebend ist für diese Vertreter nur der Wille der Revolutionäre zum Handeln, sowie ihre Entschlossenheit, sich in Kampf einzusetzen, unabhängig von den Umständen und der Situation. Wenn keine revolutionäre Situation bestehe, dann könne und müsse diese, nach ihnen künstlich heraufbeschworen werden, und zwar durch "Aktionen" einer Kampfgruppe, die aus einigen bewaffneten tapferen und entschlossen Leuten besteht. Das ist in der Tat eine Art Heldentheorie, die die Rolle der Volksmassen als Schöpfer der Geschichte leugnet.
Der Revolutionär ist ein Mensch der Tat, er legt nicht die Hände in den Schoß und wartet auf den "großen Tag" der Revolution, sondern er arbeitet ununterbrochen, um sie vorzubereiten. Die Richtung und die Formen seiner Tätigkeit müssen jedoch stets den objektiven Bedingungen, den realen Situationen entsprechen. Eine Umgestaltung, die der objektiven Realität nicht entspricht und dem Bewusstsein der Massen fremd ist, kann nicht vollzogen werden. Die Aufgaben können nur dann mit Erfolg gelöst werden, wenn sie den Erfordernissen der historischen Entwicklung eines jeden einzelnen Landes sowie dem Bewusstseins- und Organisationsstand der Massen entsprechen. Sonst löst sich die revolutionäre Avantgarde von den Massen und gleitet ab ins Abenteurertum. Revolutionen - betonte der VI. Parteitag der PAA - reifen durch die Situation selbst heran, während ihr Sieg oder ihre Niederlage von dem Stand des subjektiven Faktors abhängt. Diesen Faktor kann aber nicht nur eine Gruppe von Menschen vertreten, auch wenn sie bezüglich der Revolution noch so bewusst und entschlossen sind, ja nicht einmal die Partei kann das. Es ist notwendig, dass der Großteil der Arbeiter die Notwendigkeit der Wendung verstanden hat und bereit ist, sich in den revolutionären Massenaktionen einzusetzen, dass die Kommunistische Partei die große Unterstützung der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen hat, und dass die anderen Schichten des arbeitenden Volkes, auch wenn sie die Partei schon nicht unmittelbar in ihrer ganzen Linie unterstützen, so dies doch in besonderen einzelnen Abschnitten des Kampfes tun.
"Der subjektive Faktor - betonte Genosse Enver Hoxha auf dem VI. Parteitag der PAA - wird weder einfach durch die Aktionen der Guerillazentrale noch durch bloße Agitation und Propaganda geschaffen. Dazu ist es unbedingt notwendig, wie Lenin lehrt, dass sich die Massen aus eigener Erfahrung und Praxis überzeugen."

Ohne revolutionäre Bewegung und die Partei

Die Predigten von der Spontaneität, die eine Ideologie des Opportunismus in der Arbeiterbewegung darstellt, sollen in erster Linie die Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Theorie und der marxistisch-leninistischen Partei abstreiten. Die modernen Revisionisten Verbreiten die Illusion, dass das sozialistische Bewusstsein im Kapitalismus, besonders in den entwickelten Industrieländern, eine spontane Bewegung hervorbringt. Sie behaupten, dass der Sozialismus von selbst komme, als ein Ergebnis der Entwicklung der Produktivkräfte und der Verschiebung des Kräfteverhältnisses auf der Welt zum Schaden des Imperialismus. Sie behaupten, dass unter diesen Umständen allerlei Parteien und Organisationen, angefangen von den bürgerlich-liberalen und den sozialdemokratischen Parteien, bis hin zu den Nationalen Befreiungsfronten und den Gewerkschaften, die im Dienste der Bourgeoisie stehen, Träger der Ideale des Sozialismus und Führer der Bewegung zur sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft werden können. Auf dem Standpunkt der Anbeter der Spontaneität stehen tatsächlich auch einige Vertreter der "linken" Kräfte, unabhängig von ihren subjektiven Absichten und Zielen. Diese leugnen die Notwendigkeit der Theorie, des wissenschaftlichen Bewusstseins, sie erheben sich gegen die These Lenins, dass es ohne revolutionäre Theorie keine
revolutionäre Bewegung geben kann, sie verleugnen die Rolle der Vorhut, die mit der revolutionären Theorie des Marxismus-Leninismus gewappnet ist, sie halten es nicht für notwendig, klare politische Programme und eine wissenschaftliche Strategie und Taktik auszuarbeiten. Für sie ist nur wichtig, dass man die Revolution beginnt und durchführt. Wer sie leitet, ob das eine marxistisch-leninistische Partei oder eine andere Kraft ist, ist für sie ohne Bedeutung. Die Revolutionen, meinen sie, werden von parteilosen oder von einer Partei angehörenden Revolutionären durchgeführt. Sie meinen es gebe keine mathematische Gleichungen, wonach die Vorhut gleich der marxistisch-leninistischen Partei sei, dass die Guerrillakräfte der Keim der Partei seien, dass die Volksarmee den Kern der Partei bilde und nicht umgekehrt usw. usf. Das Leben beweist jedoch auch heute, wie richtig die Schlussfolgerungen des großen Lenin sind, nämlich dass in den Predigten der Spontaneität in der revolutionären Bewegung, die Wurzeln, die Ursprünge sowohl des rechten als auch des linken Opportunismus zu suchen sind.
Genosse Enver Hoxha betonte in seinem Bericht an den Vl. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens: "Es ist jetzt geschichtlich erwiesen, dass die Arbeiterklasse, unter welchen Bedingungen auch immer sie lebt und arbeitet, nicht ohne ihre Partei und nicht von selbst bewusst wird. Die Partei ist es, die die Arbeiterklasse aus einer Klasse an sich in eine Klasse für sich verwandelt!". Aus den objektiven Bedingungen bzw. aus dem revolutionären Kampf selbst entsteht ein gewisses revolutionäres sozialistisches Bewusstsein. Es handelt sich in diesem Falle aber um eine sehr niedrige Stufe dieses Bewusstseins, ein - wie Lenin es nannte - tradeunionistisches Bewusstsein. Das hohe sozialistische Bewusstsein bildet sich nicht von selbst, spontan, sondern nur durch die marxistisch-leninistische Wissenschaft. Diese Wissenschaft eignet sich zunächst der fortschrittlichste Teil der Klasse an, jener Teil, der sich in der proletarischen Partei organisiert, die dann die ganze Klasse erzieht und dabei die revolutionären Ziele und Bestrebungen klar macht, den richtigen Weg zu diesen Zielen weist und die Klasse in ihrem historischen Kampf führt. Die Partei ist unbedingt notwendig, nicht nur, damit in die Arbeiterklasse und in die werktätigen Massen das sozialistische Bewusstsein getragen wird und ihre Handlungen koordiniert werden. Ihr steht auch die führende Rolle in der revolutionären Bewegung zu, sie ist der theoretische, politische und praktische Stab der Revolution auf allen Gebieten - in Politik, Ideologie, Wirtschaft und Militär. Die führende Rolle der Partei leugnen, bedeutet soviel, wie die Arbeiterklasse vor der Bourgeoisie und der Reaktion unbewaffnet zu lassen. Die Geschichte kennt kein Beispiel, wo ohne die Kommunistische Partei der Arbeiterklasse, außerhalb ihrer führenden Rolle oder gar gegen die Kommunisten die proletarische Revolution gesiegt hat und der Sozialismus aufgebaut worden ist. Es kommt vor, dass dort, wo die kommunistischen Parteien schwach bzw. dem Revisionismus oder Reformismus verfallen sind, andere politische Kräfte die Führung der Revolution in die Hand nehmen. In diesem Fall handelt es sich aber um demokratische oder nationale Befreiungsrevolutionen, die sich nur dann in sozialistische proletarische Revolutionen umwandeln können, wenn sich die Arbeiterklasse und deren marxistisch-leninistische Partei an ihre Spitze stellen.
Damit eine Partei ihre erzieherische, organisatorische, mobilisierende und leitende Rolle auch tatsächlich spielen kann, darf sie nicht irgendeine beliebige Partei sein. Die Rolle der revolutionären Avantgarde der Arbeiterklasse kann nur die Partei spielen, die sich von der Vorhutstheorie des Proletariates leiten lässt und auf den, organisatorischen Prinzipien des Marxismus-Leninismus aufgebaut ist. Lenin gehört das historische Verdienst, dem Proletariat gezeigt zu haben, dass es, um den Sieg zu erringen unbedingt seine ideologische Einigkeit auf der Basis der marxistischen Ideologie mit der "materiellen Organisationseinheit" festigen muss, dass es die Millionen von Werktätigen in der Armee der Arbeiterklasse zusammenschließt". (Werke, Band 8, S.404). Darüber hinaus arbeitete Lenin die organisatorischen Grundlagen des Aufbaus der revolutionären Partei der Arbeiterklasse aus. Die chruschtschowschen Revisionisten reden viel davon, dass sie den leninistischen Normen und Prinzipien des Parteiaufbaus treu sind. In Wirklichkeit jedoch haben sie sie mit Füßen getreten, sie ihres revolutionären Inhalts beraubt, sie in revisionistische Normen gezwängt und degeneriert und verwenden sie für ihre konterrevolutionären Ziele. Unter der antimarxistischen Losung von der "Partei des ganzen Volkes" oder der "Massenpartei", liquidierten sie im Grunde genommen den Klassencharakter der proletarischen Parteien und verwischten den Unterschied zwischen der Partei und der Klasse und den Massen. Als Parteien der sozialen Reformen innerhalb der kapitalistischen Ordnung, organisierten sich die revisionistischen Parteien solcherart, dass sie nur noch für die legale Existenz und Tätigkeit innerhalb der bürgerlichen Gesetzlichkeit geeignet sind. Wie damals schon Kautsky und Konsorten, können sich auch die heutigen Revisionisten die Partei nur als legale Partei vorstellen. Auch die wenigen revisionistischen Parteien, die in einigen Ländern, aus historischen Gründen noch immer illegal sind, bemühen sich mit allen Mitteln, das Recht zu erhalten, in die bürgerliche Legalität einzutreten und mit der Bourgeoisie gemeinsame Sache zu machen. Im Gegensatz zu diesen Praktiken, betonte Lenin, dass nur die Arbeiterpartei dieses Namens würdig ist, die imstande ist, notfalls in den illegalen Zustand überzugehen und die legale mit der illegalen Arbeit zu verbinden. Wenn man die legale Organisiertheit und die legale Tätigkeit nicht durch illegale Basen und durch illegale Organisierung und Tätigkeit ergänzt, kann man keine wirklich revolutionäre Arbeit leisten, können die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen nicht für die Revolution und die Diktatur des Proletariates vorbereitet werden.
Liberalismus und Legalismus sind organisatorisch die zwei wichtigsten Quellen der revisionistischen Entartung und zwei Hauptmerkmale der revisionistischen Parteien. Sie entspringen der revisionistischen Linie, Strategie und Taktik des "friedlichen Weges" selbst. Die Abweichung von den ideologischen Prinzipien des Marxismus-Leninismus führt unvermeidlich auch zur Abweichung von den organisatorischen Prinzipien des marxistisch-leninistischen Parteiaufbaus. Das Leben hat bewiesen, dass die Parteien, die in Liberalismus und Legalismus abgleiten, entweder in bürgerliche Parteien des sozialdemokratischen Typs entarten, wie die heutigen revisionistischen Parteien, oder schreckliche Enttäuschungen erleben, die der revolutionären Bewegung sehr teuer zu stehen kommen, wie man es am Fall der KP Indonesiens sehen kann.
Einige der heutigen Revisionisten in Italien, Frankreich und anderswo, gehen noch weiter. Sie bemühen sich zu beweisen, dass die leninistischen Normen und Prinzipien des Parteiaufbaus ihre Gültigkeit verloren haben, dass sie in einem bestimmten Maße nur noch für rückständige Länder gelten können, für die entwickelten kapitalistischen und sozialistischen Länder aber, müssten sie durch neue Normen ersetzt werden. Sie sagen offen, dass es sich nicht nur um einige Teilkorrekturen am Leninschen Parteimodell handle, sondern um "tief greifende Änderungen am Modell selbst". Sie sagen, dass man "das Problem global überprüfen und ein neues System der organisatorischen Prinzipien festsetzen" müsse.
Sie greifen ganz besonders das Grundprinzip des Parteiaufbaus - den demokratischen Zentralismus an, den sie als die Urquelle aller Übel betrachten, als die Wurzel des Bürokratismus und der Entartung der Partei. Sie sind für eine lockere Partei, ohne Disziplin und Gedanken- und Aktionseinheit, sie sind für die vollständige Freiheit, für entgegengesetzte Fraktionen und Linien, sie stellen sich die Partei als ein Gebäude mit zwei Eingängen, als einen Klub für Diskussionen vor, und das betrachten sie als das höchste, was es an Demokratie gibt.
Der Zentralismus und die Demokratie sind zwei Prinzipien die eine Einheit bilden. Auf ihrer Basis bildet und stählt sich die Aktions- und Gedankeneinheit der Partei, die dann ihre führende Rolle in der ganzen revolutionären Tätigkeit spielen kann. Der Zentralismus ohne Demokratie wird zu einem bürokratischen Zentralismus, wodurch sich die Führung über die Partei und die Klasse und gegen sie stellt. Die Demokratie ohne Zentralismus jedoch, führt zu Zerfall, Anarchie und Verwirrung. Das Übel also liegt nicht im Prinzip des demokratischen Zentralismus, sondern in der Gegenüberstellung von Zentralismus und Demokratie. Im Leben entstehen zwischen diesen zwei Seiten immer wieder Widersprüche. Es geht aber im wesentlichen darum, dass man weiß, wie man diese Schwierigkeiten überwinden kann und das Prinzip des demokratischen Zentralismus im Einklang mit den Bedingungen anwenden muss, unter denen die Partei wirkt. Dies gilt genauso für eine illegale, wie für eine legale oder halblegale Partei, im Kapitalismus oder im Sozialismus. Ebenso muss man dieses Prinzip im Einklang mit den Entwicklungsetappen der Revolution und der Partei selbst anwenden. Die Formen, wie der Zentralismus und die Demokratie verwirklicht und kombiniert werden, sind verschieden und müssen verschieden sein. Das Prinzip des demokratischen Zentralismus aber bleibt nach wie vor das unantastbare absolutgültige Grundprinzip der revolutionären Partei der Arbeiterklasse. Heute, wo sich die revisionistischen Parteien von den Stellungen des Marxismus-Leninismus auf allen Gebieten, dem ideologischen und politischen, wirtschaftlichen und militärischen, kulturellen und organisatorischen, endgültig entfernten, sind die marxistisch-leninistischen Parteien die einzigen Träger der proletarischen Ideologie, der Revolution und des Sozialismus. Obwohl diese Parteien in vielen Ländern noch jung sind, sind sie wirklich revolutionäre Parteien, die sich das Ziel gesteckt haben, die historische Mission der Arbeiterklasse zu erfüllen. Wenn sie eine richtige korrekte Strategie und Taktik Verfolgen, sich mit den breiten Massen des Volkes eng verbinden und die Aktions- und Gedankeneinheit in ihren Reihen festigen und stählen, werden sie im Kampf gegen jeden opportunistischen rechten oder linken Einfluss bestimmt die heutige historische Forderung erfüllen und jenen subjektiven Faktor schaffen, der für die revolutionäre Umgestaltung der objektiven Realität unbedingt notwendig ist.